Katie Roiphe: Messy Lives. Für ein unaufgeräumtes Leben

Artikelnummer: 978-3-550-08051-7

Wir meiden Weißmehlprodukte und raffinierten Zucker, gehen zum Yoga, und wenn es in der Beziehung nicht läuft, machen wir eine Paartherapie. Wir haben klare Ansichten, was richtig und was falsch ist, und danach handeln wir. Dennoch sind wir fasziniert von TV-Serien wie 'Mad Men'...

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Wir meiden Weißmehlprodukte und raffinierten Zucker, gehen zum Yoga, und wenn es in der Beziehung nicht läuft, machen wir eine Paartherapie. Wir haben klare Ansichten, was richtig und was falsch ist, und danach handeln wir. Dennoch sind wir fasziniert von TV-Serien wie 'Mad Men' und dem ungesunden, in jeder Hinsicht unaufgeräumten Lebensstil, der dort zelebriert wird. Woher rührt diese Sehnsucht nach dem unaufgeräumten Leben, und was sagt sie über uns und unsere Zeit aus?

Katie Roiphe gilt als eine der scharfsinnigsten und zugleich kontroversesten jungen Feministinnen der USA. In ihrem neuen, von der Kritik gefeierten Essayband schreibt sie über Politik und Popkultur, über Scheidungen und Helikoptereltern, über Facebook und Susan Sontag. Ihre Beobachtungen sind genau, ihre Schlussfolgerungen provokant, häufig überraschend und immer brillant formuliert.

Autor*in / Hrsg.: Katie Roiphe
Weitere Informationen: Originaltitel: In Praise of Messy Lives
Übersetzt von: Kirsten Riesselmann
Umfang: 192 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3 x 21.1 x 13.4
Gewicht: 398 g 
Erscheinungsdatum: 25.10.2013

Rezension von Philippa Schindler auf AVIVA-Berlin:

Die Kolumnistin und Journalistin gilt als eine der kontroversesten jungen Feministinnen der USA. In ihrem aktuell erschienenen Essayband kommentiert sie scharfsinnig und humorvoll die Welt, in der wir leben.

Mit der provokanten Behauptung, der Dritte-Welle-Feminismus führe erneut zur Entmündigung der Frau, verursachte Katie Roiphe Mitte der 1990er Jahre einen Aufschrei unter Frauenrechtlerinnen. Die damals 25-jährige Promotionsstudentin war frustriert von der Opferrolle, die Frauen im Kampf gegen sexuelle Gewalt zugeschrieben wurde. Roiphes Meinung nach setze der Protest ein patriarchales Geschlechterbild fort und zeuge noch dazu von einer zutiefst konservativen Sexualmoral, die einen dreckigen Witz schon zur verbalen Nötigung macht.

Seitdem eilt der Literaturwissenschaftlerin und Kolumnistin ein streitbarer Ruf voraus - während sie bei manch einer als enfant terrible der Frauenrechtsbewegung verschrien ist, wurde sie von manch anderer als "erste intellektuelle Stimme ihrer Generation" (Camille Paglia) gelobt. Mit ihrem aktuellen Buch "Messy Lives. Für ein unaufgeräumtes Leben" hat Katie Roiphe nun erneut ihre Stimme erhoben. In einer Sammlung aus Feuilletonartikeln, Texten und Aufsätzen schreibt sie eine Kulturkritik der bürgerliche Alltäglichkeit.

Klug und pointiert unterzieht Roiphe "die Welt da draußen" einem Close Reading und legt dabei all jene Ideen, Mythen und Annahmen offen, die sonst nur unter der Oberfläche wirksam werden. Entlang unterschiedlichster Themen nähert sich die Autorin so einem vielumfassenden Bild unserer Gegenwart ? sei es, indem sie dem Sprachgebrauch des Begriffes "love child" nachgeht oder sich mit der Gesundheitshysterie der liberalen Mittelschicht New Yorks beschäftigt. Und gerade darin, in dieser ständigen auf Verbesserung ausgerichteten Kontrolle des Wohlbefindens, erkennt Katie Roiphe letztlich auch, was sie als Provinzialismus und geistige Enge ihrer Generation beschreibt.

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