Katharina Karcher: Sisters in Arms. Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968

Artikelnummer: 978-3-86241-464-2

Die vorliegende Studie schließt eine wichtige Forschungslücke. Sie nimmt dabei unterschiedliche Akteurinnen in den Blick, die von den rebellierenden SDS-Frauen über Alice Schwarzer bis hin zu bewaffnet agierenden Gruppen reichen.

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Gegen Ende der 1960er Jahre entwickelte sich aus der allgemeinen Protestbewegung in der BRD eine Neue Frauenbewegung. Diese ging schnell über Forderungen nach gleichen Rechten für Frauen und Männer hinaus und stellte kapitalistische wie patriarchale Verhältnisse grundsätzlich infrage. Zahlreiche Gruppierungen bedienten sich dabei durchaus konfrontativer Methoden der Auseinandersetzung. In der reichhaltigen Literatur zur Frauenbewegung kommen diese militanten Strömungen des Feminismus bislang allerdings kaum vor.

Die vorliegende Studie schließt eine wichtige Forschungslücke. Die Autorin konzentriert sich auf drei Themenfelder: der Kampf gegen das Abtreibungsverbot; Gewalt gegen Frauen und sexistische Werbung; internationale Frauensolidarität. Sie nimmt dabei unterschiedliche Akteurinnen in den Blick, die von den rebellierenden SDS-Frauen über Alice Schwarzer bis hin zu bewaffnet agierenden Gruppen reichen. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei den Frauen der 'Roten Zora'. Die Studie zeichnet ein fesselndes Bild des radikalen Feminismus nach 1968.

Autor*in / Hrsg.: Katharina Karcher
politische Themen: Protest & Widerstand politische Kämpfe Aktivismus & Bewegung
Details: Übersetzt von: Gerhild Ahnert/Annemarie Künzl-Snodgrass 
Umfang: 232 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 2 x 21 x 14 cm
Gewicht: 326 g
Erscheinungsdatum: 25.09.2018
Rezension von Cordula Trunk auf kritisch-lesen.de:

Feminismus und Frauenbewegung sind von Natur aus gewaltfrei - oder etwa nicht?

Wie aktuell sogar die Tagesschau berichtet, erleiden Frauen körperliche und sexuelle Gewalt zu 70 Prozent in ihrem eigenen Zuhause. Die meisten Opfer kennen den Täter. Entweder leben sie in demselben Haushalt oder dieser kommt aus dem räumlichen und sozialen Umfeld. Häusliche Gewalt hat eine enorme Dimension: Alle zwei bis drei Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner getötet. Öffentliche Aufmerksamkeit erhält dies in vielen Fällen nur, wenn es sich bei dem Täter um einen geflüchteten Menschen handelt. Nach Erkenntnissen der EU-Grundrechte-Agentur hat jede dritte Frau in der Europäischen Union seit ihrer Jugend schon körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt - das sind etwa 62 Millionen Frauen. Gewalt gegen Frauen betrifft folglich nicht nur Einzelne, sondern ist ein strukturelles, alle Frauen betreffendes Problem. Das ist einer von vielen Gründen warum Frauen anfingen sich zusammen zu schließen und militant zu Wehr zu setzen. Katharina Karcher untersucht in ihrem Buch "Sisters in Arms. Militanter Feminismus in Westdeutschland seit 1968" diese Thematik nun erstmals systematisch am Beispiel der linksradikalen Frauengruppe "Rote Zora".

Frauen erhebt euch und die Welt erlebt euch!

Der Kampf gegen Gewalt gegenüber Frauen war ein zentrales Agitationsfeld der Feminist*innen der Neuen Frauenbewegung seit den 1970er Jahren. Einige Frauen, die sich angesichts dieser bedrohlichen Lage nicht mit friedlichem Protest begnügen wollten, fanden in der Gruppe Rote Zora zusammen.

"Die Rote Zora war überzeugt, dass Frauen keine andere Wahl hatten, als sich mit Gewalt gegen die offenen und versteckten Formen von Gewalt, mit denen sie sich in patriarchalen Strukturen konfrontiert sahen, zur Wehr zu setzen" (S. 111).

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