Gundula Müller: Arrangement und Zwang: Zur Reproduktion patriarchaler Strukturen durch türkische Migrantinnen in Deutschland

Artikelnummer: 978-3-8376-2218-8

Türkische Heiratsarrangements in Deutschland - Reproduktion, Verfestigung oder Befreiung aus patriarchalen Subjektkonstitutionen? Diese Studie untersucht Subjektbildungsprozesse türkischer Migrantinnen, die per Arrangement verheiratet wurden...

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Türkische Heiratsarrangements in Deutschland - Reproduktion, Verfestigung oder Befreiung aus patriarchalen Subjektkonstitutionen? Diese Studie untersucht Subjektbildungsprozesse türkischer Migrantinnen, die per Arrangement verheiratet wurden. Unter Rückgriff auf Foucaults Subjektbegriff zeigt Gundula Müller, wie sich ihre Interviewpartnerinnen im Rahmen der entwickelten diskursiven Formationen Familienkultur, Geschlechtsidentitäten, Ehe, Islam, Gewalt und Bildung positionieren. Die diskursanalytische Rekonstruktion der Ehebiographien weist nach, dass sich durch die gleichzeitige Verortung innerhalb und außerhalb der diskursiven Formationen fragmentierte Identitäten ergeben - eine Grundvoraussetzung für die Subversion patriarchaler Strukturen.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Gundula Müller
weitere Themen: türkische Frauen
Details: Reihe Kultur und soziale Praxis
Umfang: 300 S., zahlr. Abb.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2 x 22.5 x 15
Gewicht: 479 g
Erscheinungsdatum: 15.12.2012

Interview mit Gundula Müller:

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch liefert ganz neue Sichtweisen auf ein brennendes gesellschaftliches Problem. Patriarchale Praktiken, die in der Migrationssituation häufig verstärkt zum Ausdruck kommen, verfestigen sich durch Deutungsmuster, welche Türk(inn)en eine ausgeprägte Traditionalität unterstellen. Dies begünstigt wiederum, dass sich türkische Frauen aktiv an der Vervielfältigung patriarchaler Strukturen beteiligen. Es werden Perspektiven aufgezeigt, der Entfremdung türkischer Migrant(inn)en entgegenzuwirken.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die Analyse der Subjektbildungen zweier türkischer Migrantinnen im Hinblick auf ihren Umgang mit autoritären Familienhierarchien, dem Kopftuchtragen, arrangierten Ehen, absolutistischer Gottesfurcht, gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen und geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung macht sichtbar, wie sich (die Verweigerung) patriarchale(r) Unterordnung sukzessiv potenziert. Dabei wird auch deutlich, welche Identifikationsfelder für emanzipatorische Entwicklungen besonders ergiebig sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Reaktivierung des Patriarchatsbegriffs innerhalb des Postfeminismus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Feminist(inn)en, Diskurstheoretiker(inn)n und türkischen Migrant(inn)en.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Inwiefern fördert die Migrationssituation die Aufweichung patriarchaler Werte, die türkischen Heiratsarrangements zugrunde liegen?

Quelle: Transcript Verlag
'In einer sprechenden Gesellschaft, in der alle Mitglieder gleiche Rechte und Pflichten haben, bedarf es der Anerkennung der Vielfalt in der Gemeinschaft. Und es braucht gesellschaftspolitische Diskurse und Forschungsergebnisse wie die von Gundula Müller.'

Jos Schnurer, www.socialnet.de, 14.2.2013

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