Hannah C. Rosenblatt: aufgeschrieben

Artikelnummer: 978-3-96042-053-8

Hannah C. Rosenblatt konnte nur aufschreiben, was sie ihren Eltern zu sagen hat. Als Kind und Jugendliche wurde sie körperlich und seelisch schwer traumatisiert, dann gelang ihr der Ausstieg aus organisierter Gewalt und Ausbeutung.

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Hannah C. Rosenblatt konnte nur aufschreiben, was sie ihren Eltern zu sagen hat. Als Kind und Jugendliche wurde sie körperlich und seelisch schwer traumatisiert, dann gelang ihr der Ausstieg aus organisierter Gewalt und Ausbeutung. 

Ihr Weg aus Angst und später unaushaltbarem Erinnern führte immer wieder an dem vorbei, was sie in 'aufgeschrieben' bezeugt: Eltern_Liebe, Zugehörigkeit, Loyalitätskonflikte, Verrat, Aggression und das eigene autistische Leben an sich. 

Es kommt zu einem sprachlich feinen und präzise formulierten Kammerspiel, das keine bloße Abrechnung eines Opfers ist - sondern ein weiterer wichtiger Schritt ins selbstbestimmte Leben.

Autor*in / Hrsg.: Hannah C. Rosenblatt
Details: Eine Novelle
Umfang: 96 S.
Einband: Leinen
Format (T/L/B): 1.4 x 18.8 x 12.8 cm
Gewicht: 182 g
Lesealter: 16+
Erscheinungsdatum: 25.03.2019
Rezension von Barbara Schecher und David Doell auf kritisch-lesen:

Wenn ein Subjekt über erlittene Gewalt schreibt, dann ist diese immer schon passiert, irreversibel in der Zeit eingeschrieben. Die außenstehenden Leser_innen können das nur nachträglich bezeugen. Die Zeug_innenschaft kommt immer schon spät. Aber vielleicht noch nicht zu spät. Darum geht es in H.C. Rosenblatts "aufgeschrieben": Es ist ein Buch "für alle", ein Text, der alle angehen sollte und an alle adressiert ist. Ein Buch, das alle angeht in der Frage, wie Gewalt Menschen in der Gesellschaft trifft und behindert macht. Ein Buch, das angesichts realer Gewaltverhältnisse Sprachlosen dabei helfen kann, eigene Worte zu suchen. Aber auch ein Buch für alle, weil Grundbedingungen des Mensch-Seins im Spätkapitalismus allgemein begreifbar werden.

Verständlich wird dieses doppelte "für alle" bereits an den ersten Zeilen: Dort geht es um die Frage, warum man an Eltern den Anspruch stellt, bedingungslose Liebe für ihre Kinder zu haben. Denn was ist, wenn diese Liebe ausbleibt oder Eltern ihrem Kind sogar systematisch Gewalt antun? Darin stellt sich implizit auch schon die Frage nach der Gesellschaft: Wie reproduziert sie sich überhaupt? Was ist an Sorgearbeit dafür notwendig? Rosenblatt verarbeitet diese Nicht-Erfahrung mit "aufgeschrieben" in einer Art traumaaufarbeitender Inszenierung, in der verschiedene Instanzen ihrer Person (oder Personen) mit ihren fiktiven, abwesenden Eltern sprechen. "Ich lebe ein frei_von_bedingungsloser_Liebe-Leben" (S. 69), sagt eine dieser Personen. Eine andere Person sagt: "Ihr habt uns eure Verantwortung aufgeladen und für eure Privilegien bezahlen lassen. Das ist aber nicht, wozu Kinder da sind." (S. 23)

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