Gerda Lerner: Es gibt keinen Abschied

Artikelnummer: 978-3-7076-0610-2

Februar 1934: Der Bürgerkrieg erschüttert Wien und Österreich. Das behütete Leben der Familie Bergschmidt und ihrer Freunde gerät aus den Fugen. Ein Teil engagiert sich im Widerstand, andere wechseln die Seiten, um ihre gesellschaftliche Stellung bewahren zu können.

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Februar 1934: Der Bürgerkrieg erschüttert Wien und Österreich. Das behütete Leben der Familie Bergschmidt und ihrer Freunde gerät aus den Fugen. Ein Teil engagiert sich im Widerstand, andere wechseln die Seiten, um ihre gesellschaftliche Stellung bewahren zu können.

Eindrücklich veranschaulicht Gerda Lerner, wie unter dem herrschenden Austrofaschismus Familienbande zerreißen und sich neue Gemeinschaften bilden. Fremde werden Vertraute und Vertraute werden Fremde.

Die Autorin zeichnet ein eindrucksvolles Porträt Wiens und zugleich ein vielschichtiges Stimmungsbild in jener entscheidenden Zeit des politischen Wandels zwischen 1934 und 1938. 1953 unter dem Pseudonym 'Margarete Rainer' erstmals in Österreich erschienen, ist der Roman ein Zeugnis von Lerners schriftstellerischem Schaffen, das sie zugunsten der wissenschaftlichen Karriere aufgab. Auf ihrem eigenen Erleben und autobiografischen Erfahrungen beruhend, ergänzt der Roman die politische Autobiografie 'Feuerkraut' auf literarische Weise - und gewährt so, nicht zuletzt, neue Einblicke in das Leben der namhaften Frauengeschichtsforscherin.


Autor*in / Hrsg.: Gerda Lerner
Belletristik: historischer Roman
Details: Übersetzt von: Rosenstrauch-Königsberg Elisabeth
Umfang: 352 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3 x 19.7 x 13.5 cm
Gewicht: 475 g
Erscheinungsdatum: 28.04.2017

Rezension von Isabel Rohner auf AVIVA-Berlin:

Gerda Lerner, die Pionierin der feministischen Geschichtswissenschaften und Verfasserin der Standard-Werke "Die Entstehung des Patriarchats" (1986) und "Die Entstehung des feministischen Bewusstseins" (1993), war auch eine beeindruckend gute Literatin. Ihren Fans heute ist das spätestens seit dem Erscheinen ihrer Autobiographie "Feuerkraut" (Czernin Verlag) 2009 klar. Jetzt hat der Czernin Verlag auch ihren ersten Roman "Es gibt keinen Abschied" - erstmals auf Deutsch 1953 erschienen - neu herausgegeben, klug kommentiert von Marlen Eckl.

1934 kommt es in Österreich zum Bürgerkrieg. Der Konflikt zwischen dem Regime Dollfuß, der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und den Arbeitern eskaliert. Der Aufstand wird niedergeschlagen. Tote, Verletzte und viele Gefangene sind die Folge. Im Leben der Familie Bergschmidt ist nichts mehr wie vorher: Die Eltern, ein sozialdemokratischer Abgeordneter und eine Hausfrau, versuchen mit aller Kraft das gesellschaftliche Ansehen zu bewahren - was ihn jedoch nicht vom Fremdgehen abhält. Sohn Gustl, ein angehender Arzt, muss ein Jahr ins Gefängnis und bleibt danach im Widerstand, Tochter Agi sucht ausgerechnet den Umgang mit den Faschisten. Und auch Leni, Gustls Freundin aus wohlhabender jüdischer Familie, ist zerrissen, ob und wie sie sich positionieren soll.

Gerda Lerner beschreibt in ihrem Roman, wie sich die Stimmung in Wien in den Jahren 1934 bis zur Annexion Österreichs 1938 zunehmend verändert und Faschismus und offener Antisemitismus immer mehr die Oberhand gewinnen. Anhand der fünf Hauptfiguren zeigt sie, welche Kraft es erfordert, in politisch unsicheren Zeiten eine klare Haltung zu vertreten - und wie verlockend und einfach es ist, sich vermeintlich rauszuhalten oder gar mitzulaufen. Ihr Roman lebt dabei von fast schon cineastischen Schilderungen und Dialogen und verschafft den Leserinnen und Lesern tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der unterschiedlichen Figuren. Ein Roman, der nicht nur künstlerisch und historisch lohnend ist, sondern gerade heute wieder von großer Aktualität.

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