Inès Neubauer: Prostitution in Bamako, Mali. Akteurinnen zwischen Geld und Moral

Artikelnummer: 978-3-95558-042-1

Ein differenzierter Blick jenseits gängiger Klischees auf die Prostitution in Malis Hauptstadt Bamako. Inès Neubauer kommt zu einem Schluss, der weit verbreiteten Auffassungen widerspricht: Sie beschreibt eine, wenn auch keineswegs konfliktlose, Einbindung der Prostitution...

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Ein differenzierter Blick jenseits gängiger Klischees auf die Prostitution in Malis Hauptstadt Bamako. Inès Neubauer kommt zu einem Schluss, der weit verbreiteten Auffassungen widerspricht: Sie beschreibt eine, wenn auch keineswegs konfliktlose, Einbindung der Prostitution in eine afrikanische Stadtgesellschaft und weniger deren Ausgrenzung und Unterdrückung.

Menschenhandel, Sklaverei, Armut, Unterdrückung und sexuelle Ausbeutung der Frau in patriarchalen Gesellschaften. Das sind die mit Prostitution in Afrika üblicherweise verbundenen Assoziationen. So unbestritten das alles, oft in erschreckenden Dimensionen, existiert, bleibt doch die Frage, ob das unhinterfragt zu verallgemeinern ist. Inès Neubauer war vor Ort in Bamako und ist dem nachgegangen. Sie hat mit Prostituierten gesprochen, ihren Kunden, mit Polizisten und Vertretern von NGOs und auch mit unbeteiligten Bürgern.

Herausgekommen ist ein facettenreiches Bild: Prostitution ist in Bamako kein gesellschaftlich scharf um- und abgegrenzter Beruf, sondern in das soziale Netz der Stadt verwoben, in dem Prostituierte eher informell aktiv sind und kaum von Zuhältern drangsaliert oder rechtlichen Zwängen unterworfen werden.

Autor*in / Hrsg.: Inès Neubauer
politische Themen: Prostitution*Sexarbeit
Weitere Informationen: Wissen & Praxis 172 
Umfang: 132 S.
Einband: Kartoniert
Format: 20,7 x 14,5 cm
Gewicht. 178 g
Erscheinungsdatum: 05.02.2014

Vorstellung des Buches in der jungen Welt, Beilage Literatur, vom 11.12.2013:

Mit Prostitution in Afrika werden meist die furchtbarsten Szenarien assoziiert. Diese reichen von Menschenhandel, über den kulturell und religiös bedingten Ausschluß von Frauen aus dem wirtschaftlichen Leben, bis hin zum nackten Überlebenskampf. Ich habe diese gängigen Vorstellungen über Prostitution in Afrika im Falle Bamako nicht bestätigt gefunden.

Bamako ist die Hauptstadt Malis und damit ein Knotenpunkt für Handel und Migration. Prostitution gehört zum Stadtbild wie die Fischerei der Bozo oder die Arbeit in Sternehotels. »Prostituierte« bedeutet in Bamakos Verkehrssprache, dem Bamanankan, sunguruba. Unter diesem Begriff wird alles subsumiert, was den Tausch Sex gegen Geld beinhaltet. Dies kann von einer einmaligen Handlung bis hin zur vollständigen Professionalisierung alles meinen. Prostitution ist so vielschichtig, daß nur ein differenzierter Blick auf das Gewerbe Aufschluß darüber geben kann, was Prostitution in Bamako tatsächlich bedeutet. Ich habe deshalb während eines Forschungsauftenthalts vor Ort mehr als 70 Personen befragt und begleitet. Dadurch gewann ich Einblicke in die Perspektiven und Verhaltensweisen von Prostituierten, Polizisten, NGO-Mitarbeitern, Dienstleistern, Freiern und unbeteiligten Stadtbewohnern.

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