Karla Bilang: Frauen im "STURM". Künstlerinnen der Moderne

Artikelnummer: 978-3-932338-57-1

Seit 1910 machte die legendäre Zeitschrift DER STURM von Herwarth Walden Berlin zu einem Zentrum der internationalen Avantgarde. Ab 1912 zeigte Walden die STURM-Ausstellungen in Berlin und in vielen europäischen Städten.

19,90 €

inkl. 7% USt. , zzgl. Versand

Lieferzeit: 6 - 10 Werktage



Seit 1910 machte die legendäre Zeitschrift DER STURM von Herwarth Walden Berlin zu einem Zentrum der internationalen Avantgarde. Ab 1912 zeigte Walden die STURM-Ausstellungen in Berlin und in vielen europäischen Städten. Am 20. September 1913 eröffnete er den Ersten Deutschen Herbstsalon, an dem zahlreiche Künstlerinnen und Künstler teilnahmen.

Der STURM verstand sich als Sammelbecken und Netzwerk der Moderne vom Expressionismus bis zur konstruktiven Kunst und zum Bauhaus-Design. In der Zeitschrift waren neben Grafik und Malerei auch Bühnenbilder und Figurinen des avantgardistischen Theaters, Künstlermanifeste und -essays vertreten.

War die klassische Moderne eine männliche Erfindung, wie ein Blick in die Kunstgeschichtsschreibung glauben macht? Nach den Ausstellungen und den Publikationen des STURM waren am Durchbruch der Moderne wesentlich mehr Künstlerinnen beteiligt, als heute bekannt ist.

Karla Bilang porträtiert die wichtigsten berühmten und wiederzuentdeckenden Künstlerinnen aus dem STURM und zeigt ein Panorama der weiblichen Avantgarde von Den Haag bis Stockholm, von Moskau bis Paris, von München bis New York, von Warschau bis Weimar, von Belgrad bis Berlin

Künstlerinnen des Ersten Deutschen Herbstsalons: Gabriele Münter, Marianne von Werefkin, Natalja Gontscharowa, Sonia Delaunay, Jacoba van Heemskerck u.a.
Expressionistinnen: Marie Laurencin, Sigrid Hjertén-Grünewald, Nell Walden, Maria Uhden, Gela Forster u.a.
Konstruktion und Abstraktion der Zwanziger Jahre: Marcelle Cahn, Marthe Donas, Hilla Rebay, Gertrud Ring, Margarete Heymann-Loebenstein u.a. Avantgarde aus dem Osten: Konstruktivismus und Theaterdesign:Xana Boguslawskaja, Alexandra Exter, Vera Idelson, Vjera Biller, Teresa Zarnover u.a.

Autor*in / Hrsg.: Karla Bilang
Kunst: Theater Skulptur Bildende Kunst
Weitere Informationen: Umfang: 220 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 21.6 x 12.8
Gewicht: 453 g 
Erscheinungsdatum: 13.09.2013

Rezension von Julia Lorenz auf AVIVA-Berlin:

"Der Blaue Reiter" war nicht allein zu Ross: "Der Sturm", Herwarth Waldens legendäre Zeitschrift und publizistische Heimat der Berliner Avantgarde, stand von Beginn an unter starkem weiblichen Einfluss. Kunsthistorikerin Karla Bilang versammelt nun die Biographien der prägendsten Vertreterinnen der "Sturm-Gruppe" in einem Band.

Keine geringere als Else Lasker-Schüler, Grande Dame der Berliner Kaffeehäuser und damalige Ehefrau des jüdischen Verlegers Georg Lewin, erfand den Namen, der Programm werden sollte: "Der Sturm", erstmals 1910 publiziert als "Wochenschrift für Kultur und Kunst", fegte durch die Literatur- und Kunstszene des frühen Zwanzigsten Jahrhunderts wie kaum ein anderes Journal. Während "Der Sturm" zum Sprachrohr der Avantgarde avancierte und KünstlerInnen verschiedenster Strömungen der Moderne vernetzte, wurde ihr Verleger Georg Lewin zu Herwarth Walden: Das Pseudonym, ebenfalls eine Erfindung Lasker-Schülers, sollte Lewin fortan während seiner Laufbahn als stilbildender Förderer der Moderne begleiten.

Zwei Jahre nach der Gründung der Zeitschrift eröffnete Walden die "Sturm-Galerie" in der Tiergartenstraße, 1913 lud er - nach dem Vorbild des französischen Salon d´Automne - zum "Ersten Deutschen Herbstsalon" nach Berlin. Paul Klee, Marc Chagall und August Macke sind nur einige der Namen, die die Bedeutung der Ausstellung für Stilrichtungen jenseits des etablierten Impressionismus zementierten - und noch bis heute das Bild einer männlich dominierten Avantgarde prägen.

War die klassische Moderne eine männliche Erfindung, wie ein Blick in die Kunstgeschichtsschreibung glauben macht?, fragt deshalb Autorin Karla Bilang. Die Antwort gibt sie selbst mit ihrem Werk "Frauen im ?STURM´", das mit der populären Fehleinschätzung abrechnet, die weibliche Teilhabe am Geschehen in der bildenden Kunst-, Theater- und Literaturszene habe erst mit den Kulturrebellinnen der 1920er Jahren begonnen: Bilang stellt über dreißig Künstlerinnen vor, die im Umfeld der "Sturm-Gruppe" agierten. Von Gabriele Münter, eine der wenigen Frauen im Kollektiv "Der Blaue Reiter", über Bauhaus-Vertreterinnen wie Magda Langenstraß-Uhlig bis hin zur Maskentänzerin Lavinia Schulz zeichnet "Frauen im ´STURM´" das Bild einer zu Unrecht vergessenen Frauengeneration der Moderne. Das Repertoire der Portraitierten reicht von Grafik und Malerei, Skulptur- und Bühnenkunst hin zu Essayistik, das Einzugsgebiet der weiblichen Avantgarde von Russland über Frankreich und Schweden bis nach New York.

» weiterlesen auf AVIVA-Berlin.de

Durchschnittliche Artikelbewertung

Geben Sie die erste Bewertung für diesen Artikel ab und helfen Sie Anderen bei der Kaufenscheidung: