Helga Gutbrod (Hrsg.): Die Malweiber von Paris. Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch

Artikelnummer: 978-3-7861-2749-9

Voller Tatendrang und Selbstbewusstsein machte sich um 1900 eine Reihe von Malerinnen und Bildhauerinnen auf den Weg nach Paris, die Stadt der Avantgarde, um sich dort künstlerisch zu entfalten und gleichberechtigt neben ihren männlichen Kollegen zu studieren.

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Voller Tatendrang und Selbstbewusstsein machte sich um 1900 eine Reihe von Malerinnen und Bildhauerinnen auf den Weg nach Paris, die Stadt der Avantgarde, um sich dort künstlerisch zu entfalten und gleichberechtigt neben ihren männlichen Kollegen zu studieren. Anziehungspunkte der jungen Malerinnen waren private Malschulen, wie die namenhafte 'Académie Matisse'. In den Ateliers, am Montmartre und in den Salons fanden sie Inspirationsquellen für ihr künstlerisches Schaffen.

Der Katalog zeigt Arbeiten zweier weithin bekannter Pionierinnen der Moderne, Käthe Kollwitz und Paula Modersohn-Becker, und stellt darüber hinaus Gemälde, Zeichnungen und Plastiken von Martha Bernstein, Ida Gerhardi, Annemarie Kruse, Sabine Lepsius, Margarethe Moll, Maria Slavona, Mathilde Vollmoeller-Purrmann und Clara Rilke-Westhoff vor.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Kathrin Umbach Helga Gutbrod
Kunst: Bildende Kunst
Details: Katalog zur Ausstellung Neu-Ulm/Aschaffenburg 2015/2016
Umfang: 136 S., 84 Farbfotos
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.7 x 28.5 x 21.5 cm
Gewicht: 854 g
Erscheinungsdatum: 25.09.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Yvonne de Andrés auf AVIVA-Berlin:

Im erzkonservativen deutschen Kaiserreich wurden Künstlerinnen verächtlich als "Malweiber" abgetan. Ihr Mekka der Kunst und der Ort, an dem ihnen ein selbstbestimmtes künstlerisches Leben möglich war, war Paris.

In die Welt hinaus - in die Selbstbestimmung

"So kurz und eng die Rue de la Grande Chaumière auch ist, so war sie doch damals so etwas wie ein Weltzentrum. Hier lagen die Akademien Colarossi und Grande Chaumière, zu denen täglich zahllose Kunststudierende aus aller Welt pilgerten, und sie mündete auf den Boulevard Montparnasse gerade gegenüber dem Café du Dôme, wo die wichtigsten Kunstfragen von den bedeutendsten Künstlern diskutiert wurden." Das Ziel um 1900 für die zehn vorgestellten Malerinnen Martha Bernstein, Ida Gerhardi, Annemarie Kirchner-Kruse, Käthe Kollwitz, Sabine Lepsius, Paula Modersohn-Becker, Marg Moll, Clara Rilke-Westhoff, Maria Slavona und Mathilde Vollmoeller-Purrmann hieß Paris. Im "Mekka der Kunst" wehte der Duft der Liberalität und der persönlichen und künstlerischen Freiheiten, hier konnten sie an den angesagten Kunstakademien uneingeschränkt studieren.

1914 blieb den Frauen in Deutschland das Studium noch verwehrt. Ihre Kunst hatten sie in privatem Unterricht erlernt. Im Kaiserreich galt es als unanständig, wenn Frauen künstlerischen Ehrgeiz entwickelten, Kreativität war nur im häuslichen Bereich gern gesehen. Zwar gab es an der Stuttgarter Kunstakademie auch "Damenklassen", doch hierfür benötigten sie die schriftliche Erlaubnis der Eltern. Außerdem war für Malerinnen das Studium verkürzter, eingeschränkter, und finanziell überteuerter als das ihrer männlichen Kollegen. Aus dem Unterricht der Aktmodelle waren Malerinnen ausgeschlossen. So erklärt sich, warum das Sujet des Stilllebens so häufig verwendet wurde. Die Ausbildungssituation von Künstlerinnen um 1900 setzte einen starken Willen, viel Energie und Unbeirrbarkeit voraus, um den Lebenstraum und Berufswunsch, "Malerin" zu werden, umzusetzen.

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