Hiromi Kawakami: Bis nächstes Jahr im Frühling

Artikelnummer: 978-3-423-14327-1

Nach siebenjähriger Ehe erfährt Noyuri durch einen anonymen Anruf, dass ihr Mann eine Affäre hat. Bislang war sie von ihrer leidenschaftslosen und ereignisarmen Beziehung wenig begeistert...

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Emanzipation auf Japanisch

Nach siebenjähriger Ehe erfährt Noyuri durch einen anonymen Anruf, dass ihr Mann eine Affäre hat. Bislang war sie von ihrer leidenschaftslosen und ereignisarmen Beziehung wenig begeistert. Doch als Takuya ihr nun die Trennung vorschlägt, erkennt sie, wie sehr sie trotz allem an ihm hängt. Mithilfe ihres Onkels, der ihr eine Aushilfstätigkeit in einer Arztpraxis vermittelt, findet Noyuri, deren Leben bisher ausschließlich um ihren Mann kreiste, ganz allmählich aus ihrer seelischen Erstarrung. Schritt für Schritt kann sie sich von ihrem traditionellen Rollenbild lösen, entdeckt ihre Stärken und wagt erstmals in ihrem Leben, sich ihrer eigenen Wünsche bewusst zu werden.

Autor*in / Hrsg.: Hiromi Kawakami
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Land im Fokus: Japan
Weitere Informationen: Dtv TB Bd. 14327
Originaltitel: Kazahana
Übersetzt von: Ursula Gräfe, Kimiko Nakayama-Ziegler
Umfang: 224 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.8 x 19.2 x 12 cm
Gewicht: 215 g
Erscheinungsdatum: 01.05.2014

Rezension von Philippa Schindler auf AVIVA-Berlin:

Emanzipation in Japan: Der Roman der mehrfach ausgezeichneten Autorin erzählt von einer schockierenden Nachricht und dem darauf folgenden Widerstand der Protagonistin Noyuri gegen ihre Frauenrolle.

Es ist keine laute Revolution. Doch unbeugsam sind die Kämpfe, in denen sich Protagonistin Noyuri aus den strengen Konventionen der japanischen Gesellschaft befreit. Ein ganzes Jahr - vom Daikan, der Großen Kälte, bis zum nächsten Kirschblütenfest Hanami - folgt ihr Autorin Hiromi Kawakami und erzählt in dem Roman "Bis nächstes Jahr im Frühling" vom Leben einer jungen Frau, die langsam und ganz zaghaft zu ihren eigenen Bedürfnissen findet.

Schneeflocken und Sommerregen

Sieben Jahre ist Noyuri nun schon mit ihrem Mann verheiratet, da erfährt sie durch einen anonymen Telefonanruf von seiner Affäre. Die Unumstößlichkeit dieser Nachricht reißt sie mehr und mehr aus der sonst so still gewordenen Beziehung mit Takuya. Noyuri beginnt, sich mit existentiellen Fragen zu beschäftigen: Möchte sie wirklich das Leben der zurückhaltenden Hausfrau an der Seite ihres Mannes führen? Oder wird sie endlich den Ausbruch aus der ihr zugewiesenen Frauenrolle wagen und beginnen, auf eigenen Beinen zu stehen?

Hin- und hergerissen zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, der Liebe zu ihrem Mann und dem eigenen Unabhängigkeitsdrang beginnt für Noyuri ein Jahr des Umbruchs und des Wandels. Wie ein sensibler Seismograph zeichnen dabei die Wetterlagen und Jahreszeiten das Innere der Protagonistin auf: Fallen die ersten Schneeflocken, zieht die Kälte zwischen Takuya und Noyuri ein, der sommerliche Heumond bringt zumindest vorübergehend wieder Herzenswärme zu den Liebenden zurück und in die vergehende Natur des Frühherbstes schleichen sich erneute Zweifel ein.

Feminismus auf Japanisch

Eine Liebesgeschichte ist "Bis nächstes Jahr im Frühling" aber nicht - auch wenn das Paar bis zuletzt von der Hoffnung getragen wird, ihre unerfüllten Sehnsüchte doch noch miteinander verwirklichen zu können. Denn der treibende Motor der Erzählung bleibt Noyuris wachsender Mut, aus den Vorgaben des patriarchalen Rollenverständnisses auszubrechen.

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