Juli Zeh: Über Menschen

Artikelnummer: 978-3-630-87667-2

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz.

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Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.

Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

»Mitten ins Herz der deutschen Überforderung schießt Juli Zehs neues Werk: mit viel Witz und Mitgefühl und auch mit einer großen Portion Hoffnung auf eine versöhnlichere Gesellschaft.«

Autor*in / Hrsg.: Juli Zeh
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Details: Einbandart: gebunden
Umfang: 416 S.
Format (T/L/B): 3.9 x 22 x 14.7 cm
Gewicht: 674 g
Erscheinungsdatum: 22.03.2021
Leseprobe:
Rezension von Silvy Pommerenke und Sharon Adler auf AVIVA-Berlin:

Der neue Roman von Juli Zeh ist ganz im Zeichen der Corona-Pandemie geschrieben, und hat als Schauplatz, wie bereits in ihrem Roman "Unterleuten", das ländliche Umland von Berlin. Dora, Werbetexterin und Protagonistin, verwirklicht sich ihren Traum und kauft ein kleines Häuschen in dem fiktiven Örtchen Bracken und wird dort mit AfD-Wähler*innen und Nazis konfrontiert.

Dora und Robert leben in einer geräumigen Kreuzberger Altbauwohnung, sie trennen ihren Müll, ernähren sich nachhaltig und diskutieren bis spät in die Nacht bei Rotwein über Gott und die Welt. Er engagiert sich für Klimaschutz, während Dora als Texterin in einer Werbeagentur arbeitet und politisch korrekte Kampagnen für vegane Produkte entwickelt. Als beide während der Pandemie auf das Home-Office zurückgeworfen sind, entstehen tiefe Gräben zwischen ihnen, da Dora dem zunehmenden Aktionismus von Robert (er geht immer mehr in seinem Corona-Blog auf, wacht akribisch über die Mülltrennung und lehnt eine gemeinsame Familienplanung ab, da diese "schlecht für das Klima" sei) nur bedingt etwas abgewinnen kann. Wie gut, dass sie sich schon vor der Pandemie ein kleines Häuschen im Brandenburgischen zugelegt hat.

In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt sie Berlin, und wird in ihrer neuen Wahlheimat mit einem Paralleluniversum konfrontiert, von dem sie zwar schon gehört hatte, aber nicht glaubte, dass es dies wirklich gäbe. Sie war zu sehr in ihrer links-liberalen Großstädter*innenblase gefangen, als dass sie die realen politischen Zustände erfasst hätte. Und als sich der direkte Nachbar mit den Worten vorstellt: "Ich bin hier der Dorfnazi", und sie am Briefkasten eines schwulen Paares ein paar Häuser weiter einen AfD-Sticker entdeckt, ist sie geschockt. Ihrem ersten Impuls, zurück in die Großstadt zu fliehen, gibt sie nicht nach, da sie nicht zurück zu Robert kann und will. Also versucht sie sich von den Dorfbewohner*innen fernzuhalten, was ihr nicht gelingt. Stattdessen wird sie sukzessive in die Dorfgemeinschaft und deren rechte Ideologien eingebunden.

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