Herausgeber_innenkollektiv: Wir wissen, was wir wollen. Frauenrevolution in Nord-und Ostsyrien

Artikelnummer: 978-3-96042-100-9

In Nord- und Ostsyrien wird seit 2011 ein basisdemokratisches Projekt aufgebaut, welches sich ideologisch auf die kurdische Freiheitsbewegung bezieht. Leitidee dieser ist das Konzept des Demokratischen Konföderalismus, welcher auf Geschlechtergleichheit, Basisdemokratie und Ökologie fußt. Der gesellschaftliche Transformationsprozess wird auch als Frauenrevolution bezeichnet. Doch was macht diese aus?

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In Nord- und Ostsyrien wird seit 2011 ein basisdemokratisches Projekt aufgebaut, welches sich ideologisch auf die kurdische Freiheitsbewegung bezieht. Leitidee dieser ist das Konzept des Demokratischen Konföderalismus, welcher auf Geschlechtergleichheit, Basisdemokratie und Ökologie fußt. Der gesellschaftliche Transformationsprozess wird auch als Frauenrevolution bezeichnet. Doch was macht diese aus?

Das Herausgeber_innenkollektiv führte Interviews mit Frauen, die diese Frage aus ihrer Perspektive beantworten und die Umsetzung der Frauenrevolution in die Praxis beschreiben. Zentral in ihren Erzählungen ist der gelebte Widerstand, nicht nur gegen militärische Angriffe auf die Region, sondern auch gegen patriarchale Strukturen in der Gesellschaft. Sie berichten von der Organisation in Räten, dem Aufbau einer alternativen Ökonomie und warum es dafür autonome, feministische Organisierung braucht. Neben einer historischen Einordnung der kurdischen Frauenbewegung und ihren ideologischen Bezugspunkten zeigt das Buch die Bedeutung feministischer Organisierung für eine globale Perspektive auf gesellschaftlichen Wandel.

Autor*in / Hrsg.: Herausgeber_innenkollektiv des Andrea Wolf Instituts
Land im Fokus: Syrien
Thema: kurdische Frauen
Details: Herausgeber*in: Herausgeber_innenkollektiv des Andrea Wolf Instituts
Einbandart: kartoniert
Umfang: 560 S.
Format (T/L/B): 3.9 x 20.5 x 14 cm
Gewicht: 504 g
Erscheinungsdatum: 15.01.2021
Rezension von Kerem Schamberger auf kritisch-lesen.de:

Endlich ist sie da: eine detaillierte Beschreibung der Frauenrevolution Rojavas. Wer sich damit beschäftigen will, wie eine der größten feministischen Bewegungen weltweit Befreiung nicht nur theoretisch konzipiert, sondern praktisch realisiert, muss dieses Buch lesen.

Seine Stärke liegt vor allem in den Stimmen der Akteurinnen vor Ort, die der Motor der Revolution sind. Mehr als 150 Interviews führte eine Delegation der feministischen Kampagne "Gemeinsam kämpfen", die sich über mehrere Monate in Rojava aufhielt. In Zusammenarbeit mit dem Andrea Wolf Institut und zahlreichen freiwilligen ÜbersetzerInnen konnte diese grundlegende Schrift über Theorie und Praxis der kurdischen Frauenbewegung erscheinen. Es ist die Fortsetzung des Buches "Widerstand und gelebte Utopien", das 2012 im Mezopotamien Verlag erschien (der mittlerweile verboten ist). Während der erste Band sich vor fast zehn Jahren noch auf Nordkurdistan und die Türkei konzentrierte, liegt der Fokus von "Wir wissen was wir wollen" auf Rojava. Es ist auch ein Zeichen dafür, wie sich der Schwerpunkt der Revolution in den letzten Jahren vom Norden in den Südwesten Kurdistans verlagerte, weil die Repression des türkischen Staates massiv zugenommen hat.

Zwischen Theorie, Praxis und Erfahrungen

Mit dem Buch wird endgültig klar, dass es sich bei der gesellschaftlichen Umgestaltung der nord- und ostsyrischen Gesellschaft vor allem um eine Revolution der Frau handelt, die neben Fragen der Demokratie und Ökologie im Mittelpunkt steht und gleichzeitig mit ihnen verschränkt ist. Die Lektüre ermöglicht ein tiefes Eintauchen in die Gedankenwelt der kurdischen Freiheitsbewegung. Zeitweise hat man das Gefühl, als Teil der Delegation vor Ort in Rojava zu sein.

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