Gioconda Belli: Davor, die Jugend

Artikelnummer: 978-3-7795-0476-4

Gioconda Belli hat die Grenze ihrer Jugend längst überschritten. Und doch hält sie das Band noch in der Hand, das sie mit der jungen Rebellin verbindet, die mit ihren erotischen Gedichten das katholische Nicargua verstörte und als Widerstandskämpferin gegen die Diktatur ihres Landes...

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Gioconda Belli hat die Grenze ihrer Jugend längst überschritten. Und doch hält sie das Band noch in der Hand, das sie mit der jungen Rebellin verbindet, die mit ihren erotischen Gedichten das katholische Nicargua verstörte und als Widerstandskämpferin gegen die Diktatur ihres Landes aufstand.

Denn die Frau, die in ihr denkt, die fühlt und begehrt, ist nicht im selben Tempo durch das Leben geeilt. Ihre Sehnsüchte, der Drang nach Erkenntnis, ihre Lust am Leben sind lebendig wie damals. Trotzdem stellt sie sich mit der ihr eigenen Selbstironie und Unbestechlichkeit den Zeichen des Alterns, setzt sich auseinander mit dem Schmerz der Abschiede und der wachsenden Ahnung von Endlichkeit.

So spiegeln auch Gioconda Bellis neue Gedichte die ganze Fülle ihrer weiblichen Gegenwart.

Autor*in / Hrsg.: Gioconda Belli
Literatur aus: Lateinamerika
Weitere Informationen: Übersetzt von Angelica Ammar
Umfang: 135 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.2 x 23.6 x 13.2
Gewicht: 267 g
Erscheinungsdatum: 15.07.2013

Rezension von Rezension von Lea Albring auf AVIVA-Berlin:

Der neue Gedichtband der Nicaraguanerin ist so impulsiv wie ihre dichterischen Anfänge, gleichzeitig schreibt sie ihm die Erkenntnis der Endlichkeit ein. Die kontrovers diskutierte Lyrikerin dichtet über die Zeit und und die Erinnerung, aber auch über SelbstmörderInnen und Beziehungsdramen.

Keine Angst vor Provokation

Ihre ersten Gedichte aus dem Jahr 1970 waren ein Skandal: zu offen, zu erotisch für ihre streng katholische und konservative Heimat Nicaragua. Dass sie auch gegenwärtig noch polarisiert, hat die Autorin zuletzt in ihrem Roman "Die Republik der Frauen" von 2010 beweisen: Hier entwirft sie einen fiktiven Staat, der ausschließlich von Frauen regiert wird. Die Reaktionen auf diese Utopie reichten von Begeisterung bis Ablehnung ? Schwächen waren unter anderem zu stereotyp gezeichnete Geschlechterrollen.
Auch in ihrem neuen Gedichtband bleibt sich Belli treu und schreckt vor provozierenden Themen nicht zurück. So zum Beispiel, wenn sie sich in einen terroristischen Attentäter hineinversetzt: "In dem engen / begrenzten / Raum / der Flugzeugtoilette / stelle ich mir vor, was / der Dschihadist fühlt, der sich in die Luft sprengen will". Auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft, eines der Kardinalthemen der Autorin, findet Eingang in ihr neues Werk, das Gedicht "Weibliche Erbitterung" setzt sich eindringlich mit dem Thema auseinander.

Nachsinnen über das Alter und die Gegenwart

Das Älterwerden ist ein weiterer Gedanke, um den sich viele der aktuellen Gedichte gebildet haben, nicht zuletzt der Titel des Bandes - "Davor, die Jugend" - hebt dies hervor. Unverhohlen direkt heißt es in den Eingangsversen von "Nächtliche Schmerzen": "Wo in diesem schmerzenden Körper / ist das junge Mädchen, das ich war?" Es fällt ins Auge, dass es wiederholt die Körperlichkeit ist, anhand derer Belli das Älterwerden illustriert. Ganz eindringlich bringt dies auch das Gedicht "Kalender des Körpers" zum Ausdruck, an dessen Ende die Autorin vielsagend "den periodischen Zyklus / der Erinnerung" stellt.

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