Katherine Angel: Ungebändigt. Über das Begehren, für das es keine Worte gibt

Artikelnummer: 978-3-608-50321-0

Dieses Buch ist ein intimes und erotisches Geständnis einer Frau und Geliebten. Es ist aber auch eine intensive Betrachtung widersprüchlicher und in unserer Gesellschaft fest verwurzelter Vorstellungen von Sexualität.

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Dieses Buch ist ein intimes und erotisches Geständnis einer Frau und Geliebten. Es ist aber auch eine intensive Betrachtung widersprüchlicher und in unserer Gesellschaft fest verwurzelter Vorstellungen von Sexualität. Mit bemerkenswerter Offenheit reflektiert Angel die Geschichte ihrer sexuellen Begegnungen und Überzeugungen und zeigt, wie unser Leben durch unsere Sprache und unsere Erfahrungen geprägt wird. Lyrisch, erotisch, mutig und mit Bildern, die einem im Gedächtnis bleiben.

Ein Buch für alle Frauen, die über ihr Begehren nachdenken.


Autor*in / Hrsg.: Katherine Angel
Weitere Informationen: Originaltitel: Unmastered
Übersetzt von: Gertraude Krueger
Umfang: 368 S. Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.5 x 21 x 13.5
Gewicht: 452 g 
Erscheinungsdatum: 23.08.2013

~ LESEPROBE ~

Rezension von Dagmar Buchta auf dieStandard.at:

Im Labyrinth "unsäglicher Lust"

Lässt sich weibliches Begehren abseits patriarchaler Termini beschreiben? Die Britin Katherine Angel begibt sich in ihrem Buch "Ungebändigt" auf die persönliche Suche nach geeigneten Worten "Fick mich. Oh ja, fick mich. Ich liebe es, wenn du mich fickst. Du bist so hart, du bist so groß. Oh, ich stelle mir vor, du schlägst mich, ... ich schreie...". Diese und ähnliche Sätze könne sie nicht mehr hören, klagt Katherine Angel in ihrem Buch "Ungebändigt?. Denn welche Absicht verfolgen sie, was geben sie preis? Handelt es sich dabei tatsächlich um einen Ausdruck weiblichen Begehrens? Oder sind es schlicht und einfach Worthülsen, um ihn anzufeuern, sein Begehren zu schüren?

Ist es Frauen überhaupt möglich, ihre eigenen Fantasien und Wünsche abseits der genormten Sex-Semantik zu verbalisieren? Oder müssen sie anerkennen, dass es für ihr Begehren keine Worte gibt? Auf der Suche nach aktuellen Antworten begab sich die Londoner Autorin, die an der Queen Mary University weibliche Sexualstörungen erforscht, in ein Labyrinth von eigenen Erfahrungen und patriarchalen Normierungen. (Er)Lösung fand sie dabei keine.

Let's talk about sex - aber bitte die Codes beachten

Angel versteht ihr Werk als skizzenhafte Momentaufnahme, wie sie selbst in der Wochenzeitung "Welt" sagt. In ihrer Darstellung, die auch vor fast leeren Seiten nicht zurückschreckt, verbindet sie hochgradig reflexiv die Wechselwirkungen von eigenen Lüsten und kulturellen Repräsentationen. Ohne eine wie auch immer geartete Agenda für das Sexleben von Frauen generieren zu wollen, steht sie zu den Brüchen, die ihre persönliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen provoziert.

Den Grund für die Unaussprechlichkeit sexueller Empfindungen - ohne das Beschriebene platt, hohl und entrückt wiederzugeben - benennt sie dabei jedoch recht deutlich: die männlichen Herrschaftsordnung. Indem der weibliche Sex die Hierarchisierung der Geschlechter spiegle, sei er - allen emanzipatorischen Bemühungen zum Trotz - männlich definiert und dominiert.

Begehren, das Schweigen zu durchbrechen

Doch obgleich im gesellschaftlichen Bewusstsein eine genuin weibliche Sexualität, frei von patriarchalen Zu- und Anweisungen, nicht existiert, bedeute das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt, meint Katherine Angel. Poetisch formuliert heißt das bei ihr: "Das Begehren, Begehren auszusprechen, ist ein Begehren, das Schweigen zu durchbrechen. Als solches ist es zugleich auch erotisch, es enthält eine eigene Erregung".

Um es zum Leben zu erwecken, müsste es losgelöst werden, von uralten kulturellen Prägungen. Denn alles, was Frauen zu begehren glauben, sei geprägt von dieser Kultur, ihren Dogmen und Bildern, die davon unbeeinflusste Fantasien verhindern. Das beginne schon bei der Sozialisation und erreiche ihren Höhepunkt in den für sie vorgesehenen pornografischen Posen.

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