Hannah Arendt: Ich selbst, auch ich tanze. Die Gedichte

Artikelnummer: 978-3-492-05716-5

"Nur von den Dichtern erwarten wir Wahrheit (nicht von den Philosophen, von denen wir Gedachtes erwarten)", schrieb Hannah Arendt in ihrem "Denktagebuch". Doch was bisher nur Kennern des Werkes der berühmten Theoretikerin bekannt war: Sie verfasste neben ihren politischen Schriften jahrzehntelang auch selbst Lyrik.

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"Nur von den Dichtern erwarten wir Wahrheit (nicht von den Philosophen, von denen wir Gedachtes erwarten)", schrieb Hannah Arendt in ihrem "Denktagebuch". Doch was bisher nur Kennern des Werkes der berühmten Theoretikerin bekannt war: Sie verfasste neben ihren politischen Schriften jahrzehntelang auch selbst Lyrik. Dieser Band versammelt nun erstmals sämtliche Gedichte Arendts, die sie zwischen 1923 und 1961 schrieb, darunter acht bislang völlig unbekannte Werke.

Arendts Poesie wirft ein neues Licht auf ihr Denken und Fühlen und muss wie ein sprachlich betörender, oftmals poetisch origineller Kommentar eines Schaffens gelesen werden, das sich ganz dem leuchtenden Widerstand gegen finstere Zeiten verschrieben hatte. Eine seltene Neuentdeckung.


Autor*in / Hrsg.: Hannah Arendt
weitere Themen: Hannah Arendt
Details: Umfang: 157 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2 x 19.5 x 12.2 cm
Gewicht: 255 g
Erscheinungsdatum: 09.11.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Freundschaften waren Hannah Arendt Zeit ihres Lebens wichtig. Sie ermöglichten das Heimisch-Sein in der Emigration und das Willkommen-Sein in Deutschland. Dieser Briefband zeugt davon. 1945 beschreibt Hannah Arendt in einem Brief sehr eindringlich, wie wichtig Freundschaften in der Emigration sind.

Kurt Blumenfeld, dem Rechtswissenschaftler und Zionisten, schreibt sie, dass "Menschen, die in keinem Besitz verwurzelt sind und darum ihr Milieu sozusagen immer mit sich herumtragen ? von keiner Bibliothek und von keinem Mobiliar geschützt" seien. Freundschaften und menschliche Beziehungen seien da noch wichtiger. Und da sie das einzige Milieu darstellten, mit dem sie sich privat zufrieden geben könne, "können sie sich trotz aller Treue und Loyalität nur erhalten im lebendigen Kontakt."

Hannah Arendt war eine passionierte Briefschreiberin. Zahlreiche umfangreiche Korrespondenzen mit unterschiedlichen Personen zeugen von dieser Liebe. Die Literaturwissenschaftlerin und Arendt-Forscherin Ingeborg Nordmann hat einen Band vorgelegt, der eine Auswahl von Briefen Hannah Arendts enthält. "Wahrheit gibt es nur zu zweien," schreibt die Philosophin ihrem Ehemann Heinrich Blücher. Die Replik des Gegenübers fehlt hier jedoch.

Die Herausgeberin stellt ihrer Veröffentlichung ein Zitat Hanna Arendts voran, das auf das Buch des Andenkens der Salonnière Rahel Varnhagen verweist. Varnhagen sammelte Briefe, die sie ihren Freundinnen und Freunden schrieb, und mit dem sie so eine Autobiographie erschuf, die sie im ständigen Gespräch und Selbstgespräch zeigt.
Ingeborg Nordmann zeigt auch dadurch: "Schon auf der Ebene der Anschauung wird wahrnehmbar, wie unterschiedlich die Freundschaften sind und dass sie eine eigene Sprache haben."

Und so lesen wir uns chronologisch durch die Briefe und damit auch durch die Zeit, die sie hervorriefen. Tatsächlich entsteht ein faszinierender Einblick in die Person Hannah Arendts. So unterschiedlich ihre Korrespondenzpartnerinnen und -partner, so unterschiedlich Arendts Sprache und Themen.

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