Kristina Hänel: Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer »Abtreibungsärztin«

Artikelnummer: 978-3-86754-513-6

Als die Gießener Ärztin Kristina Hänel am 3. August 2017 nach Hause kommt, erwartet sie ein Brief vom Amtsgericht. Nichtsahnend öffnet sie den Umschlag. "Strafverfahren gegen Sie wegen Werbens für den Abbruch einer Schwangerschaft ..." Laut Paragraph 219a StGB gilt die Sachinformation auf ihrer Homepage als Werbung und ist verboten, ein Umstand, den Abtreibungsgegner nutzen, um Mediziner innen bundesweit anzuzeigen.

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Als die Gießener Ärztin Kristina Hänel am 3. August 2017 nach Hause kommt, erwartet sie ein Brief vom Amtsgericht. Nichtsahnend öffnet sie den Umschlag. "Strafverfahren gegen Sie wegen Werbens für den Abbruch einer Schwangerschaft ..." Laut Paragraph 219a StGB gilt die Sachinformation auf ihrer Homepage als Werbung und ist verboten, ein Umstand, den Abtreibungsgegner nutzen, um Mediziner innen bundesweit anzuzeigen. Bislang unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit. Dies ändert sich mit der "Causa Hänel", als die Ärztin ihren Fall mit einer Petition öffentlich macht und mit Haut und Haar für die Aufklärung über Paragraph 219a und seine Abschaffung eintritt.

Als Galionsfigur der Kampagne für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch wird Kristina Hänel große mediale Aufmerksamkeit zuteil, doch die Reduzierung auf den Begriff "Abtreibungsärztin" akzeptiert sie nicht. In einem persönlichen Tagebuch hält sie mit ungefilterter Offenheit fest, welche inneren und äußeren Kämpfe sie vor, während und nach dem Prozess begleiten und sie zu der öffentlichen Person werden lassen, die sie heute ist. Dabei ordnet sie ihr Engagement gegen den Paragraph 219a ebenso in die Geschichte des Kampfes für Frauengesundheit ein wie in den umfassenden Kontext ihres Wirkens als Ärztin und Mensch.

Von einer, die auszog, einen Unrechtsparagrafen zu kippen: Kristina Hänels Tagebuch offenbart ihre Motivationen und Gefühle im Kampf für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch und zeigt hinter der öffentlichen Person den ganzen Menschen.

Autor*in / Hrsg.: Kristina Hänel
Körperthemen: Abtreibung
Details: Umfang: 250 S.
Einband: Kartoniert
Format (T/L/B): 1.5 x 18 x 11.5 cm
Gewicht: 207 g
Erscheinungsdatum: 18.03.2019
Rezension von Saskia Balser auf AVIVA-Berlin:

Kristina Hänel dokumentiert in ihrem Tagebuch, wie die Anklage gemäß §219a StGB sie dazu brachte, der frauenfeindlichen und veralteten Gesetzgebung den Kampf anzusagen. Sie ging an die Öffentlichkeit und trägt mit ihrem Buch einen wesentlichen Teil zur Diskussion um das Recht auf Information und auf Selbstbestimmung bei.

Der Buchumschlag von "Das Persönliche ist politisch" zeigt einen Ausschnitt aus einer der zahlreichen Demonstrationen, die in letzter Zeit, vor allem am 8. März, stattgefunden haben. Es sind Demonstrationen, die Frauen vereinen und gemeinsam stark machen. So auch in Gießen, dem Ort, in dem sich die Praxis der Ärztin Kristina Hänel befindet.

Nicht nur in den Lokalnachrichten tauchte der Name Hänel nach der umstrittenen Anklage immer wieder auf. Innerhalb weniger Wochen schlug die Debatte um die sogenannte "Abtreibungsärztin" hohe Wellen. Angefangen bei der amtsgerichtlichen Vorladung im August 2017 bis hin zur Urteilsverkündung des Landesgerichts Gießen im Oktober 2018 berichtet Hänel chronologisch sowohl von Rückschlägen, die sie erleiden musste, als auch von Erfolgen, die sie nach diesem turbulenten Jahr verzeichnen kann.

Seit 1981 arbeitet Kristina Hänel als approbierte Ärztin, ihr fachliches Spektrum ist auf ihrer Homepage www.kristinahaenel.de nachzulesen: "Mit großem Engagement und persönlichem Einsatz beschäftige ich mich mit den Themen Frauengesundheit, Sexualität, Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Schwangerschaftsabbruch."
Diese Worte sind es, die als öffentliche "Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft" verstanden und von sogenannten "Abtreibungsgegner*innen" als Anlass genommen wurden, Hänel anzuzeigen. In ihrem Tagebuch schildert sie, wie unpassend sie den Begriff "Werbung" in diesem Zusammenhang findet. Es sei ja schließlich niemand für eine Abtreibung, sie als Ärztin wolle allen Patientinnen helfen, die zu ihr kommen und mit ihnen gemeinsam eine Lösung finden.

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