Gabi Pertus: Mütter - alleinstehend in der DDR. 24 Protokolle

Artikelnummer: 978-3-86785-124-4

24 Frauen im Alter zwischen 43 und 94 Jahren berichten über ihren Alltag im Sozialismus. Dabei kommt die Mutter aus der Großküche der Warnowwerft genauso zu Wort wie die Geschichtsprofessorin...

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24 Protokolle

24 Frauen im Alter zwischen 43 und 94 Jahren berichten über ihren Alltag im Sozialismus. Dabei kommt die Mutter aus der Großküche der Warnowwerft genauso zu Wort wie die Geschichtsprofessorin.

Autor*in / Hrsg.: Gabi Pertus
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
weitere Themen: DDR
Familienthemen: alleinerziehend Muttersein
Detaiils: Umfang: 152 S.
Einband: Kartoniert
Format: 20,5 x 14,4 cm
Gewicht: 220 g
Erscheinungsdatum: 15.04.2010

Aus dem Vorwort von Viola Harder

Welche Aufmerksamkeit kann ein Buch mit diesem Titel erlangen? Wer wird sich dafür interessieren? Und warum begibt sich die Autorin in ein solch spezielles Feld? Zwanzig Jahre nach dem Untergang des ostdeutschen Staates "Deutsche Demokratische Republik", nach der einzigartig friedlichen Revolution der DDR-Bürger und DDR-Bürgerinnen, ist es nicht nur bezeichnend zurückzuschauen und sich zu erinnern, sondern es stellt sich immerfort die Frage nach Lebensmodellen - insbesondere für die Frauen. ...

... Weshalb einige Frauen sich stark gemacht haben für ihren ungewohnten Weg außerhalb der Ehe des sozialistischen DDR-Alltags und welche Erfahrungen sie dabei durchlebten, ist eindrucksvoll in diesem Buch geschildert. Die Autorin ist ihren 24 Interviewpartnerinnen aus unterschiedlichen sozialen Schichten sehr nahe gekommen. Sie hat damals selbst als alleinstehende Mutter mit einem Kind die Besonderheit ihres Lebensentwurfes gespürt, sich aber niemals "verlassen", existenziell gefährdet oder gar diskriminiert empfunden. Das Besondere spiegelte sich in ihrem neuen Selbstvertrauen und Stolz wider.
Alleinstehend zu sein, bedeutete schlechthin, ohne Ehemann zu leben. Die Kinder tagsüber in Kinderbetreuungseinrichtungen, wie Kinderkrippe, Kindergarten und Schulhorte, abzugeben war überwiegend selbstverständlich, um dann der beruflichen Tätigkeit nachzugehen und damit die ökonomische Existenz abzusichern.
Alleinerziehend können die Mütter deshalb auch nicht genannt werden. Sie fühlten sich in hilfsbereite Freundes- und Familienkreise gut eingebettet. Außerdem waren Staat und Partei allgegenwärtig. Erst Anfang der 80er Jahre bildeten sich alternative Frauengruppen, z. B. in kirchlichen Kreisen, die sich auch von der staatlichen Bevormundung freimachen wollten.
In diesem Buch findet eine vergleichende Bewertung der Lebensformen von verheirateten und unverheirateten Frauen: welche leichter oder schwieriger zu gestalten war, bewusst nicht statt. Die Institution Ehe wird hier nicht in Frage gestellt - dies geschieht zwar zunehmend im privaten Bereich, ist aber gegenwärtig in der öffentlichen Diskussion noch nicht populär.

Durch die Schilderungen auch aus der nachträglichen Perspektive auf die Lebensbilder der Frauen gelang es, einen bedeutungsvollen Abschnitt der Frauengeschichte alleinstehender Mütter aus den 40 Jahren der sozialistischen Gesellschaftsphase in Deutschland aufzubewahren und damit die Ideale eines selbstbestimmten Lebens wachzuhalten.

Rostock, im März 2010

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