Friederike Manner: Die dunklen Jahre

Artikelnummer: 978-3-99065-008-0

Friederike Manners schonungsloser Exilroman ist ein beispielloses Stück Erinnerungsliteratur über eine starke, kämpferische Frau in einer unmenschlichen Zeit.

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Friederike Manners schonungsloser Exilroman ist ein beispielloses Stück Erinnerungsliteratur über eine starke, kämpferische Frau in einer unmenschlichen Zeit.

An Stellas Schule hängt eine riesengroße Hakenkreuzfahne. Wo sie die bloß herhaben - so schnell über Nacht? Und ein Mann mit Hakenkreuzarmbinde davor, ein SA.-Mann! Das ist nun aber schnell gegangen, schneller, als sonst etwas in Österreich zu gehen pflegt; alle Achtung!

Eine Patientin von Ernst kommt des Weges, sieht mich und geht rasch auf die andere Straßenseite; das fängt ja gut an. Ich muß an der Papierhandlung vorbei, der Inhaber schiebt gerade den Rollbalken hoch, dreht sich um und grüßt mit Schwung: 'Heil Hitler!' - Und er hat immer so sehr auf die Vaterländischen geschimpft - ich habe geglaubt, er ist ein Roter. Wie kommt es, daß er den Laden schon öffnet - ach ja, er ist in SA.-Verkleidung, und er schmückt das Schaufenster mit Hakenkreuzen!


Autor*in / Hrsg.: Friederike Manner
Belletristik: historischer Roman
Details: Umfang: 424 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.5 x 21.2 x 13.2 cm
Gewicht: 606 g
Erscheinungsdatum: 25.02.2019
Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Ein österreichisches Ehepaar in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts - längst ist ihre Ehe gescheitert und die Scheidung nur noch eine Terminsache. Doch alle Pläne werden infrage gestellt, als Österreich sich dem nationalsozialistischen Deutschland "anschließt", denn Ernst ist ein jüdischer Arzt und Klara eine politisch denkende Frau.

Nach mehr als 70 Jahren sind Die dunklen Jahre der österreichischen Schriftstellerin und Lektorin Friederike Manner endlich wieder zugänglich. 1948 wurde der Roman erstmals unter dem Pseudonym Martha Flora veröffentlicht und hatte im Chor der großen Exilromane keine Stimme.
Dabei schildert Manner die Auswirkungen und Konsequenzen von Flucht und Emigration schonungslos, und dies nicht von außen, sondern hautnah, fühlbar und mit aller Härte aus der Sicht Klaras.

Das Ehepaar mit den beiden Kindern hat sich auseinandergelebt. Klara hat Geliebte und fühlt sich eingeengt. Sie plagt sich mit Schuldgefühlen gegenüber ihrer Familie, sieht aber keinen anderen Ausweg als die endgültige Trennung. Die Lektorin stürzt sich in Arbeit, auch wenn sie den Literaturbetrieb korrupt findet. Den Verlagen ginge es nur um Geld, klagt sie, nicht um das Werk. Klara beobachtet scharf die politische Entwicklung in ihrem eigenen Land und in Deutschland. Fünf Jahre Nationalsozialismus in Deutschland hatten längst erwiesen, welch giftige Früchte dort reiften. Reichstagsbrand und Dimitroff-Prozeß, Verfolgung der Sozialisten, Juden und des besten Teils der Christen, Konzentrationslager, Aufrüstung und Kriegsbereitschaft..

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