Hannah Engelmann: Antiqueere Ideologie. Die Suche nach identitärer Sicherheit - und was politische Bildung dagegen ausrichten kann

Artikelnummer: 978-3-89771-326-0


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»Inzwischen ist in Deutschland ein heterogener Block von katholischen Kirchenvertretern und Evangelikalen über Neoliberale und Rechtskonservative bis hin zu völkischen Nationalsozialen in der Frage geeint: 'Gender' muss gestoppt werden. Der Diskurs entspringt klerikalen Kreisen, hat sich aber längst in bürgerlichen wie rechten Medien festgesetzt.« - aus der Einleitung

Diskurse gegen Gleichstellung, Geschlechterforschung und die Freiheit des geschlechtlichen Ausdrucks haben Konjunktur. Von Vatikanstadt bis Washington und Rio, von Kisslegg bis Schnellroda finden sich Allianzen gegen die Feindbilder von 'Gender-Ideologie' und 'Frühsexualisierung'. Sie geben vor, 'Natur', 'Volk' und 'Familie' gegen den 'Verfall' zu schützen. Ihre Akteur*innen sehnen sich nach Sicherheit und klaren Grenzen, fürchten sich vor Verwischungen und Dekonstruktion: Sie propagieren eine anti-queere Ideologie.

Was veranlasst Menschen, sich im Netz dieser Ideologie zu verfangen - und wie kann politische Bildung sie darin bestärken, eigene Wege jenseits rigider Normen und autoritärer Sehnsüchte zu gehen? Dieser Frage geht Autorin Hannah Engelmann auf verschiedenen Ebenen nach. Sie untersucht die Wurzeln antiqueerer Ideologie im Feld der Ökonomie und in der Weise, wie wir zu Subjekten werden und uns mit Kollektiven identifizieren. Dabei kommt ein komplexes Wechselspiel von politischen und psychischen Regressionen zum Vorschein. Angesichts dessen stellt sie Überlegungen dazu an, was eine kritische Diversity Education dem entgegensetzen kann. Sie führt Gespräche mit erfahrenen Praktiker*innen der politischen Bildung aus gewerkschaftlichen, queeren und anti-rassistischen Kontexten. Am Ende stehen konkrete Ideen für eine Bildungsarbeit, die zu einer sichereren Gesellschaft für alle beiträgt, indem sie kollektive Identifizierungen verunsichert.

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Antiqueere Ideologie

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Autor*in / Hrsg.: Hannah Engelmann
politische Themen: Homophobie_Transphobie
Details: Einbandart: kartoniert
Umfang: 164 S.
Format (T/L/B): 1.4 x 21 x 14 cm
Gewicht: 195 g
Erscheinungsdatum: 18.09.2019
Rezension von Anouk Wiegand auf kritisch-lesen.de:

Ständig werden wir mit antiqueeren Haltungen konfrontiert. Der Diskurs um Gender ist ideologisch und rhetorisch massiv aufgeladen. Queere Menschen werden zu Feindbildern erklärt. So etwa findet der fundamentalistisch-christliche Moderator von The 700 Club in der Homo-Ehe die Schuld an der Corona-Krise, um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen. In hitzigen Talkshow-Debatten geht es etwa um Toiletten, Ehe und Sprache - kurz, um Bereiche, die vom sogenannten "Gender Mainstreaming" betroffen sind. Der Begriff bezeichnet die Anerkennung von Geschlecht als politischer Kategorie, um auf dieser Grundlage geschlechtergerechte Strukturen zu schaffen. Doch warum ist er so umstritten und vor allem emotional so aufgeladen?

Im Buch "Antiqueere Ideologie. Die Suche nach identitärer Sicherheit - und was politische Bildung dagegen ausrichten kann" versucht Hannah Engelmann, diese Frage zu beantworten und liefert damit das, was der Titel verspricht: einen Leitfaden für den Umgang mit antiqueeren Haltungen.

Im ersten Teil des Buches werden zunächst die Ursprünge und Erklärungsansätze für antiqueere Haltungen auf drei Ebenen - Ökonomie, Kollektiv und Individuum - analysiert. Es ergibt sich ein umfassendes Bild über Motive und Handlungsweisen antiqueerer Subjekte. Darauf aufbauend geht es im zweiten Teil um die Frage, wie die Gesellschaft wirksam auf derartige Haltungen reagieren kann. Hierfür wurden Interviews mit Personen geführt, die politische Bildungsarbeit in antirassistischen und gewerkschaftlichen Bereichen sowie der geschlechterreflektierten Rechtsextremismus-Prävention leisten. Die Interview-Ausschnitte werden mit vorangegangenen Überlegungen verknüpft und ihre Anwendbarkeit auf den antiqueeren Bereich übertragen. So wird eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis hergestellt.

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