Gitta Seiler: Die Frau im gelben Gewand / The Woman in the Yellow Dress

Artikelnummer: 978-3-86828-734-9

Es war, das wissen wir aus sehr alten Dokumenten, schon vor zweieinhalb Jahrtausenden ein Amtsgeschäft der chinesischen Herrscher, sich Melodien aus allen Teilen des Reiches vorspielen zu lassen, um zu verstehen, was sich in den Herzen der Untertanen zutrug.

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Es war, das wissen wir aus sehr alten Dokumenten, schon vor zweieinhalb Jahrtausenden ein Amtsgeschäft der chinesischen Herrscher, sich Melodien aus allen Teilen des Reiches vorspielen zu lassen, um zu verstehen, was sich in den Herzen der Untertanen zutrug. Diese Melodien kommen heute aus Kopfhörern, aus Lautsprechern, gelegentlich auch noch aus den Kehlen von Straßenverkäufern oder von einsamen Verliebten im öffentlichen Park der Stadt. Und üben den ihnen eigenen Zauber aus. In süßen, in schrillen und in knarzenden Tönen.

Die Fotografin Gitta Seiler ist eine Meisterin des Erfassens magischer Momente des Alltags. Es sind Momente der Hoffnung, des verspiegelten Glücks, der offenen und der verschämten Lockrufe. In China sind es meist junge Frauen, die Seilers künstlerische Neugier erregen - eine auf männliche Nachkommen fixierte Politik hat diesen Wesen einen besonderen Marktwert erspielt. An die Stelle der alten Melodien sind heute oft Schlager, seltener Arien oder Volkslieder getreten. Doch alle bewegen die Herzen, alle geben Auskunft. Und hier zeigt sich die große Künstlerin Gitta Seiler: Sie entdeckt in den Bildern und Posen der Straßenszenen das verborgene Lied. Und lässt den Bildern ihr Geheimnis.

Fotograf*in: Gitta Seiler
Kunst: Fotografie
Land im Fokus: China
Details: Sprache: Dt/Chin/Engl
Übersetzt von: Mingming Gao/Rebecca Philipps Williams 
Umfang: 108 S., 26 farbige Illustr., 39 s/w Tab., 65 Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.3 x 21.5 x 21.3 cm
Gewicht: 533 g
Erscheinungsdatum: 25.10.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Hai-Hsin Lu auf AVIVA-Berlin:

Mit intensiven Portraitfotografien und flüchtigen Momentaufnahmen gelingt es der Fotografin und Trägerin des Reinhart-Wolf-Preises für Fotografie, Gitta Seiler, eine neue Generation von jungen Chinesinnen in Peking abzubilden. Ein sozialkritisches Werk, das seine Kraft aus dem Alltäglichen zieht.

Eine junge Frau blickt den Betrachtenden entgegen. Sie hat langes, gepflegtes Haar mit rötlicher Tönung und goldlackierte Fingernägel. Hohe Stiefel und eine kurze Jeanshose betonen ihre schlanken Beine. Sie wirkt schüchtern, zugleich ist der Blick in ihren geschminkten Augen intensiv.

Die Fotografin Gitta Seiler hielt sich im Herbst 2011 im Rahmen des Residenzprogramms des Goethe-Instituts in Peking auf. Dort entstand eine Vielzahl an Fotografien von jungen Frauen - mit geschärftem Blick fing sie eine neue Generation an Chinesinnen in Portraits und Momentaufnahmen ein. Sie sind beim Einkaufen zu sehen: Hochhackige Schuhe werden anprobiert, modische Brillen und opulente Armbänder. Aber auch Frauen bei der Arbeit wurden portraitiert: Ob als Kosmetikerin, im strengen Hosenanzuge oder als Masseurin.

Eine neue Generation von Chinesinnen

Es ist kein Zufall, dass Seilers künstlerisches Interesse der Frau in China zukam. Das Land hat ein Jahrhundert an rapiden, teils gewaltsamen Transformationen durchlebt. Seit den 1980er Jahren zeichnete sich eine graduelle Öffnung des sozialistischen Staates ab, die mit fortschreitender Industrialisierung und beschleunigtem wirtschaftlichem Wachstum untermauert wurde.

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