Julia Wolf: Alles ist jetzt

Artikelnummer: 978-3-627-00211-4

Julia Wolf erzählt mit außerordentlicher stilistischer Begabung von einer jungen Frau, die sich ihren Dämonen stellt. Vor vielen Jahren, als Ingrid die Welt nicht mehr aushielt, nahm sie ihre Sachen und verschwand.

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Sätze wie Atemzüge, gestoßen aus einem Körper, der dem Druck nicht mehr standhält. Eine Sprache im Einklang mit der inneren Bewegung der Protagonistin, die an ihren Gedanken entlanggleitet, die Glasglocke abtastend, in der sie eingeschlossen ist. Eine physische Sprache, die sich am körperlichen Empfinden der Heldin orientiert, an ihrer Taubheit, an ihrer Entfremdung von sich selbst.

Julia Wolf erzählt mit außerordentlicher stilistischer Begabung von einer jungen Frau, die sich ihren Dämonen stellt. Vor vielen Jahren, als Ingrid die Welt nicht mehr aushielt, nahm sie ihre Sachen und verschwand. Raus aus dem kleinen, erdrückenden Vorort und dem Haus mit ihrer kranken Mutter, weg von dem Gedanken an Moritz, der nicht zu ihr stand. Doch jetzt ist sie schon Jahre in der Großstadt, und die Luft wird immer dünner. Ihr Bruder vertickt Drogen und ihre Kollegin in der Live-Sex-Bar liefert sie ans Messer. Als alle sie verraten haben, wird ihr klar: Wohin sie auch geht, ihre Erinnerungen nimmt sie mit. Und die Überzeugung, nichts wert zu sein. Um das zum Verschwinden zu bringen, muss Ingrid endlich handeln. Am Silvesterabend fliegt sie nach New York.


Autor*in / Hrsg.: Julia Wolf
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 160 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 1.8 x 21.1 x 13.4 cm
Gewicht: 297 g
Erscheinungsdatum: 25.02.2015

"Kaum betritt Ingrid das Haus, setzt auch das Heulen ein. Es zieht durch die Räume, kreist um Ingrids Kopf, schlägt mit Fäusten gegen Türe und Wände, was tust du mir an. Etwas in Ingrid wird klein, wie ein Kind, das auf seinem Bett sitzt und lauscht. Das nicht an Gespenster glaubt und sich trotzdem fürchtet. Mama ist kein Gespenst, Mama ist einfach nur traurig. Ingrid wird wütend, was tust du mir an, warum hat Gordan sie hergebracht? Sie hatte alles vergessen, jetzt ist es da. Nicht als Erinnerung, sondern als Jetzt."

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