Katharina Hartwell: Das Fremde Meer

Artikelnummer: 978-3-8270-1137-4

Dieses Buch ist eine Reise: in die Salpetrière, die Pariser Psychiatrie, in der Sigmund Freud Schüler bei Charcot war; in den Winterwald, aus dem eine gelangweilte Prinzessin einen Prinzen retten will; in die Wechselstadt, in der ganze Häuser als 'Mobilien' durch die Stadt wandern ...

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Dieses Buch ist eine Reise: in die Salpetrière, die Pariser Psychiatrie, in der Sigmund Freud Schüler bei Charcot war; in den Winterwald, aus dem eine gelangweilte Prinzessin einen Prinzen retten will; in die Wechselstadt, in der ganze Häuser als 'Mobilien' durch die Stadt wandern; in die Geisterfabrik, wo Seelenfragmente zu Spiritografien verarbeitet werden. Zehn Kapitel, zehn mal die Geschichte von Marie und Jan.

Marie gehört zu den Menschen, die glauben, dass Katastrophen immer nur die treffen, die nicht auf sie vorbereitet sind. Sie rechnet darum stets mit dem Schlimmsten - und behält recht: Sie ist eine Außenseiterin, ängstlich, verzweifelt, meist stumm und voller Sehnsüchte. Womit sie nicht rechnet? Gerettet zu werden, von Jan, der so anders als sie selbst scheint.

Von ihm fühlt Marie sich gefunden, miteinander teilen sie Geheimnisse, stille Stunden und wache Nächte. Doch ganz traut sie ihrem Glück nicht, denn sie weiß: 'man kann alles trennen, teilen und spalten, sogar ein Atom'. Was haben Marie und ihre Geschichten dem Schicksal entgegen zu setzen? Kann die Literatur ein Leben retten? Kann sie erzählen, wofür es keine Worte gibt?

Katharina Hartwells magischer Debütroman erzählt von der Rettung einer Liebe und eines Lebens, er erzählt von allen Zeiten und allen möglichen Welten. Nicht zuletzt ist 'Das Fremde Meer' die Rettung durch das Erzählen selbst - und darum all das, was Literatur vermag.



Autor*in / Hrsg.: Katharina Hartwell
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Weitere Informationen: Umfang: 576 S., 3 s/w Illustr.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.6 x 21 x 14 cm
Gewicht: 669 g
Erscheinungsdatum: 16.07.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Evelyn Gaida auf AVIVA-Berlin:

"Mach dir keine Sorgen, halte still, halte dich gerade, halte Ausschau, warte, bis sich eine Tür öffnet, jemand den Raum betritt, jemand deinen Namen sagt, jemand durch die Fluten, durch den Wald, durch die Straßen, durch die Nacht zu dir kommt und dich findet in der Stadt, die nie dieselbe bleibt, in dem Wald, in dem es immer schneit, in den Kellern der Kliniken und Fabriken, hoch über den Wolken und an der tiefsten Stelle des Meeres."

Sätze wie dieser sind bezeichnend für die Magie der Sprachwelt, die Katharina Hartwell in ihrem Debütroman bereist.

Die Konstruktion des Romans ist ebenso klar und einfach wie komplex und vielschichtig. Zehn Geschichten, aufgefächert in immer weitere, erzählen Variationen einer tiefen Liebe, Variationen der Angst, die ihre lähmenden Finger zusammenschließt wie der Tod, und Variationen einer Rettung.

Hartwell bewegt sich frei zwischen verschiedenen Genres: Märchen, Dystopie, Science Fiction, Phantastik, Legende, Schauergeschichte, historische Erzählung. Ausgangspunkt sind Jan und Marie, ist die Rahmenhandlung, die in die zehnte und letzte der Geschichten mündet. Sie konfrontiert mit einer ungeahnten Wendung und bündelt die Bezüge der vorhergegangenen Erzählungen. Oder reiht sie sich selbst ins übertragende Spiegelkabinett der Sprachbilder ein?

Neun der Erzählungen siedeln durchweg in Sphären außerhalb wissenschaftlich anerkannter Realität und konventioneller Normalität, mit deren Grenzen die Autorin spielt. Außerhalb stehen in vieler Hinsicht auch Jan und Marie, ein Kunststudent und eine Doktorandin, obwohl ihr Leben ganz in eine studentische Szenerie der heutigen Gegenwart ohne Fabelwesen und übernatürliche Erscheinungen eingelassen ist. Dafür hat sie unter anderem FreeCell, Post-its, KommilitonInnen und soziale Ängste zu bieten.

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