Harte Männer: Harte Männer. Professional Wrestling in der Kultur Nordamerikas

Artikelnummer: 978-3-8376-2708-4

Professional Wrestling ist ein genuin amerikanisches Showgenre. Philipp Kutzelmann arbeitet die grundlegenden Organisations- und Funktionsweisen der amerikanischen Wrestlingindustrie heraus, analysiert einzelne Kampfveranstaltungen und zeichnet nach ...

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Professional Wrestling ist ein genuin amerikanisches Showgenre. Philipp Kutzelmann arbeitet die grundlegenden Organisations- und Funktionsweisen der amerikanischen Wrestlingindustrie heraus, analysiert einzelne Kampfveranstaltungen und zeichnet nach, wie sich die Showkämpfe über Jahrzehnte hinweg verändert haben. Es zeigt sich, dass die Shows immer auch ein Spiegel kultureller, sozialer und politischer Entwicklungen und zeithistorischer Erfahrungen in den USA waren.

Die Studie, die zugleich eine Einführung in die strukturelle Genese der US-Wrestlingindustrie bietet, richtet sich an Historiker/-innen, an USA-Experten, an Forscher/-innen im Bereich der Geschlechterstudien sowie an Kulturwissenschaftler/-innen, die sich für die performativen Aspekte von Sport interessieren.

Der Band präsentiert eine innovative Perspektive auf die Genese hegemonialer Maskulinitätskonzeptionen in den USA während des 20. Jahrhunderts.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Philipp Kutzelmann
Wissenschaft: Männlichkeitsforschung
Weitere Informationen: Amerika: Kultur - Geschichte - Politik 6
Umfang: 222 S.
Einband: Kartoniert 
Gewicht: 351 g
Erscheinungsdatum: 30.04.2014

~ LESEPROBE ~

Interview mit Philipp Kutzelmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil der Allgemeinplatz 'Wrestling ist ja eh nur Show' nicht erklärt, was mit 'Show' nun genau gemeint ist und warum in den USA - und inzwischen auch Europa - regelmäßig das Zuschauerkontingent eines Champions-League-Finales in eine Halle pilgert um dort mit großem Vergnügen Menschen bei einem Kampf anzufeuern, dessen Ergebnis schon vorab feststeht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Durch die Untersuchung des Professional Wrestling als eigenständiges Showgenre eröffnet das Buch einen frischen Blick auf die performative Inszenierung von Maskulinität und Körperlichkeit in Kultur und Medien der USA. Der zusätzliche Fokus auf die Kontinuität und die Wandelbarkeit der seit den 1950ern Jahren im Wrestlingring dargestellten Charaktere, liefert darüber hinaus neue Denkanstösse für die Debatte über die ramboesquen 'Hardbody'-Figuren, welchen in den Diskursen über die Stellung weisser Maskulinität in der US-Gesellschaft seit dem 20. Jahrhundert ein strategisch zentrale Funktion zukommt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Professional Wrestling ist ein sehr vielseitiger Forschungsgegenstand. Als 'sports styled performance' liefern die Wrestlingshows u.a. interessante Perspektiven auf den Inszenierungscharakter und die Medialisierung moderner Sportveranstaltungen, während eine genauere Betrachtung, der für das Professional Wrestling typischen Darstellungsformen, aufschlussreiche Einblicke in den Charakter und die Wandbarkeit hegemonialer Maskulinitätskonzeptionen im Amerika das 20. Jahrhunderts liefert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Es würde mich schon mal reizen, mit Hulk Hogan über dessen emotionale Bindung an die politische Vision der Reagan Jahre zu reden ...

5. Ihr Buch in einem Satz:
Professional Wrestling ist eine genuin amerikanische Showtradition, die vom performativen Feedback zwischen allen an der Performance Beteiligten entlang der simplen Unterscheidung zwischen einem positiv und einem negativ konnotierten Wrestler und den darin enthaltenen Anspielungen auf dominante Differenz- und Maskulinitätsdiskurse der US-Kultur lebt.

Quelle: http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2708-4/harte-maenner

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