Jana Kreisl: Ton und Scherben

Artikelnummer: 978-3-943417-73-9

Die Comicgeschichte "Ton und Scherben" handelt von einer Frau, die einen Keramiker heiratet, einen Sohn bekommt und ihren Mann verlässt, da er sich in einen Alkoholiker verwandelt.

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Auf der Suche nach Lebensgeschichten ist die junge Comic-Autorin erst in Altersheimen umhergetingelt und hat dann von dem Projekt OLGA (Oldies leben gemeinsam aktiv) erfahren. Das sind 11 Frauen, die keine Lust auf ein Altersheim hatten, aber auch nicht mehr ganz allein leben wollten und gemeinsam mit der WGS das Hausprojekt gründeten.

Jede hat ihre eigene Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung und es gibt zusätzlich eine Gemeinschaftswohnung für gemeinsames Musizieren, Plenas, Spieleabende oder um Verwandte unterzubringen. Jana Kreisl hat das Haus besucht und Interviews mit vier der Frauen geführt.
Die Comicgeschichte "Ton und Scherben" beruht auf einem der Interviews. Sie handelt von einer Frau, die einen Keramiker heiratet, einen Sohn bekommt und ihren Mann verlässt, da er sich in einen Alkoholiker verwandelt.

Jana Kreisl hat diese Geschichte ohne große Dramatik, vielmehr mit empathischem Mitgefühl aufgezeichnet, was den tragischen Erlebnissen der Protagonistin ganz nahe kommt.


Illustrator*in: Jana Kreisl
Weitere Informationen: Umfang: 28 S., 24 Illustr.
Einband: Geheftet
Format (T/L/B): 0.2 x 24 x 17 cm
Gewicht: 89 g
Erscheinungsdatum: 23.09.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Clarissa Lempp auf Aviva-Berlin:

Auf der Suche nach einer Geschichte verschlug es Autorin Jana Kreisl in eine "Alten-WG" für Frauen. Heraus kam ein einfühlsamer Comic über eine Beziehung, die von Alkohol und Gewalt vertilgt wird.

Im Nürnberger Wohnprojekt OLGA (Oldies leben gemeinsam aktiv) haben elf Frauen ein altersgerechtes Zusammenleben gefunden, jenseits von Heimstrukturen und Betreuungsschlüsseln. Die Illustratorin und Comic-Autorin Jana Kreisl hat die WG besucht und vier der OLGA-Bewohnerinnen interviewt. Eine der Lebensgeschichten hat sie nun in ihrem Comic "Ton und Scherben" verarbeitet.

Am Anfang erzählt das Comicbändchen "Ton und Scherben" eine Liebesgeschichte. Irma verliebt sich in den späten 1960er Jahren in Hans. Er ist Keramiker, umsorgt seine Pflanzen gut und ist ebenso gesellig wie sie. Als sich die Beziehung festigt und das erste Kind erwartet wird, muss Irma sich eingestehen, dass Hans ein Alkoholproblem hat. Der befindet sich aber bereits in einer gefährlichen Abwärtsspirale.

Das alles erzählt Jana Kreisl ohne falsches Pathos, sondern mit einfachen und doch einfühlsam gestalteten Szenen. Zum Beispiel, wenn unter einem Bild von Hans Händen nur die Worte stehen: "Den Kindern hat er nie etwas getan." Mit der Aussparung des eigenen Schicksals bleibt die Gewissheit über die von Irma erfahrene Gewalt. Gerade diese empathische Zurückhaltung macht "Ton und Scherben" so eindringlich.

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