Jennifer Egan: Black Box

Artikelnummer: 978-3-89561-251-0

Für ihre neue Geschichte 'Black Box' gibt es noch keine Bezeichnung, denn auch hier betritt sie Neuland: Die Story wurde getwittert und erschien erst, nachdem die Kurznachrichten gesendet waren, gebündelt im New Yorker. In der festgelegten Zeichenzahl von 140 Zeichen pro Tweet...

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Für ihren erfolgreichen Roman 'Der größere Teil der Welt' erhielt Jennifer Egan den Pulitzer-Preis und zahlreiche andere Auszeichnungen - nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihrem Werk immer wieder mit Erzählweisen experimentiert und verblüffend präzise unser heutiges Lebensgefühl trifft oder sogar Blicke in die Zukunft wagt.

Für ihre neue Geschichte 'Black Box' gibt es noch keine Bezeichnung, denn auch hier betritt sie Neuland: Die Story wurde getwittert und erschien erst, nachdem die Kurznachrichten gesendet waren, gebündelt im New Yorker. In der festgelegten Zeichenzahl von 140 Zeichen pro Tweet entfaltet Jennifer Egans Text eine ungeheure Explosionskraft. Eine namenlose, auf sich gestellte Frau ist auf einen hochrangigen Verbrecher angesetzt: Ihre Aufzeichnungen entfesseln eine atemberaubende, von Agententhrillern inspirierte Verfolgungsjagd, offenbaren dabei aber auch schonungslos den Umgang mit weiblicher Schönheit und technisch aufgerüsteten Körpern - eben als Black Box.


Autor*in / Hrsg.: Jennifer Egan
Weitere Informationen: Übersetzt von: Brigitte Walitzek
Umfang: 90 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.3 x 19.5 x 11.5
Gewicht: 146 g
Erscheinungsdatum: 14.08.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Lea Albring auf AVIVA-Berlin:

Die Entstehung eines literarischen Textes könnte kaum absurder sein: Die 47 kurzen Kapitel des Buches setzen sich aus Tweets zusammen, die die Autorin zu einem dystopischen Agentinnenthriller mit rasantem Erzähltempo und medienkritischer Absicht verbindet - ein furioses Experiment auf die Strapazierfähigkeit von Literatur und Erzähltechnik.

Das Diktat der 140 Zeichen

Unbestritten ist Jennifer Egan eine virtuose Erzählerin, spielend leicht wechselt sie die Perspektive, verwebt einzelne Handlungsstränge geschickt miteinander und durchbricht eine lineare Geschichte immer wieder mit Vor- und Rückblenden - kaum etwas davon findet sich in ihrem neuen Buch "Black Box". Und dennoch ist es ein Meisterstück der Erzählkunst, das aufzeigt, was Literatur leisten kann.
Als die Autorin beschloss, eine Geschichte zu schreiben, die sie via Twitter häppchenweise in die Weiten des WWW hinausschickte, startete sie ein sprachliches Experiment. Als alle Tweets gesendet sind und die Geschichte komplett ist, wird sie im Juni 2012 erst gebündelt im "New Yorker" und anschließend in Buchform veröffentlicht.
Es ist legitim zu fragen, warum sich die Pulitzer-Preisträgerin dem Diktat der 140 Zeichen aussetzt? Ausgerechnet sie, deren erfolgreichster Roman "Der größere Teil der Welt" der beste Beweis dafür ist, dass sie ihren Geschichten und Charakteren viel Raum und Zeit für Entwicklungen lässt. Wider Erwarten gehen Social Media und Kunst bei Egan allerdings nicht Hand in Hand, ihr aktuelles Werk ist vielmehr ein Kräftemessen zwischen Literatur und moderner Kommunikationstechnik. Es ist, als wolle sie sagen: Seht her, (meine) Kunst kennt keine Grenzen.

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