Huschke Mau: Entmenschlicht. Warum wir Prostitution abschaffen müssen

Artikelnummer: 978-3-8419-0794-3

Mit 17 flüchtet Huschke Mau aus ihrem gewalttätigen Elternhaus und weiß nicht aus noch ein. Mittellos und ohne Unterstützung rutscht sie in die Prostitution und damit einhergehend in eine Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Ihr erster Zuhälter: ein Polizist. Zehn Jahre vergehen, bis sie sich aus diesem Teufelskreis befreien kann.

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Mit 17 flüchtet Huschke Mau aus ihrem gewalttätigen Elternhaus und weiß nicht aus noch ein. Mittellos und ohne Unterstützung rutscht sie in die Prostitution und damit einhergehend in eine Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Ihr erster Zuhälter: ein Polizist. Zehn Jahre vergehen, bis sie sich aus diesem Teufelskreis befreien kann.

Inzwischen hat Huschke Mau einen Studienabschluss, promoviert und fordert den gesellschaftlichen Ausstieg aus der Prostitution. Ihre These: Prostitution beinhaltet immer sexuelle Gewalt. Frauen in der Prostitution haben meist keine Wahl, weil sie sich in Abhängigkeiten oder Notlagen befinden. Freier hingegen schon. Niemand zwingt sie, Frauen zu kaufen. Nicht die Frauen sollten kriminalisiert werden oder beschämt sein, sondern die Männer.

In ihrem Buch erklärt und beschreibt Huschke Mau das System Prostitution: wie Frauen hineingelangen, warum es so schwer ist, wieder auszusteigen, welche Traumata sie dort erleben und was an der Sicht unserer Gesellschaft und Medien auf Prostitution problematisch ist.

"Ich glaube, mit dem Buch habe ich mich mehr ausgezogen als jemals während meiner Zeit als Prostituierte. Ich hätte diese Tür in die Vergangenheit einfach schließen können und nie mehr zurückschauen müssen. Aber ich kann nicht. Ich kann einfach nicht an all den Taxis vorbeigehen, die Bordellwerbung durch meine Stadt fahren. Ich kann die Zeitungsartikel über bei Bordellrazzien gefundene minderjährige Mädchen nicht nicht lesen. Ich kann einfach nicht ignorieren, dass so viele Frauen und Mädchen noch in der Prostitution sind, dass ihnen Gewalt angetan wird, Tag für Tag."

Autor*in / Hrsg.: Huschke Mau
politische Themen: Prostitution*Sexarbeit
Details: Einbandart: Englische Broschur 
Umfang: 432 S.
Format (T/L/B): 3.6 x 21 x 13.5 cm
Gewicht: 520 g
Erscheinungsdatum: 04.03.2022
Interview mit Huschke Mau im ZEIT Magazin:

ZEITmagazin ONLINE: Frau Mau, gibt es etwas Gutes an Prostitution?

Huschke Mau: Nein.

ZEITmagazin ONLINE: Glauben Sie, dass eine Gesellschaft Prostitution braucht?

Mau: Nein, sie ist so unnötig wie ein Kropf. Wozu soll Prostitution gut sein? Ich finde keinen Grund. In einer freien und gleichberechtigten Gesellschaft hat Prostitution überhaupt keinen Platz. Was ist der Mehrwert für die Gesellschaft?

ZEITmagazin ONLINE: Und ist eine Gesellschaft ohne Prostitution denkbar?

Mau: Ist eine Gesellschaft ohne Mord denkbar? Wenn man über Prostitution spricht, kommt immer als Erstes: "Aber Prostitution kann man nicht abschaffen." Und das ärgert mich, weil wir über andere schlimme Dinge, die in unserer Gesellschaft passieren, so nie reden würden. Wenn es um Mord, Betrug oder Kindesmissbrauch geht, sagt auch keiner: "Da können wir nichts machen, das hat es schon immer gegeben." Das passiert komischerweise immer nur bei Prostitution.

ZEITmagazin ONLINE: Das liegt vielleicht daran, dass unsere Gesellschaft Prostitution nicht als das definiert, was sie wirklich ist. Was ist Ihre Definition von Prostitution?

Mau: Meine Definition und die von ganz vielen anderen Aussteigerinnen ist, dass Prostitution unter Zwang geduldeter sexueller Missbrauch ist. Sie ist das Ergebnis von Diskriminierung, Frauenverachtung, Gewalt und Armut. Sie ist Sexualität unter ökonomischen Zwängen. Sexualität, die Marktbedingungen unterliegt.

ZEITmagazin ONLINE: Wie selbstbestimmt können Prostituierte in Anbetracht dieser Marktbedingungen handeln?

Mau: Gar nicht. Mich wundert auch, dass es bei Linken so einen Hype gibt, Prostitution als Sexarbeit zu verklären. Wenn ich dann entgegne, das sei eine Verkapitalisierung des Intimsten, dann kommen so Sprüche wie: "Der einfache Arbeiter geht auch nicht gern in die Fabrik." Die Frage ist doch: Wie weit wollen wir Menschen verkapitalisieren? Das betrifft ja nicht nur Prostitution, sondern auch Gebiete wie zum Beispiel Organspende oder Leihmutterschaft. Wollen wir das alles als Dienstleistung begreifen? Ist es okay, Sexualität Marktbedingungen zu unterwerfen? Oder setzen wir uns mal hin und fragen uns, wo die Grenze ist, ab der es gegen die Menschenwürde verstößt.

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