Helen Schüngel-Straumann: Feministische Theologie und Gender. Interdisziplinäre Perspektiven

Artikelnummer: 978-3-643-80191-3

Feministische Theologie und Gender sind nicht identisch, sie können sich jedoch in vielerlei Weise ergänzen. Während Feministische Theologie vor allem die Minderbewertung, die Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen zum Ausgangspunkt hatte, geht es bei Gender um Männer-, Frauen- und Geschlechterforschung. Inzwischen zeigt sich, dass nicht eine Seite allein, sondern der Zusammenhang der Probleme gesehen und aufgearbeitet werden muss.

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Feministische Theologie und Gender sind nicht identisch, sie können sich jedoch in vielerlei Weise ergänzen. Während Feministische Theologie vor allem die Minderbewertung, die Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen zum Ausgangspunkt hatte, geht es bei Gender um Männer-, Frauen- und Geschlechterforschung. Inzwischen zeigt sich, dass nicht eine Seite allein, sondern der Zusammenhang der Probleme gesehen und aufgearbeitet werden muss.

An der Wende zum 21. Jahrhundert haben zahlreiche neue Methoden in den verschiedenen Wissenschaften die Lage verändert. Die Globalisierung machte auch vor der Theologie nicht halt. Es genügt nicht mehr, sich um sein eigenes theologisches Fach zu kümmern, sondern es wird vermehrt fächerübergreifend gearbeitet. Dies war schon in der Feministischen Theologie so, dass sie über den eigenen Zaun schauen musste. Heute kommen noch Fragestellungen hinzu, die auch über die Grenzen der abendländischen Tradition(en) hinausgehen, der sog. Interreligiöse Dialog.

Autor*in / Hrsg.: Helen Schüngel-Straumann
Religion: Christentum
Wissenschaft: Theologie
Details: Befreiende Perspektiven 4
Umfang: 234 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.5 x 21 x 14.9 cm
Gewicht: 349 g
Erscheinungsdatum: 23.04.2015

Rezension von Antje Schrupp auf dem Blog Gott und Co:

Gerade ist ein Sammelband mit Vorträgen und Aufsätzen von Helen Schüngel-Straumann erschienen, einer der wichtigsten feministischen Alttestamentlerinnen. Ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt, ist die Sache mit Adam und Eva (auch mich beschäftigt das Thema schon länger, ich kam damals über die jüdische Theologin Eveline Goodman-Thau drauf).

Bekanntlich hat die christliche männliche Theologie aus der biblischen Urgeschichte um das Paradies sich herbeifantasiert, dass die Frau zweitrangig ist, weil sie aus Adams Rippe erschaffen worden sei. Nicht wirklich Gottes Ebenbild, sondern nur ein Abglanz des Mannes. Und überhaupt ist von ihr die Sünde ausgegangen, weil sie sich von der Schlange hat in Versuchung führen lassen. In dem Bibeltext als solchem steht von all dem nichts, was die feministische Theologie schon lange herausgearbeitet hat (und was inzwischen auch von keinem männlichen Exegeten, also Bibelausleger, mehr ernsthaft bestritten wird).

Der Kniff, der es der frauenfeindlichen Tradition ermöglicht hat, einen so grundlegenden Bibeltext praktisch in sein Gegenteil zu verkehren, war es, das Wort "Adam", das hebräisch ist und einfach "Menschenwesen" (ohne geschlechtliche Bestimmung) bedeutet, als männlichen Eigennamen auszugeben und dann zu behaupten, alles, was von "Adam" gesagt wird, würde nur die Männer betreffen und die Frauen nicht. Aber Adam ist eben kein Mann, sondern der Mann wird erst zusammen mit der Frau erschaffen: Weil Gott sieht, dass es nicht gut ist, dass "der Mensch allein sei", erschafft er ihr_ihm aus dem eigenen Fleisch ein "Gegenüber, das helfen kann" (Luther machte daraus: eine Gehilfin), und so entstehen dann "Frau" und "Mann" (erst an dieser Stelle tauchen diese Worte im Text auf). Die so genannte Erschaffung Evas ist also in Wahrheit nicht die Erschaffung der Frau, sondern die Erschaffung der Geschlechterdifferenz, oder besser gesagt: der menschlichen Pluralität.

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