Julia Roßhart: Klassenunterschiede im feministischen Bewegungsalltag. Anti-klassistische Interventionen in der Frauen- und Lesbenbewegung der 80er und 90er Jahre in der BRD

Artikelnummer: 978-3-945644-06-5

Wie wirken sich Klassenunterschiede auf das feministische Miteinander aus? Und was kann gegen Klassismus im eigenen politischen Umfeld unternommen werden?

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Wie wirken sich Klassenunterschiede auf das feministische Miteinander aus? Und was kann gegen Klassismus im eigenen politischen Umfeld unternommen werden?

Feministische Akteurinnen der 80er und 90er Jahre machten darauf aufmerksam, wie Klassenunterschiede den Bewegungsalltag prägten. Aktiv arbeiteten sie dagegen an. Sie gründeten Gruppen und riefen ein Umverteilungskonto ins Leben. Sie sprachen über Klassenherkunft, persönliche Diskriminierungserfahrungen und Geld. Sie schrieben Texte, suchend und fragend, wütend und offensiv, selbstermächtigend und inspirierend. Sie übten Kritik und forderten Solidarität und Veränderungen ein.

Julia Roßhart versammelt in diesem Band anti-klassistische Binneninterventionen der autonomen Frauen- und Lesbenbewegung der BRD. Sie bettet die Aktivitäten bewegungsgeschichtlich ein, bringt sie miteinander in Dialog und würdigt sie als Teil feministischer Bewegung und Theoriebildung. Durch Recherchen in Bewegungszeitschriften und -büchern, in Programmheften und Protokollen, ergänzt durch Gespräche mit Protagonistinnen, gelingt es, damalige feministische Szenen lebhaft und nah heranzuholen.

Nicht zuletzt bietet diese wichtige Aufarbeitung Inspirationen für gegenwärtige linke_queere_feministische Politik und Aktivismen.

Autor*in / Hrsg.: Julia Roßhart
Perspektiven: Arbeiter*innenklasse lesbisch
Details: reihe: wissen_bewegen
Umfang 574 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 3.3 x 20.9 x 13.7 cm
Gewicht: 766 g
Erscheinungsdatum: 19.12.2016

Rezension auf kritisch-lesen.de:

Julia Roßhart beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit einem Thema, das - nicht nur in "der" feministischen Linken - bisher weitgehend unbearbeitet, wenn nicht gar grob vernachlässigt geblieben ist. Obwohl klassistische Diskriminierungen in fast allen Strukturen des täglichen Lebens zu finden sind, wird Klassismus innerhalb politischer, aktivistischer Zusammenhänge kaum problematisiert. Roßhart widmet sich dieser Leerstelle und liefert damit "eine bewegungsgeschichtliche Aufarbeitung und Interpretation vergangener feministischer anti-klassistischer Binneninterventionen, die in der BRD (potentiell) wirksam waren" (S. 15). Sie geht damit also der Frage nach, wie Klassenunterschiede innerhalb von feministischen Bewegungszusammenhängen der 1980er und 1990er Jahre thematisiert und problematisiert wurden.

Dabei liegt ihr Fokus auf dem konkreten Eingreifen, auf ganz gezielten Aktivitäten und klar formulierter Kritik, die erfahrene Klassenrealitäten und (bewegungs-)alltäglichen Klassismus benennen und gegebenenfalls herausfordern. Zugleich liefert die Publikation wichtige Einblicke in die Wirkungsmacht von Klasse beziehungsweise Klassismus in der zeitgenössischen Frauen-/Lesbenbewegung. Im Mittelpunkt stehen dabei die persönlichen Erfahrungen von feministischen Akteurinnen* mit bestehenden Klassenunterschieden innerhalb der Bewegungszusammenhänge und ihre damit verbundenen binnenkritischen Interventionen. Gemeint sind hiermit Veränderungsversuche in unterschiedlichen Formen: Es wurde diskutiert, Texte wurden geschrieben, Proll-Lesbengruppen gründeten sich, ein Umverteilungskonto wurde ins Leben gerufen.

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