Inger-Maria Mahlke: Wie Ihr wollt

Artikelnummer: 978-3-8270-1213-5

Meisterhaft zeichnet Inger-Maria Mahlke am Beispiel des historischen Versuchs einer Selbstbehauptung einmal mehr ein beeindruckendes Porträt der Gegenwart.

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"Wie Ihr wollt" - in dieser bitterbösen wie hochkomischen Geschichte geht es um Gunst und Anerkennung und darum, wie sehr wir davon abhängig sind. Eine Frau will sich Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen, begehrt auf gegen die Flüchtigkeit von Macht in den sozialen Netzwerken ihrer Zeit: September 1571: Elisabeth I. herrscht in England, und Mary Grey ist wütend. Sie ist sechsundzwanzig, kleinwüchsig, hat einen Thronanspruch und keine Geduld mehr. Seit einigen Jahren steht sie unter Hausarrest, da sie ohne die Erlaubnis ihrer königlichen Cousine geheiratet hat. Ihr Ehemann stirbt und auch sonst sind sie alle tot: ihre Schwestern Jane und Katherine und ihre Eltern, einige von ihnen hingerichtet.
Mary Grey will die Kontrolle über ihr Leben zurück, einen eigenen Haushalt und das Sorgerecht für ihre Stiefkinder. Doch nichts passiert, und anstatt das still hinzunehmen und sich anzupassen, begehrt sie auf gegen das System Königshof, seine Zufälligkeiten, seine Willkür und Unfreiheit, seine mühsamen Rituale und ökonomischen Zwänge. Sie beginnt, sich Notizen zu machen, die Vergangenheit aufzureihen, sie so zu erzählen, dass es recht ist. Nur um zu dem Schluss zu kommen, dass ihr und ihrer Familie Handeln ebenso amoralisch war, wie das aller anderen. Dass sie die Rituale mochte. Dass Gunst wie eine warme Perle ist, die im Magen aufbricht und in alle Glieder strömt. Und dann ist da auch noch Ellen ...

Meisterhaft zeichnet Inger-Maria Mahlke am Beispiel des historischen Versuchs einer Selbstbehauptung einmal mehr ein beeindruckendes Porträt der Gegenwart.


Autor*in / Hrsg.: Inger-Maria Mahlke
Belletristik: historischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 272 S., 1 s/w Illustr., 1 Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.6 x 21 x 13.3 cm
Gewicht: 407 g
Erscheinungsdatum: 09.03.2015

~ LESEPROBE ~

'Ein Roman über Macht und Ohnmacht, Unterdrückung und Selbstbehauptung. Mitleidlos und genau, zuweilen mit trockenem Humor. Und einer Hauptfigur, die man im Gedächtnis behält.', WDR 5 'Bücher', Christian Möller, 14.03.2015

'Anspruchsvolle, literarisch ernst zu nehmende historische Romane werden heutzutage selten geschrieben. Mit Inger-Maria Mahlkes ,Wie ihr wollt' liegt nun ein solches Exemplar vor.', Deutschlandfunk 'Lesezeit', 18.03.2015

''Wie ihr wollt' - der Satz klingt nach Trotz und ein bisschen nach Shakespeare, denn der Roman 'Wie ihr wollt' von Inger-Maria Mahlke spielt im England William Shakespears.', rbb Kulturradio, Silke Merten, 08.04.2015

Rezension von Teresa Lunz auf AVIVA-Berlin:

Auge um Auge, Zahn um Zahn - nach diesem Prinzip funktioniert der elisabethanische Hof. Mary Grey, Urenkelin Heinrichs VII., hat ihr ganzes Leben als Bestandteil dieses komplizierten Machtgefüges zugebracht und droht, in ihm unterzugehen. Ihre einzige Waffe: Beißende Ironie, mit der sie eine eigene Chronik beginnt...

Lady Mary Grey sieht sich vollkommen isoliert: Eine Schwester, Thronanwärterin Jane Grey, ist ebenso wie Vater Henry wegen Hochverrats enthauptet worden, eine weitere Schwester, Katherine, hat sich in der Haft zu Tode gehungert. Sie selbst hält die "nicht ganz so liebe Cousine" Elizabeth in Bishopsgate unter Hausarrest. Wie sich zur Wehr setzen, wenn man von der Welt vergessen ist, nicht mal Vertraute besitzt? In diesem Herbst 1571 beginnt Mary, ihre eigene Chronik zu schreiben, darüber, wie sie - jüngster Spross ihrer ehrgeizigen Familie, noch dazu zwergwüchsig - die häufigen Thronwechsel und ständigen familiären Intrigen seit dem Tod ihres "gewichtigen Onkels" Heinrich VIII. erlebte.

In ihren Aufzeichnungen kommentiert sie boshaft-ironisch. Ihrem Umfeld in Bishopsgate gegenüber treibt sie ihr Verhalten bis zur kindischen Widerspenstigkeit, in der sie ihre einzige Chance sieht, nicht zur reinen Mitläuferin im höfischen Getriebe zu werden. Wenn sie schon keine Bedeutung, kein Vermögen erlangen kann, will sie wenigstens so lange wie möglich unbequem sein!

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