Ingeborg Boxhammer: "Herrin ihrer selbst" Zahnkunst, Wahlrecht und Vegetarismus. Margarete Herz und ihr Freundinnen-Netzwerk

Artikelnummer: 978-3-95565-339-2

Die Biographie von Margarete Herz (1872-1947) setzt neue Akzente zum Engagement in der Frauenstimmrechtsbewegung, der Lebensreformbewegung - und der Zahnheilkunde: Die Dentistin stand im Zentrum eines kleinen Netzwerkes selbstständig arbeitender Frauen. Sie und ihr "lesbian-like" Freundinnenkreis kämpften für radikaldemokratische Bürgerinnenrechte.

~ LESEPROBE ~

24,90 €

inkl. 5% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



Welche Möglichkeiten hatten ledige jüdische Frauen im Deutschen Kaiserreich, ihre eigenen Wege zu gehen und sich selbst zu verwirklichen?
Die Biographie von Margarete Herz (1872-1947) setzt neue Akzente zum Engagement in der Frauenstimmrechtsbewegung, der Lebensreformbewegung - und der Zahnheilkunde: Die Dentistin stand im Zentrum eines kleinen Netzwerkes selbstständig arbeitender Frauen. Sie und ihr "lesbian-like" Freundinnenkreis kämpften für radikaldemokratische Bürgerinnenrechte. Später baute sich Margarete Herz mit einer vegetarischen Gaststätte und einem Reformhaus eine wirtschaftlich unabhängige Existenz auf. Diese wurde jedoch durch erstarkenden Antisemitismus und die nationalsozialistische Diktatur zerstört. 1938 gelang ihr die Flucht in die USA. Mit Hilfe der überlieferten Privatkorrespondenz einer Schwägerin, der Antifaschistin und Pazifistin Alice Herz (1882-1965), entstand ein lebendiges Porträt.

Leseprobe

Herrin ihrer selbst

PDF
Leseprobe

Autor*in / Hrsg.: Ingeborg Boxhammer
Biografien von/über: Aktivistinnen Ärztinnen/Krankenschwestern Lesben
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
weitere Themen: jüdische Frauen
Details: Einbandart: Paperback
Umfang: 354 S., 60 Illustr.
Format (T/L/B): 2 x 23.5 x 16.2 cm
Gewicht: 693 g
Erscheinungsdatum: 15.09.2019
Rezension von Doris Hermanns auf AVIVA-Berlin:

In ihrem 2019 im Hentrich & Hentrich Verlag erschienenen Buch beschreibt die Journalistin und Autorin ("Marta Halusa und Margot Liu. Die lebenslange Liebe zweier Tänzerinnen" und "Das Begehren im Blick - Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte") ein Freundinnen-Netzwerk zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, wobei sie ausführlich auf das Leben lediger Frauen und die Reformbewegungen, in denen sie aktiv waren, eingeht. Daneben zeichnet sie die Möglichkeiten nach, die Frauen im Deutschen Kaiserreich hatten, ihre eigenen Wege zu gehen und wirtschaftlich unabhängig zu sein.

Ingeborg Boxhammer entdeckte die beiden Frauennamen Margarete Herz (1872-1947) und Helene Wolff (1871-1917) unter einem Aufruf von 1912, der Bonner Frauen dazu aufforderte, gegen ihren Ausschluss vom Wahlrecht zu protestieren. Dies weckte die Neugierde der Autorin, wohnten diese beiden Frauen doch unter derselben Adresse in Bonn, wo sie zu dieser Zeit eine gemeinsame Zahnpraxis führten. So begab sie sich auf eine weitreichende Spurensuche, bei der sie auch noch auf weitere unangepasste Frauen aus dieser jüdischen Familie stieß. Als typisch für jüdische Familienstrukturen nennt Boxhammer hier Verwandtenehen, die den familiären Zusammenhalt und den eigenen Status stärken sollten.

Detailliert erzählt Boxhammer nicht nur die Geschichte der beiden Cousinen Margarete Herz und Helene Wolff, sondern von einem ganzen Netzwerk von Frauen, das sich von Berlin aus über das Ruhrgebiet bis an den Rhein und im Falle von Margarete, Alice und deren Tochter Helga bis ins erzwungene Exil in den USA, nach England, Südamerika oder Palästina zog.
Es waren beeindruckende Frauen um 1900, "nämlich beharrliche und willensstarke moderne ledige Frauen, die sich von der klassischen Frauenrolle in Ehe und Familie, aber auch von den Traditionen der jüdischen Religion abwandten und andere Sinngebungen ins Auge fassten."

» weiterlesen auf aviva-berlin.de

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: