Gisela Notz: Kritik des Familismus. Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes

Artikelnummer: 978-3-89657-681-1

Familismus bezeichnet sie weitgehende Identität von Familie und Gesellschaft. Dabei bildet das System aller Familien das Gemeinwesen. Familismus ist die Überbewertung des familiären Bereichs als Quelle für soziale Kontakte. In familistischen Gesellschaften - dazu gehört die Bundesrepublik Deutschland - ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt aller sozialen Organisationen.

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Familismus bezeichnet sie weitgehende Identität von Familie und Gesellschaft. Dabei bildet das System aller Familien das Gemeinwesen. Familismus ist die Überbewertung des familiären Bereichs als Quelle für soziale Kontakte. In familistischen Gesellschaften - dazu gehört die Bundesrepublik Deutschland - ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt aller sozialen Organisationen. Selbst in das in frauenpolitischer Hinsicht fortschrittliche Grundgesetz für die BRD wurde 1949 der Familismus eingeschrieben, indem die Auffassung von der Familie als wichtigster Baustein einer Gesellschaft aufgenommen wurde und somit eine konservative Familienideologie, die Frauen und Männern eindeutige Rollen zuwies und die bis heute wirkt, verfestigt wurde.

Erst die neue Frauenbewegung entwickelte Gegenkonzepte, die heute allerdings zu verblassen scheinen. Staatliche Familienpolitik fördert nach wie vor die traditionelle mit Vater, Mutter und Kind(ern) 'normalbesetzte' Kleinfamilie in der Kinder erzogen und pflegebedürftige Menschen versorgt werden sollen. Die soziale Realität hat sich längst von diesem ideologischen Gemälde entfernt. In der Einführung geht es zunächst um eine historische Rekonstruktion exemplarischer Theorien und Praxen, die zu jenem ideologisierten Familienverständnis führen, das auf das 'Gemeinwohl' abzielt; faktisch aber alle Menschen ausschließt, die nicht zu einer Familie gehören und Frauen zu rechtlosen Wesen macht.

Am Ende steht die Frage, ob es sinnvoll ist, ein kritikwürdiges System weiter auszuweiten, indem sich häufende Zusammenlebensformen durch vom Staat verordnete Gesetze 'normalisiert' werden und damit wiederum andere daran gemessen und ausgegrenzt werden, wenn sie sich nicht in die familiale 'Ordnung' fügen.

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Autor*in / Hrsg.: Gisela Notz
politische Themen: Politik und Demokratie
Weitere Informationen: Theorie.org 
Umfang: 228 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.2 x 19 x 10.5 cm
Gewicht: 230 g
Erscheinungsdatum: 01.10.2015

Sie erläutert und kommentiert die Ideengeschichte alternativer Wirtschaftsvorstellungen von Owen über Marx, die Anarchisten, die Genossenschaftsbewegung bis hin zu heutigen Konzepten einer feministischen oder einer Selbstversorgungs-Ökonomie.
Ihre Sichtweise ist dabei immer reflektiert und von einem starken Blick auf das Geschlechterverhältnis gekennzeichnet. Alternative Ökonomie, deren Vor- und Nachteile Notz detailliert abwägt, ist für sie ausdrücklich kein Gegenmittel zum Um- und Abbau des Sozialstaates. Sie ist, wie der Untertitel des Buches andeutet, eines von vielen Fenstern in eine andere Welt. Das preiswerte Buch ist überschaubar und zugleich fundiert.
Bernd Hüttner in «Neues Deutschland»

Notz zeigt auf, dass es Möglichkeiten jenseits der kapitalistischen Arbeitsweise gibt und regt zum Handeln und Vernetzen an. Denn das Alternativökonomie noch kein Machtfaktor ist, sei der fehlenden Anerkennung geschuldet. Gisela Notz konkreter Appell anders zu wirtschaften, schafft Hoffnung.
Marren Heying in «Wir Frauen», 3/2011

Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Gisela Notz setzt sich mit dem Adorno-Wort auseinander, nachdem sie die Ideengeschichte alternativer Wirtschaftsvorstellungen erläutert und solidarisch-kritisch kommentiert hat - von Owen über Marx, die Anarchisten, die Genossenschaftsbewegung bis hin zu feministischen Ökonomie-Konzepten. Das ist ein großer Vorzug des Buches: eine gedrängte, vielseitige Ideengeschichte, aus der die aktuellen Konzepte für «anders leben und wirtschaften» entwickelt wurden.
Rolf Euler in «Sozialistische Zeitung», Februar 2011

Wer über Transformationsprozesse, Basisdemokratie, Genderprobleme usw. nachdenkt, sollte unbedingt auch zu dieser Veröffentlichung greifen.
Günter Benser in «Jahrbuch für Forschung zur Geschichte der Arbeiterbewegung»

Ein geschlossenes Theoriemodell alternativer Ökonomie existiert ebensowenig wie eine einheitliche Definition alternativen Wirtschaftens: «Man kann alternative Wirtschaft als Alternativökonomie, Solidarische Ökonomie, Lokale Ökonomie, Moralische Ökonomie, Gemeinwesenökonomie oder auch Gegenökonomie oder Gegenkultur bezeichnen. Die Vorstellungen, die sich hinter den Begriffen verbergen, sind so unterschiedlich wie die Begriffe selbst und zum Teil auch ebenso gegensätzlich.» Durch dieses unüberschaubare Dickicht von Ideen, Ansätzen und Konzepten über ein anderes, besseres Leben jenseits von Ausbeutung, Umweltzerstörung und Wachstum um jeden Preis liefert Notz einen kompakten und gut strukturierten Wegweiser.
Andrea Rösener in «Portal für Politikwissenschaft»

In «Theorien alternativen Wirtschaftens» gibt Gisela Notz einen fundierten Einblick in die unterschiedlichen wirtschaftstheoretischen Gegenmodelle und deren praktische Umsetzung.
Bernadette Bischoff in «aep informationen», 1/2011

Das ist ein großer Vorzug des Buches: eine gedrängte, vielseitige Ideengeschichte, aus der die aktuellen Konzepte für «anders leben und wirtschaften» entwickelt wurden.
DIE LINKE, Landesverband Bremen

Notz stößt mit ihrem Buch in eine Lücke, die in den meisten kritischen Debatten vermutlich überhaupt nicht als solche wahrgenommen wird, weil «alternatives Wirtschaften» in Deutschland seit Ende der 1980er als akademisches und politisches Thema fast verschwunden ist [...] Theoretische Ansätze, historische Projekte, aktuelle Beispiele und Debatten sind in dem Buch von Gisela Notz ausbalanciert und bieten einen umfassenden Ein- und Überblick, der einen Einstieg ins Thema ermöglicht. Ihr Blick ist nicht affirmativ, vielmehr kritisch-solidarisch und getragen von der Wertschätzung für die schwierigen Unterfangen, «Fenster in eine andere Welt» zu öffnen.
Stefan Kerber-Clasen in GEGENBLENDE. Das gewerkschaftliche Debattenmagazin Nr.9

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, aber auch aufgrund der fatalen Konsequenzen neoliberaler Politik wächst das Interesse an Alternativen zum herkömmlichen marktwirtschaftlichen System. Gisela Notz unternimmt den Versuch, solche Ideen und konkreten Umsetzungsversuche knapp und allgemeinverständlich vorzustellen. Ein interessantes Thema für all jene, die auf der Suche nach der »konkreten Utopie« sind. Aber auch lesenswert für Menschen, die einfach keine realistische Option sehen neben dem Altbekannten und Konventionellen.
Axel Weipert in «Das Dossier.de», Portal f. d. kritischen Journalismus

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