Ingeborg Gleichauf: Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Eine Liebe zwischen Intimität und Öffentlichkeit

Artikelnummer: 978-3-492-05478-2

Sie haben sich geliebt, sie haben einander tief verletzt - und doch nie aufgehört, sich nach dem anderen zu sehnen. Einfühlsam und mit feinem Gespür nähert sich Ingeborg Gleichauf der Liebesbeziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch.

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Sie haben sich geliebt, sie haben einander tief verletzt - und doch nie aufgehört, sich nach dem anderen zu sehnen. Einfühlsam und mit feinem Gespür nähert sich Ingeborg Gleichauf der Liebesbeziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch.

Für vier Jahre, zwischen 1958 und 1962, waren sie ein Paar: Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Ein Paar allerdings, von dem es keine gemeinsamen Fotos gibt und über das nur wenige Details nach außen drangen. Doch die beiden haben Spuren hinterlassen: in Paris, wo ihre leidenschaftliche Liaison beginnt, in Zürich, wo sie eine gemeinsame Wohnung beziehen, und in Rom, wohin Frisch seiner Geliebten folgt und bald von Eifersucht geplagt wird. Selbstkritisch gesteht er: 'Das Ende haben wir nicht gut bestanden, beide nicht.' Noch über den schmerzvollen Bruch hinaus beziehen sie sich in ihren Werken aufeinander, geben sie in ihren Texten innerste Gefühle und Verwundungen preis. Ingeborg Gleichauf erzählt die Geschichte einer so großen wie unmöglichen Liebe.


Autor*in / Hrsg.: Ingeborg Gleichauf
Biografien von/über: Schriftstellerinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Umfang: 224 S., 9 s/w Illustr.
Einband: Gebunden
Format: 21,0 x 12,8 cm
Gewicht: 392 g
Erscheinungsdatum: 01.10.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Die vierjährige Beziehung zwischen Bachmann und Frisch bleibt rätselhaft. Sind Beziehungen tatsächlich ein Mordschauplatz ganz eigener Art? Als sie sich 1958 in Paris persönlich kennen lernten, waren beide bereits bekannte SchriftstellerInnen.

Bachmann hatte 1953 den Preis der Gruppe 47 erhalten, 1956 erschien ihr zweiter Lyrikband Anrufung des Großen Bären, die Dichterin [bekam] eine öffentliche Präsenz wie ein Popstar.
Max Frisch hatte einige Stücke zur Aufführung gebracht, 1954 erschien sein bedeutender Roman Stiller, 1957 Homo faber. Drei Jahre vor der Begegnung hatte er seinen Architektenberuf aufgegeben, Biedermann und die Brandstifter sollte als nächstes auf die Bühne kommen.

1958 hörte Max Frisch im Radio das Hörspiel Der Gute Gott von Manhattan. Er kannte Bachmann bereits durch ihre Gedichte ? dieses Hörspiel aber wirkte noch stärker auf ihn, er musste ihr unbedingt persönlich begegnen.

Der Beginn des Traumpaar[es] der deutschsprachigen Literatur wie es der Klappentext des hier zu besprechenden Buches verspricht? Ingeborg Gleichauf, Biografin so namhafter Menschen wie Simone de Beauvoir, Max Frisch und Hannah Arendt, schildert uns eine Liebe zwischen Intimität und Öffentlichkeit. Sie möchte uns diese große wie unmögliche Liebe (ebenfalls der Klappentext) nahe bringen. Ein mehr als 200 Seiten starkes Buch ist daraus geworden, obwohl, wie die Autorin in ihrer editorischen Notiz am Ende (sic!) des Buches schreibt die Quellenlage, was die Liebesbeziehung von Ingeborg Bachmann und Max Frisch betrifft, [noch immer] dürftig [ist]. Bachmanns Briefe sind noch bis zum Jahre 2025 gesperrt, der Briefwechsel zwischen Frisch und Bachmann liegt in Zürcher und Wiener Archiven und wird in naher Zukunft nicht ediert werden. So stützt sich Gleichauf auf andere Briefwechsel, auf andere Biografien, vor allem aber auf literarische Texte Frischs und Bachmanns.

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Rezension von Susanne Krones auf buecherfrauen.de:

Vier Jahre waren Ingeborg Bachmann und Max Frisch ein Paar. Öffentlich hat ihre gemeinsame Zeit kaum Spuren hinterlassen, nicht einmal ein gemeinsames Foto der beiden scheint zu existieren. In ihren Werken bezogen sich die beiden Schriftsteller eng aufeinander. Ingeborg Gleichauf hat dieser Liebe zwischen Intimität und Öffentlichkeit ein Buch gewidmet, in dem sie Bachmann und Frisch in den Jahren 1958 bis 1962 porträtiert und ihnen an die Orte folgt, an denen sie gemeinsam gelebt haben: nach Paris, wo ihre Liebe begann, nach Zürich, wo sie eine gemeinsame Wohnung bezogen, und nach Rom, wohin Frisch seiner Geliebten folgte.

Ingeborg Gleichauf, geboren 1953 in Freiburg, studierte Philosophie und Germanistik und promovierte über Ingeborg Bachmann. Mit ihren Biografien über Simone de Beauvoir ("Sein wie keine andere"), Hannah Arendt ("Hannah Arendt") und Max Frisch ("Jetzt nicht die Wut verlieren") hat sie schon mehrfach gezeigt, dass es ihr gelingt, ihre Protagonisten mit tiefer Sympathie und Respekt zu behandeln und zugleich die Distanz zu wahren. Durch ihre empathische Haltung (wie sie Biographien brauchen, wenn sie ein breites Publikum erreichen wollen), liest sich auch die Geschichte von Bachmann und Frisch romanhaft lebendig, detailgenau und differenziert zugleich.

Nicht das Portrait einer Person nimmt sich Gleichauf mit diesem Buch vor, sondern das Portrait einer Beziehung. Die Aufgabe ist nicht leicht, denn die Quellen von Bachmanns und Frischs gemeinsamer Zeit sind spärlich, doch umso faszinierender: Zwei extreme Temperamente der deutschsprachigen Literatur, in die Geschlechterbilder ihrer Zeit gepresst, gilt es zu fassen. Frisch zerreißt es am Ende der kurzen, intensiven Liebe fast vor Eifersucht: "Das Ende haben wir nicht gut bestanden, beide nicht." Ein Sturzflug sei seine Zeit mit Ingeborg Bachmann gewesen, aber nicht der eines Flugzeugs, eher der eines modernen Ikarus. Kein einziges Foto zeigt Bachmann und Frisch vor dem gemeinsamen Sturzflug. Mit diesem Buch von Ingeborg Gleichauf hat man ein Bild dieser Liebe im Kopf.

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