Herausgeber_innenkollektiv: Fantifa Feministische Perspektiven antifaschistischer Politiken

Artikelnummer: 978-3-942885-30-0

In den frühen 1990er Jahren gründeten sich, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen, feministische Antifa- oder Frauen-Antifa Gruppen. Aktivistinnen dieser Fantifa-Gruppen und aktueller feministischer Antifa-Gruppen werden im Buch zu Wort kommen...

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In den frühen 1990er Jahren gründeten sich, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen, feministische Antifa- oder Frauen-Antifa Gruppen. Aktivistinnen dieser Fantifa-Gruppen und aktueller feministischer Antifa-Gruppen werden im Buch zu Wort kommen, um einen wichtigen Teil antifaschistischer Geschichte und Gegenwart sichtbar zu machen und gleichzeitig zu feministischen Perspektiven in antifaschistischer Politik anzuregen.

Feministische Antifa oder Frauen-Antifa Gruppen entstanden in den frühen 1990er Jahren, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen. Heute gibt es nur noch wenige solcher Fantifa-Gruppen und auch in der antifaschistischen Geschichtsschreibung spielen sie kaum eine Rolle.

Das Buch Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik will das ändern. Es geht den Spuren nach, lässt Aktivistinnen zu Wort kommen, beleuchtet aktuelle feministische Antifa-Arbeit, erläutert inhaltliche Schwerpunkte, fragt nach, was aus Fantifa-Gruppen wurde, eröffnet einen Blick auf die Möglichkeiten männlicher antisexistischer Handlungsräume und diskutiert die fortgesetzte Notwendigkeit feministischer Perspektiven in antifaschistischer Politik. Interviews mit Aktivistinnen werden ausführlich durch das Herausgeber_innenkollektiv eingeführt und durch Originaldokumente illustriert. Die vergangenen und aktuellen Debatten um Feminismus, Antisexismus und Antifaschismus sollen so zusammengebracht werden. Das Buch richtet sich an Aktivist_innen, Einsteiger_innen und Interessierte.

Autor*in / Hrsg.: Herausgeber_innenkollektiv
politische Themen: Aktivismus & Bewegung
weitere Themen: Sexismus
Weitere Informationen: Reihe Antifaschistische Politik Bd.5
Umfang: 196 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.6 x 20.6 x 14.3 cm
Gewicht: 288 g
Erscheinungsdatum: 05.04.2013

Rezension von Barbara Schecher auf kritisch-lesen:

Frauen* spielen in der antifaschistischen Geschichtsschreibung im deutschsprachigen Raum meist kaum eine Rolle - dies möchte das Herausgeber_innenkollektiv ändern und dokumentiert das Wirken von feministischen Frauen* in explizit antifaschistischen Zusammenhängen.

Sexismus und patriarchale Geschlechterverhältnisse existieren und müssen auch als solche benannt werden - dieser Aussage würden organisierte Antifaschist_innen heutzutage zumindest offen kaum widersprechen. Dass Aussagen im Sinne von "Ich bin Antifa. Was geht mich Sexismus an? Das ist überhaupt nicht mein Bereich" (S. 161) in heutigen antifaschistischen Zusammenhängen kaum mehr denkbar sind, ist allerdings keineswegs selbstverständlich. Dies wird durch dieses Buch greifbar gemacht. In angenehmer, da unakademischer Sprache, bietet es die Möglichkeit, Kämpfe von Frauen* in der Antifa seit 1990 mit gesamtgesellschaftlichen, aber auch inneren Verhältnissen im deutschsprachigen Raum nachzuverfolgen. Dass die Fantifa, feministische Antifa oder auch Frauen*-Antifa genannt, trotz aller Widerstände feministische Kritik immer wieder in linke Zusammenhänge getragen hat, wird an vielen Beispielen deutlich. Ebenso sichtbar wird jedoch auch der Anspruch, nicht beim Selbstlob zu verbleiben, sondern die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren, zum Beispiel in Bezug auf Rassismus.

"Mackertest" & Faschismusanalysen

Das Herausgeber_innenkollektiv stellte sich der Herausforderung, das große Feld antifaschistischen Aktivismus und Theoriedebatten aus feministischer Perspektive zu beleuchten. Dies geschieht zum Beispiel durch das, in offensichtlich viel Arbeit zusammengetragene, historische Material wie Flug- und Infoblätter und Auszüge aus Zeitschriften. Diese durchziehen das Buch immer wieder mit Inhalten zum Beispiel zu politischer Bildungsarbeit, Berichten damals aktueller Ereignisse und Demonstrationen, kritischer Theorie und einem erheiternd-sarkastischen, aber nicht unproblematischen Fragebogen mit dem Titel "Mach' den Mackertest!" (S. 107f.), bei welchem je nach erreichter Punktzahl etwas zwischen "Super Hard-Core-Null-Check-Macker" und "Hör auf zu pfuschen!!!" (S. 110) herauskommt. Klammert der_die Lesende teilweise amüsante Übertreibungen wie beispielsweise den eben erwähnten Mackertest jedoch aus, macht sich schnell Ernüchterung breit: Es ist frustrierend offensichtlich, wie seit Jahrzehnten von Frauen* auf die immer gleichen Probleme nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der eigenen Strukturen hingewiesen wird.

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