Hannah Arendt: Wahrheit gibt es nur zu zweien. Briefe an die Freunde

Artikelnummer: 978-3-492-05542-0

Hannah Arendt war ein 'Genie für die Freundschaft' (Hans Jonas) und besaß eine Begabung für die Liebe. In ihren hinreißenden Briefen lernen wir nicht nur diese private Seite der großen Denkerin kennen, sondern auch die inspirierende Kraft der Freundschaft.

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Hannah Arendt war ein 'Genie für die Freundschaft' (Hans Jonas) und besaß eine Begabung für die Liebe. In ihren hinreißenden Briefen lernen wir nicht nur diese private Seite der großen Denkerin kennen, sondern auch die inspirierende Kraft der Freundschaft.

Selten hat sich ein Mensch solch ein Universum der Freundschaft erschlossen wie Hannah Arendt. Darin findet die vor den Nationalsozialisten Geflohene Halt, davon erzählen ihre Briefe: Botschaften der Liebe an ihren Mann Heinrich Blücher und an Martin Heidegger, philosophische Gespräche mit ihrem Lehrer Karl Jaspers und ihrem wichtigsten jüdischen Freund Kurt Blumenfeld, Bekenntnisse zur Literatur an den jungen Schriftsteller Uwe Johnson. Mit ihrer Freundin Mary McCarthy tauscht sie sich nicht nur über Philosophie und Politik aus, sondern auch über die 'uralten' Probleme zwischen Mann und Frau. 'Wahrheit', schreibt Arendt an Blücher, 'gibt es nur zu zweien'. Wie viele Facetten das Gespräch unter vier Augen für sie hat, zeigt diese Auswahl ihrer schönsten Briefe.


Autor*in / Hrsg.: Hannah Arendt
Biografien von/über: Philosophinnen Schriftstellerinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
weitere Themen: Hannah Arendt
Weitere Informationen: Hrsg.: Ingeborg Nordmann
Umfang: 464 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 4.1 x 22 x 14.5
Gewicht: 716 g
Erscheinungsdatum: 17.09.2013

~ LESEPROBE ~

Weitere Ausgaben: Kartoniert

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Freundschaften waren Hannah Arendt Zeit ihres Lebens wichtig. Sie ermöglichten das Heimisch-Sein in der Emigration und das Willkommen-Sein in Deutschland. Dieser Briefband zeugt davon. 1945 beschreibt Hannah Arendt in einem Brief sehr eindringlich, wie wichtig Freundschaften in der Emigration sind.

Kurt Blumenfeld, dem Rechtswissenschaftler und Zionisten, schreibt sie, dass "Menschen, die in keinem Besitz verwurzelt sind und darum ihr Milieu sozusagen immer mit sich herumtragen ? von keiner Bibliothek und von keinem Mobiliar geschützt" seien. Freundschaften und menschliche Beziehungen seien da noch wichtiger. Und da sie das einzige Milieu darstellten, mit dem sie sich privat zufrieden geben könne, "können sie sich trotz aller Treue und Loyalität nur erhalten im lebendigen Kontakt."

Hannah Arendt war eine passionierte Briefschreiberin. Zahlreiche umfangreiche Korrespondenzen mit unterschiedlichen Personen zeugen von dieser Liebe. Die Literaturwissenschaftlerin und Arendt-Forscherin Ingeborg Nordmann hat einen Band vorgelegt, der eine Auswahl von Briefen Hannah Arendts enthält. "Wahrheit gibt es nur zu zweien," schreibt die Philosophin ihrem Ehemann Heinrich Blücher. Die Replik des Gegenübers fehlt hier jedoch.

Die Herausgeberin stellt ihrer Veröffentlichung ein Zitat Hanna Arendts voran, das auf das Buch des Andenkens der Salonnière Rahel Varnhagen verweist. Varnhagen sammelte Briefe, die sie ihren Freundinnen und Freunden schrieb, und mit dem sie so eine Autobiographie erschuf, die sie im ständigen Gespräch und Selbstgespräch zeigt.
Ingeborg Nordmann zeigt auch dadurch: "Schon auf der Ebene der Anschauung wird wahrnehmbar, wie unterschiedlich die Freundschaften sind und dass sie eine eigene Sprache haben."

Und so lesen wir uns chronologisch durch die Briefe und damit auch durch die Zeit, die sie hervorriefen. Tatsächlich entsteht ein faszinierender Einblick in die Person Hannah Arendts. So unterschiedlich ihre Korrespondenzpartnerinnen und -partner, so unterschiedlich Arendts Sprache und Themen.

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