Jan Schomburg: Das Licht und die Geräusche

Artikelnummer: 978-3-423-28108-9

Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben.
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Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Johanna versteht das nicht, und das nervt sie. Und sie will auch verstehen, warum Marcel sich auf der Klassenfahrt nach Barcelona einen Mitschüler wie einen Knecht hält, warum Boris die ganze Zeit kichern muss, während ihn vier Typen auf der Tanzfläche eines Clubs zusammenschlagen wollen, und warum er nach dieser Nacht am See plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris' Eltern sucht Johanna in Island nach Boris und findet heraus, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Und dass Ana-Claras Augen doch nicht so ausdruckslos sind, wie sie immer gedacht hat.

Man folgt Johanna und ihrer unverstellt ehrlichen Sicht auf sich und ihre Umwelt voller Empathie und Zuneigung. Pointiert, mit zartem Witz und dem sicheren Gespür für die Leichtigkeit in schweren Themen erzählt Jan Schomburg von drei jungen Menschen und ihren Versuchen zu erkennen, wie das eigentlich überhaupt gehen soll: leben.


Autor*in / Hrsg.: Jan Schomburg
Jugendbuch zu: Erwachsenwerden Verliebt sein & Beziehungen
Details: Umfang: 256 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 21.6 x 14.2 cm
Gewicht: 468 g 
Lesealter: 16+
Erscheinungsdatum: 10.03.2017

~ LESEPROBE ~

Rezension auf lesebar.uni-koeln.de:

Johanna versteht in letzter Zeit weder sich selbst und ihre Handlungen noch die ihrer Mitschüler*innen und Freund*innen. Gelegentlich entscheidet sie sich für Dinge, die ihr hinterher als recht dämlich erscheinen, wie zum Beispiel, dass sie dem "Garagenmann" in seine Wohnung gefolgt sind, nachdem dieser sie, Boris und dessen portugiesische Freundin Ana-Clara beim Trampen aufgesammelt hatte. Johanna wundert sich über Gedanken und Äußerungen, die ihr im Kopf geblieben sind, und fragt sich immer wieder, wieso Boris und sie sich noch nicht geküsst haben, wo sie doch damals, in Norwegen im Zelt, die Gesichter nur zwei maximal drei cm voneinander entfernt gehabt haben. Johanna versteht außerdem nicht, wieso Timo in Barcelona auf Klassenreise von Marcel wie ein Sklave behandelt worden ist. Sie wusste, dass Timo ein Außenseiter ist, versteht aber auch da nicht, weshalb das so hat sein müssen. Ana-Clara ist Johanna ebenfalls ein Rätsel, und Johanna entscheidet für sich, dass Boris Ana-Clara nur weiter lieben kann, wenn auch Johanna etwas Liebenswürdiges an ihr findet. Als Boris dann auch noch lachend in eine Schlägerei läuft, versteht Johanna gar nichts mehr.

Jan Schomburg, geboren 1976 in Aachen und bisher bekannt als Filmregisseur und Drehbuchautor, hat sich mit seinem Debütroman "Das Licht und die Geräusche" in neue Gewässer gewagt. Sein Roman entführt die Leser*innen in Johannas verwirrende Welt: Ihre Gedanken sind genauso springend wie wohl bei fast jeder Jugendlichen, die gerade die Welt neu kennenlernen muss, weil 'Kind sein' nicht mehr reicht. Durch die dem Bewusstseinstrom nahe, assoziative Präsentation von Johannas Gedanken sowie die aufgebrochene Zeitstruktur der Erzählung nimmt man als Leser*in die innere Unruhe der Protagonistin selbst wahr und ist so immer ganz nah dran an Johanna. Es gelingt dem Autor, seinen Roman durch die Wahl der Ich-Perspektive sehr authentisch wirken zu lassen, und auch wenn es anfangs schwierig ist, den Gedankengängen stetig zu folgen, so wird man doch im Laufe des Buches gepackt und möchte es am liebsten in einem Zug durchlesen.

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