Ika Hügel-Marshall: Daheim unterwegs. Ein deutsches Leben

Artikelnummer: 978-3-89771-604-9

Die kleine Erika ist ein 'Besatzungskind'. Ihre Mutter kommt aus einer bayrischen Kleinstadt, ihr Vater, ein afro-amerikanischer Soldat, wird noch vor ihrer Geburt wieder in die Staaten beordert...

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Die kleine Erika ist ein 'Besatzungskind'. Ihre Mutter kommt aus einer bayrischen Kleinstadt, ihr Vater, ein afro-amerikanischer Soldat, wird noch vor ihrer Geburt wieder in die Staaten beordert. Mit sieben Jahren wird Erika vom Jugendamt in ein Kinderheim verfrachtet, wo sie den tyrannischen und rassistischen Methoden von Schwester Hildegard ausgesetzt ist -- und selbst eine Teufelsaustreibung überlebt. Die erwachsene Ika ist Ende Dreißig, als sie das erste Mal anderen Afro-Deutschen begegnet. Jahre später macht sie sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater und tritt ihre erste Reise in die Vereinigten Staaten an.

Autor*in / Hrsg.: Ika Hügel-Marshall
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Insurrection Notes 4
Umfang: 147 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.2 x 20.7 x 14.3
Gewicht: 176 g
Erscheinungsdatum: 15.03.2012

»Wer sich auf Daheim unterwegs eingelassen hat, wünscht sich eine Begegnung mit der Autorin.«
Freitag

»Ein Zeitzeugnis, das Aufschluss gibt über die bisher wenig beachtete Gruppe von farbigen 'Besatzungskindern' in Deutschland.«
Die Mitarbeiterin
Rezension bei beziehungsweise-weiterdenken:

Schon bevor ich mich zum Gespräch mit ihr treffe, weiß ich ganz viel über sie, denn sie hat ihre Geschichte öffentlich gemacht, hat ein Buch geschrieben, das 2012 im Unrast-Verlag erschien. Selten hat mich ein Buch so bewegt, wie das von Ika Hügel-Marshall. Erst dadurch ist mir bewusst geworden, wie wenig ich über Rassismus weiß und darüber, wie sich Nicht-Weiße in Deutschland fühlen und - bewusst aggressiv oder unbewusst - als Fremde und 'nicht dazugehörig' herausgestellt werden. Doch Ika ist nicht verbittert. Mir begegnet eine ganz einfühlsame und warmherzige Frau.

Ika Hügel-Marshall ist das, was im Nachkriegsdeutschland ein ?Besatzungskind? genannt wurde. Ihr Vater war ein afroamerikanischer Soldat, ihre Mutter wurde in der fränkischen Provinz als N-Hure beschimpft. Sie selbst wurde ihrer Mutter weggenommen und vom Jugendamt wegen ihrer Hautfarbe ins Heim geschickt. Das ist übrigens bis heute ein nicht aufgearbeitetes Tabu-Thema. Andere Kinder mit einem ähnlichen Hintergrund wurden mit Unterstützung kirchlicher Einrichtungen ebenfalls ihren Müttern weggenommen und zur Zwangsadoption vermittelt. Bis Ika Hügel-Marshall über ihre Erfahrungen erzählen und schreiben konnte, war es ein langer und harter Weg. Das Buch enthält aber auch schöne Überraschungen und ich kann es nur jeder Frau ans Herz legen, es zu lesen.

Zunächst, noch in der Heim-Zeit, haben die Diakonie-Schwestern das mit ihr gemacht, was man heute ?mobbing? nennt, sie übel schikaniert und verhindert, dass sie eine höhere Schule besuchen konnte. Von ihrer Intelligenz her wäre das genau das Richtige für sie gewesen. Ihr Weg führte sie über eine Erzieherinnen-Ausbildung nach Frankfurt, wo sie dann selber 12 Jahre in einem Kinderheim arbeitete. Dort trug sie dazu bei, neue Methoden einzuführen, holte die versäumte Bildung nach und studierte schließlich berufsbegleitend Sozialpädagogik.

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