Jochen König: Fritzi und ich. Von der Angst eines Vaters, keine gute Mutter zu sein

Artikelnummer: 978-3-451-30679-2

Jochen ist 27 als er erfährt, dass seine Freundin schwanger ist. Er will das Kind, sie ist skeptisch. Daraufhin entscheiden die beiden sich für einen radikalen Rollenwechsel: Nach ihrer Geburt zieht Fritzi zu ihrem Vater.

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Jochen ist 27 als er erfährt, dass seine Freundin schwanger ist. Er will das Kind, sie ist skeptisch. Daraufhin entscheiden die beiden sich für einen radikalen Rollenwechsel: Nach ihrer Geburt zieht Fritzi zu ihrem Vater. Für den beginnt nun eine turbulente Zeit zu zweit - er will nicht nur ein guter Vater sein, sondern auch sein Leben im hippen Berlin nicht aufgeben. Ein authentisches Buch über das Leben eines echten 'neuen Vaters', über Rollenklischees, Partys und die Liebe.


Autor*in / Hrsg.: Jochen König
Familienthemen: Vaterschaft alleinerziehend
Detaiils: Umfang: 192 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.5 x 20.5 x 12.5
Gewicht: 236 g
Erscheinungsdatum: 15.04.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Antje Schrupp auf beziehungsweise-weiterdenken:

Fritzi ist drei und lebt seit ihrer Geburt bei Jochen. Jochen ist der Mann, mit der die Frau, die Fritzi geboren hat, Sex hatte, als sie schwanger wurde. Jochen kümmert sich die meiste Zeit um Fritzi, er hat seinen Job dafür aufgegeben. Er ist Fritzis wichtigste "Bezugsperson". Natürlich kümmern sich auch andere Menschen um Fritzi, zum Beispiel die Frau, die Fritzi geboren hat. Sie nimmt Fritzi regelmäßig für einige Tage zu sich und springt auch sonst nach Möglichkeit ein, wenn Jochen keine Zeit hat. Aber er ist es, der in erster Linie für Fritzi zuständig ist.

In welchem Verhältnis steht nun Jochen zu Fritzi? Für die Dreijährige ist die Sache klar: Jochen ist ihre Mama. So nennt sie ihn. Intuitiv hat Fritzi verstanden, dass "Mama sein" keine biologische, sondern eine soziale Rolle ist. Jeder Mensch kann "Mama" eines Babies sein oder werden. Er oder sie muss dafür ganz einfach das tun, was Jochen für Fritzi tut: Die vollständige und bedingungslose Verantwortung für das Wohlergehen eines kleinen Kindes übernehmen.

Jochen König hat über sein Leben mit Fritzi in den ersten drei Jahren nach ihrer Geburt Protokoll geführt, und seine Erfahrungen als Vater, der "Mama" ist, sind sehr lesenswert. Deutlich wird etwa, wie exotisch selbst in Berlin eine solche Rollenverteilung noch immer ist.

Traditionellerweise ist eben fast immer die Mutter, die Frau also, die das Kind geboren hat, auch in sozialer Hinsicht dessen "Mama". Und das ist bis heute uneingeschränkt so. Verändert im Vergleich zu früher hat sich nur, dass inzwischen häufiger auch Väter zumindest einen Teil dieser Arbeit und Verantwortung mittragen. Und in ganz fortschrittlichen Fällen, die immer noch seltene Ausnahmen sind, teilen sich beide Eltern das wirklich Halbe-Halbe auf.

Aber dass ein Mann derjenige ist, der die Hauptverantwortung für das alltägliche Wohlergehen eines kleinen Kindes trägt, kommt praktisch nicht vor. Und so sind auch fast alle anderen Mamas, mit denen Jochen in seinem Alltag zu tun hat, Frauen, und zwar in der Regel eben diejenigen Frauen, die das betreffende Kind zur Welt gebracht haben. Jochen König hat die vielen kleinen Irritationen aufgeschrieben, die er und Fritzi durch ihre ungewöhnliche Lebensform auslösen, die Vorurteile und falschen Annahmen, mit denen sie im Alltag regelmäßig zu tun haben. Dabei setzt er sich auch kritisch mit dem gegenwärtigen Väter-Hype auseinander und unterscheidet klar zwischen seiner Art, für Fritzi da zu sein, und den Väterrechtlern, die, oft auch noch ohne tatsächliche Übernahme der mit dem "Mamasein" verbundenen Arbeiten und Pflichten, erstmal vor allem ihre Rechte gegenüber den Müttern durchzusetzen versuchen (was aus meiner Sicht patriarchale, weil "väterrechtliche" Logik in Reinform ist).

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