Gabriele Dietze: Weiße Frauen in Bewegung. Genealogien und Konkurrenzen von Race- und Genderpolitiken

Artikelnummer: 978-3-89942-517-8

Die Studie konfrontiert zwei zentrale Emanzipationsanstrengungen der Moderne miteinander: unmarkierte 'weiße' US-amerikanische Frauenbewegungen und den Kampf um Bürgerrechte von people of color...

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Die Studie konfrontiert zwei zentrale Emanzipationsanstrengungen der Moderne miteinander: unmarkierte 'weiße' US-amerikanische Frauenbewegungen und den Kampf um Bürgerrechte von people of color. Es geht dabei um implizite Sozio- und Psycho-Logiken, die Feminität mit whiteness gleichsetzen und race-Emanzipation mit Maskulinität. Die Studie untersucht kontraproduktive Race-Gender-Konkurrenzen, z.B. einen 'Rape-Lynching-Komplex', der schwarze Männer und weiße Frauen in ein Gewaltverhältnis imaginiert, Sexualpolitik im Second Wave Feminism und den Prozess um O.J. Simpson. Erkenntnisinteresse ist die Verfugung von Sexismus und Rassismus und seine soziokulturellen Repräsentationsformen.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Gabriele Dietze
politische Themen: Rassismus & kulturelle Hegemonie
weitere Themen: Sexismus
Weitere Informationen: Umfang: 518 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 3.6 x 22.5 x 15
Gewicht: 784 g
Erscheinungsdatum: 15.01.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Philipp Dorestal auf querelles-net:

Gabriele Dietze zeichnet das Verhältnis der Kategorien Race und Gender innerhalb der US-amerikanischen Geschichte von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Präsidentschaftswahl von Barack Obama nach. Dabei demonstriert sie anhand von zentralen Figuren der weißen Frauenbewegung deren ambivalente Positionen, die oftmals für progressive Inhalte wie das Eintreten für Frauenrechte stehen, gleichzeitig aber dann Anliegen von African Americans nicht artikulieren oder gar zum Schweigen bringen. Ebenso zeigt Dietze mithilfe von Texten einiger schwarzer Autor_innen sowie anhand berühmter Gerichtsprozesse, dass schwarze Emanzipation nicht notwendigerweise mit feministischen Positionen einhergehen musste, sondern sich vielmehr eine Konkurrenzsituation zwischen Race und Gender entspann.

Die in Berlin lehrende Amerikanistin Gabriele Dietze hat mit Weiße Frauen in Bewegung ihre beeindruckende Habilitationsschrift vorgelegt. In der umfangreichen Studie zeichnet sie anhand der Analyse vielfältigen Materials wie historischen Dokumenten, Belletristik, Filmen sowie einer Fülle von Sekundärliteratur nach, wie sich das Verhältnis von Race und Gender in den USA seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute gestaltet hat. Dietze rekonstruiert dies insbesondere anhand der durchaus konfliktbeladenen Beziehung zwischen der Schwarzen- und der Frauenbewegung. Exemplarisch ausgewählte Beispiele aus unterschiedlichen Epochen heranziehend kann sie dabei überzeugend aufzeigen, dass die Kategorien Race und Gender in den Argumentationen der Protagonist_innen meist nicht zusammengedacht wurden, sondern oftmals vielmehr als sich gegenseitig ausschließend konzipiert und multiple Identitäten und Zugehörigkeiten somit übersehen wurden. Wenn also von der Schwarzenbewegung gesprochen werde, dann rufe dieser Begriff in der gesellschaftlich hegemonialen Vorstellung vornehmlich Bilder von schwarzen Männern hervor. Die Frauenbewegung hingegen erscheine in den meisten historischen Dokumenten nur als rein weiße Bewegung, wodurch überdeckt werde, dass sich schwarze Frauen ebenso aktiv für Frauenrechte einsetzten. Die Gründe für das schwierige Verhältnis sind vielschichtig, und Dietze beleuchtet diese unter Rückgriff auf verschiedene zentrale Diskussionen um die Konkurrenz von Race- und Gendergenealogien.

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