Katrine Marçal: Machonomics. Die Ökonomie und die Frauen

Artikelnummer: 978-3-406-68861-4

"Kein Aspekt der weiblichen Biologie prädestiniert die Frau für unbezahlte Hausarbeit. Oder dafür, ihren Körper für einen lausig bezahlten Job im öffentlichen Sektor zu schinden. Will man den globalen Zusammenhang zwischen ökonomischer Macht und dem Besitz eines Penis legitimieren, muss man woanders suchen."

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"Kein Aspekt der weiblichen Biologie prädestiniert die Frau für unbezahlte Hausarbeit. Oder dafür, ihren Körper für einen lausig bezahlten Job im öffentlichen Sektor zu schinden. Will man den globalen Zusammenhang zwischen ökonomischer Macht und dem Besitz eines Penis legitimieren, muss man woanders suchen."

Frauen werden schlechter bezahlt als Männer? Natürlich weil ihre Arbeit weniger wert ist, erklären die Ökonomen, sonst würde sie ja besser bezahlt. Frauen ziehen Kinder groß, schmeißen den Haushalt und halten dem Mann den Rücken frei, damit er sich auf seine Karriere konzentrieren kann? Spielt für das Bruttosozialprodukt leider keine Rolle, sagen die Ökonomen. Denn der rationale und egoistische Mensch der Ökonomie, der "economic man", ist vor allem eins: ein Mann. Und er funktioniert wie ein Mann. In ihrer fulminanten Polemik rechnet die schwedische Ökonomin und Feministin Katrine Marçal mit dem Weltbild einer von Männern dominierten MachoÖkonomie ab, deren Prämissen Frauen diskriminieren, weil sie nicht wie Männer sind. Dieses Weltbild beherrscht längst unser ganzes Dasein. Aber es ist falsch. Zeit, so Marçal, es über Bord zu werfen.

Leseprobe

Inhalt


Autor*in / Hrsg.: Katrine Marçal
politische Themen: feministische Ökonomie
Details: Umfang: 240 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.7 x 20.7 x 12.6 cm
Gewicht: 276 g
Erscheinungsdatum: 08.02.2016

~ INHALT ~   ~ LESEPROBE ~

Rezension von on Gaby Mayr auf deutschlandfunk.de:

Die Wirtschaftswissenschaft ist tief gespalten: Neoliberale, Keynesianer, Spieletheoretiker halten ihr jeweils propagiertes Modell als Erklärung für das wirtschaftliche Verhalten. Die schwedische Journalistin Katrine Marçal hat die gängigen Theorien in ihrem Buch "Machonomics" unter die Lupe genommen - und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Der erste Punkt geht klar an Katrine Marcal.

Die Autorin beginnt mit Adam Smith: Der Begründer der modernen Volkswirtschaftslehre kam in seinem 1776 veröffentlichten Werk "Eine Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Reichtums der Nationen" zu dem Ergebnis, dass Menschen aus Eigeninteresse produktiv sind:

"Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Bauern und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen."

Der Egoismus der Menschen setzt nach Smith Produktion und Austausch von Waren in Gang. Und wie von einer unsichtbaren Hand gelenkt, wird aus dem Egoismus der Einzelnen durch den Markt etwas Gutes, nämlich die Versorgung der Gemeinschaft: Wenn mehr Körnerbrötchen nachgefragt werden, backen die Bäckereien mehr Körnerbrötchen, und das schwere Schwarzbrot verschwindet aus den Regalen, ohne dass irgendeine zentrale Instanz einen Beschluss gefasst hätte.

Adam Smith berücksichtigt nicht die Frauen

Als Adam Smith seinen Marktmechanismus formulierte, ignorierte er allerdings, dass all die Männer, die er sich als Metzger und Bäcker vorstellte, nur deshalb so konzentriert ihrer Arbeit nachgehen konnten, weil ihre Mütter, Ehefrauen und Schwestern für sie kochten, wuschen, die Wohnung in Schuss hielten und die Kinder großzogen - stellt Katrine Marcal fest.

"Außerhalb der unsichtbaren Hand befindet sich das unsichtbare Geschlecht. Die Frau ist "das Andere". Das, was er nicht tut, doch worauf er angewiesen ist, um tun zu können, was er tut."

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