Juliette Wedl, Annette Bartsch (Hrsg.): Teaching Gender? Zum reflektierten Umgang mit Geschlecht im Schulunterricht und in der Lehramtsausbildung

Artikelnummer: 978-3-8376-2822-7

Schule ist kein geschlechtsneutraler Raum. Asymmetrische Geschlechterverhältnisse und Stereotype werden in Lehrmaterialien, Unterrichtsgestaltungen und Interaktionen vielfach (re-)produziert.

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Schule ist kein geschlechtsneutraler Raum. Asymmetrische Geschlechterverhältnisse und Stereotype werden in Lehrmaterialien, Unterrichtsgestaltungen und Interaktionen vielfach (re-)produziert. Eine reflektierte Pädagogik ist gefragt, um den Zweigeschlechtlichkeit zementierenden Differenzierungen entgegenzuwirken. Auf die Gender Studies aufbauend und ausgehend von MINT-Fächern, Sprachunterricht, ästhetischen Fächern sowie »Gesellschaft lernen« werden in diesem Buch konkrete Analysen und exemplarische Umsetzungsbeispiele für den Schulunterricht präsentiert. Weitere Beiträge stellen zudem erprobte Konzepte zur Integration von Gender in die Lehramtsausbildung vor.

Leseprobe


Autor*in / Hrsg.: Annette Bartsch Juliette Wedl
Weitere Informationen: Reihe Pädagogik 
Umfang: 564 S., zahlr. z.T. farb. Abb.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 3.8 x 24 x 15.4 cm
Gewicht: 950 g
Erscheinungsdatum: 10.06.2015

~ LESEPROBE ~

Interview mit Juliette Wedl und Annette Bartsch:

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unser Buch antwortet auf einen Bedarf. In Diskussionen mit angehenden und praktizierenden LehrerInnen kommt regelmäßig die Frage auf, wie Geschlecht im Schulalltag und im Unterricht zum Thema gemacht werden kann, ohne Stereotype zu reproduzieren. Gefragt wird weniger nach dem Warum, sondern nach dem Wie. Wie in den Unterricht integrieren, wie auf Situationen reagieren, wie die Notwendigkeit begründen. Hier setzt das Buch an - und verschränkt dabei konsequent die Wissenschaft mit der Praxis.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Einzelne Unterrichtsvorschläge lassen sich auch anderswo finden. Aber in unserem Buch steht die Praxis im engen Dialog mit der Forschung, wobei der Fokus auf der praktischen Umsetzung im Unterricht liegt. Betrachtet werden verschiedene Fächer und Themen ? wobei auch fachfremde Konzepte Anregungen für das eigene Fach geben sollen. Gerahmt sind diese Überlegungen von Beiträgen, die die Bedeutung von Geschlecht im Schulkontext reflektieren und von Vorschlägen, die die Lehramtsausbildung betreffen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Wichtig ist die Übersetzung der Erkenntnisse der Gender Studies in Praxisfelder, hier die Schule. Die Werte Gleichberechtigung und Toleranz werden in unserer Gesellschaft weitgehend geteilt. Das bedeutet für den Schulkontext: verschiedene Lebensrealitäten, Geschlecht in seiner Varianz und Menschen in ihrer Vielfalt als Normalität anzuerkennen und sichtbar zu machen. Doch für die Umsetzung muss das Wollen und Wissen mit fundierter Gender-Kompetenz verbunden werden - und das bedeutet die (Selbst-)Reflexion anzuregen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die professionell mit Schule zu tun haben: Mit Lehrer/-innen (sowie Lehramtsstudierenden und Praktiker/-innen aus dem Schulkontext), mit Aus- und Fortbildungsakteur/-innen, mit Ministerien und Institutionen, die Schaltstellen zur Schule darstellen, mit Gender-Forscher/-innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Suche nach kreativen Wegen, die in der Schule genderreflektierte und -reflektierende sowie diskriminierungsarme Denkräume schaffen.

Quelle: Transcript Verlag

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