Joanna Bator: Dunkel, fast Nacht

Artikelnummer: 978-3-518-42497-1

Eine Stadt ist in Aufruhr. Drei Kinder sind verschwunden. Die erfolglosen Ermittlungen schüren die Wut der Bürger, befeuern die Gerüchte. Verdächtigungen und Schuldzuweisungen greifen um sich. Gehetzt wird gegen die 'Katzenfresser', die Zigeuner. Im Radio und im Internet lodert die Sprache des Hasses.

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Eine Stadt ist in Aufruhr. Drei Kinder sind verschwunden. Die erfolglosen Ermittlungen schüren die Wut der Bürger, befeuern die Gerüchte. Verdächtigungen und Schuldzuweisungen greifen um sich. Gehetzt wird gegen die 'Katzenfresser', die Zigeuner. Im Radio und im Internet lodert die Sprache des Hasses.

Alicja Tabor hat diese Stadt früh verlassen. Nun kehrt sie als Journalistin zurück, um Nachforschungen über die rätselhaften Entführungen anzustellen. Sie quartiert sich im alten Haus ein, das seit dem Tod des Vaters leer steht; die Atmosphäre ist düster, die Stimmung im einst so geliebten Garten unheimlich. Ständig fühlt sie sich beobachtet, um sie herum ereignen sich unerklärliche Dinge.

Schon in Sandberg und Wolkenfern begegnete uns Joanna Bator als Virtuosin der Verknüpfung, die in den verschwiegenen Familiendramen die Geschichte einer Epoche aufleuchten lässt. Mit der ihr eigenen Subtilität schildert sie, wie Stimmungen kippen können, wie latente Ängste und Traumata sich in jähe Ausbrüche von Wahnsinn verwandeln. Dunkel, fast Nacht ist ein Roman über die Brüchigkeit einer Gesellschaft, die ihre gemeinsame Sprache verloren hat.


Autor*in / Hrsg.: Joanna Bator
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Land im Fokus: Polen
Details: Originaltitel: Ciemno prawie noc
Übersetzt von: Lisa Palmes
Umfang: 511 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.5 x 20.5 x 13.2 cm
Gewicht: 568 g
Erscheinungsdatum: 07.03.2016

~ LESEPROBE ~

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei Joanna Bators neuen Roman um ein düsteres Buch. Virtuos erzählt die polnische Schriftstellerin die Geschichte zweier Schwestern, einer kaputten Gesellschaft und die der Katzenfrauen.

Sie kann es einfach! Schon mit ihren mehrfach ausgezeichneten Romanen Sandberg und Wolkenfern bewies Joanna Bator zu welch erzählerischen Höhen sie in der Lage ist, wie mühelos sie die bunten Fäden ihrer Romane aufnehmen und miteinander verknüpfen kann und auf welch fantasievolle, ja, magisch-realistische Weise sie gesellschaftliche Stimmungen und Situationen erwecken kann.

Ihr im Frühjahr 2016 ins Deutsche übersetzter Roman Dunkel, fast Nacht gewann in Polen die höchste literarische Auszeichnung, den Nike-Preis. Ciemno, prawie noc, so heißt er im Original, hat Bator fast vollständig in Japan geschrieben. Vier Jahre hat sie dort gelebt, ihr Lieblingsautor ist Hariki Murakami, und das scheint auch in diesem Roman durch, in dem der Vater der Protagonistin in einem Schloss in unterirdischen Stollen vergeblich nach dem Schatz einer Fürstin Daisy sucht und in dem es Katzenfresser und Ektoplasma gibt.

Alicja Tabor, eine Journalistin, berichtet uns von der Rückkehr in ihre Heimatstadt, die sie vor langer Zeit fast fluchtartig verlassen hatte. Drei Kinder sind in diesem Ort verschwunden, und es scheint, dass nicht viel Mühe darauf verwendet wird, sie wiederzufinden. Doch gleich beim Betreten des seit Jahren leerstehenden Hauses ihres Vaters überfällt Alicja die Erinnerung: alles ist düster und unheimlich und immer stärker schieben sich die Traumata ihrer Kindheit in den Vordergrund, zuallererst in Gestalt ihrer älteren Schwester Ewa, von der sie liebevoll Kamelin genannt wurde und die sich das Leben genommen hat. Immer besser versteht Alicja den Grund dafür und ist entsetzt über die Vielschichtigkeit ihrer Entdeckungen. "Ich war nicht hergekommen, um meine Schwester zu beweinen, denn das würde ich ohnehin bis an mein Lebensende tun. Ich war zurückgekommen, um zu verstehen, was geschehen war."

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