Gail Jones: Ein Samstag in Sydney

Artikelnummer: 978-3-89401-778-1

An einem strahlenden Sommertag kreuzen sich die Wege von vier Menschen am Hafen von Sydney, in der Nähe der berühmten Oper. Scharen von Touristen vermischen sich hier mit Einwohnern der Stadt. Alle vier tragen an ihrer Geschichte.

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An einem strahlenden Sommertag kreuzen sich die Wege von vier Menschen am Hafen von Sydney, in der Nähe der berühmten Oper. Scharen von Touristen vermischen sich hier mit Einwohnern der Stadt. Alle vier tragen an ihrer Geschichte: Ellie erinnert sich an ihre Liebe zu James als Vierzehnjährige in der kleinen Provinzstadt, in der sie aufwuchsen. James ist besessen von einer Tragödie, für die er sich verantwortlich glaubt. Catherine trauert um ihren Bruder Brendan, der vor einigen Jahren in Dublin starb. Und Pei Xing fährt jeden Samstag nach Sydney, um einer einstigen Lageraufseherin aus Pasternaks Doktor Schiwago vorzulesen.

Gail Jones folgt diesen Figuren durch Sydney, auf ihren eigenen und doch verbundenen Wegen, eingehüllt in Erinnerungen, Schuld und Bedauern, während die Stadt um sie herumwirbelt. Aber es ist eine fünfte Figur, ein Kind, dessen Anwesenheit am Hafen diesen Tag bestimmt.

'Ein Samstag in Sydney' ist ein tief berührender Roman über Liebe, Verlust und die Last der Vergangenheit.

Das Buch ist auf den Shortlists für den Victorian Premier's Literary Award 2012 und den australischen Festival Award for Literature 2012 und auf der Longlist für die Australian Literary Society Gold Medal 2012

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Gail Jones
Weitere Informationen: Originaltitel: Five Bells
Übersetzt von: Conny Lösch
Umfang: 240 S.
Einband: Gebunden
Gewicht: 400 g
Erscheinungsdatum: 28.08.2013

~ LESEPROBE ~

Unvermittelte Freude war heutzutage nicht mehr angesagt. Ganz zu schweigen von der banalen Begeisterung für das berühmte Wahrzeichen einer Stadt. Aber Ellies Herz ging auf wie jene Form, die sich ins Blau hinein entfaltete; sie war erfüllt von kitschigem Entzücken und primitiver Euphorie. Hoch oben hinter ihr verhallte das Geräusch eines Zuges und das Didgeridoo setzte inzwischen kaum noch hörbar sein sanftes Klagen fort. Ein Kind stieß einen spitzen Schrei aus. Eine Fähre legte ab. Von einer anderen Seite kam das Geräusch einer fallenden Gangway, dann die Schritte der von Bord gehenden Passagiere. Irgendwo hinter ihr die Rolling Stones - »Jumping Jack Flash« -, ein blecherner Klingelton. Das jetzt weit entfernte bumm-bumm, bumm-bumm, bumm-bumm und über all dem eine Melodie an Stimmen, die dem Wasser zu entsteigen schien.
Rezension von Clarissa Lempp auf AVIVA-Berlin:

Die australische Autorin Gail Jones führt in die inneren Monologe ihrer vier ProtagonistInnen, die einen Samstag am Hafen von Sydney verbringen. Ein rührendes Geflecht von menschlichen Sehnsüchten.

Gail Jones hat eine besondere Gabe, die sie ihren ProtagonistInnen mitgibt. Sie klären durch den Blick in die Vergangenheit die Gegenwart. Eine weitere Gemeinsamkeit, die sich Jones´ Roman Figuren teilen, ist der Riss in ihren Biografien, der nicht nur ihre Geister in Bewegung hält, sondern auch sich selbst. Sie reisen von Kontinent zu Kontinent, von Leben zu Leben und zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In "Ein Samstag in Sydney" konzentriert die australische Autorin all dies auf einen Nachmittag, an einem Ort - am Pier von Sydney. Vier Menschen schlendern hier über die Kaimauern, betrachten verwundert das Opernhaus und hinterfragen die eigenen Wege, die teilweise miteinander verschlungen sind.

Ellie und James, die als Teenager ihrer erste Beziehung gemeinsam erlebt haben, werden sich nach 20 Jahren wiedersehen. Zeit, die Schäden und Wunden hinterlassen hat. So treten sich zwei Erwachsene gegenüber, die ihre Erwartungen an das Leben jetzt auf die durchdringende Erfahrung ihrer Jugend setzen. Pei Xing ist eine 60-jährige Frau, die aus China nach Australien flüchtete, nachdem sie während der Chinesischen Revolution inhaftiert und gefoltert wurde. Jetzt besucht sie in Sydney die Frau, die sie als Gefängnisinsassin misshandelte. Pei Xings Weg soll sich an diesem Samstag mit dem der irischen Touristin Catherine kreuzen, die auf ihrer Reise den Tod ihres Bruders verarbeiten will.

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