Juliane Streich: These Girls. 100 Einträge in die feministische Musikgeschichte

Artikelnummer: 978-3-95575-118-0

Vor 50 Jahren forderte Aretha Franklin "Respect", in den Neunzigern rebellierten die Riot Grrrls und heute vermarkten Superstars wie Beyoncé eine sexy Version des Feminismus. Die Charts sind voll mit weiblichen Stimmen, doch bleiben Festivalbühnen, Musikzeitschriften und Clubnächte männerdominiert. Dabei gibt es Role Models an jeder Ecke, in jedem Jahrzehnt, in dem Frauen zu Gitarre, Mikrofon oder DJ-Software griffen.

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Vor 50 Jahren forderte Aretha Franklin "Respect", in den Neunzigern rebellierten die Riot Grrrls und heute vermarkten Superstars wie Beyoncé eine sexy Version des Feminismus. Die Charts sind voll mit weiblichen Stimmen, doch bleiben Festivalbühnen, Musikzeitschriften und Clubnächte männerdominiert. Dabei gibt es Role Models an jeder Ecke, in jedem Jahrzehnt, in dem Frauen zu Gitarre, Mikrofon oder DJ-Software griffen.

Jede hat ihre eigenen Geschichten. Es geht um Selbstermächtigung, um Wut, um Gleichberechtigung, um Drugs and Rock'n'Roll, um Sex und Sexualität - und auch mal um Menstruation. Vor allem aber um Musik. Egal, ob Stimmen im Soul, Battles im Rap, Gitarrensoli im Rock, große Hits im Pop oder Tunes im Techno. Ganze Enzyklopädien könnten mit herausragenden Musikerinnen und weiblichen Bands vollgeschrieben werden. Dieses Buch ist eher vergnügliche Lektüre als Lexikon, doch gibt es einen vielseitigen Einblick in die feministische Musikgeschichte.

In rund 140 lehrreichen, kurzweiligen und persönlichen Texten schreiben Journalistinnen und Journalisten, Musikerinnen und Musiker, Fans und Freunde über Bands, die sie prägten, über Künstlerinnen, die den Feminismus eine neue Facette gaben, über Lieblingsplatten, Lebenswerke und Lieder, die sie mitgrölen - vom Klassiker bis zum Außenseitertipp.

Françoise Cactus, Paula Irmschler, Jacinta Nandi, Klaus Walter, Christina Mohr, Bettina Wilpert, Sonja Eismann, Linus Volkmann, Jonas Engelmann, Diviam Hoffmann, Sven Kabelitz, Elke Wittich, Myriam Brüger und viele andere schreiben über Björk, Christina Aguilera, Bikini Kill, Billie Holiday, Alice Coltrane, ESG, Georgia Anne Muldrow, Kimya Dawson, Madonna, Patti Smith, Spice Girls, Terre Thaemlitz und viele weitere Künstler innen.

Autor*in / Hrsg.: Juliane Streich
Kunst: Musik
Details: Einbandart: kartoniert
Umfang: 344 S.
Format (T/L/B): 2 x 23 x 15.5 cm
Gewicht: 575 g
Erscheinungsdatum: 06.12.2019
Rezension von Silvy Pommerenke auf AVIVA-Berlin:

Die "Lo-Fi-Bohemienne" Juliane Streich hat als Herausgeberin fast 140 Portraits von Musikerinnen zusammengetragen, die in den letzten Jahrzehnten Musikgeschichte geschrieben haben. Das ist mehr als nur ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte, denn es bietet sich als Vorlage für die Leser*in an, um die eigene (musikalische) Biographie vor dem inneren Auge abzuspulen.

Angefangen von Edith Piaf bis hin zu Lana del Rey wirft das Buch einen Blick auf nahezu acht Jahrzehnte der populären Musik. Das ist nicht nur spannend in Bezug auf die Sounds, sondern vor allem auch in Bezug auf die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten. Die (Musik-)Welt hat sich radikal verändert. Elektronische Musik hat Einzug gehalten, physische Musikträger wurden Anfang der 1980er durch digitale ersetzt in Form der Compact Disc, später kamen dann die MP3-Player dazu, und nicht zuletzt haben Streaming-Dienste wie YouTube oder Spotify das Hörverhalten von Grund auf neu gestaltet. Zudem kann Musik mittlerweile im Home-Studio produziert und aufgenommen werden und durch die Digitalisierung alles viel schnelllebiger geworden. Aber einiges ist auch gleich geblieben, allem voran die männliche Dominanz im Musikbusiness. Natürlich ist die Anthologie unvollständig, wie Julia Streich im Vorwort selbst eingesteht, aber es gibt auch zu viele wegweisende Künstlerinnen weltweit, als dass sie sämtlich aufgeführt werden könnten. Eine Intention des Buches ist, weibliche musikalische Vorbilder aufzuzeigen, damit Mädchen und junge Frauen bestärkt werden, zum Instrument oder Mikrofon zu greifen und ihre eigene Band zu gründen oder als Solistin den Weg auf die Bühne zu wagen.

Die Portraits der Künstlerinnen - weltberühmt bis zu Unrecht unbekannt - sind kurz und prägnant gehalten und passen zumeist auf drei Seiten. Das ist völlig ausreichend, um einen ersten (oder vertieften) Eindruck der Musikerinnen zu erhalten, um dann auf eigene Faust weiter zu recherchieren. Viele der Autor*innen schreiben förmlich eine Ode an ihre musikalischen Idole und machen Lust darauf, diese Songs anzuhören und sich weiter mit ihnen zu beschäftigen. Einige Texte stechen hervor, beispielswese der über Annette Humpe, geschrieben von Sandra und Kerstin Grether, die von ihrem persönlichen Besuch am Küchentisch der Ex-Ideal Frontfrau erzählen. Auch der postum erschienene Text über Janis Joplin von Tine Plesch ist lesenswert oder der von Martha Röckel - mit 16 Jahren die jüngste Autorin in dieser Anthologie - über Sookee.

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