Kristine von Soden: »Und draußen weht ein fremder Wind ...« Über die Meere ins Exil

Artikelnummer: 978-3-932338-85-4

Anhand von Tagebüchern, Briefen, Gedichten sowie unveröffentlichten Dokumenten und literarischen Zeugnossen aus den im Deutschen Exilarchiv befindlichen Nachlässen jüdischer Emigrantinnen zeichnet Kristine von Soden die Wege von Schriftstellerinnen. Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Ärztinnen und Juristinnen ins Exil nach. Im Mittelpunkt stehen dabei deren Fluchten über die Meere von 1933 bis zum Ausreiseverbot 1941 - gelungene wie tragisch gescheiterte, legale wie illegale.

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Von den Nationalsozialisten verfolgt, machteh sie sich auf den Weg ins Exil: nach Palästina, nach Amerika, nach Südafrika. Wer half ihnen bei der Beschaffung von Pässen, Aus- und Einreisepapieren, Transitvisen, Schiffskarten, Affidavits und finanziellen Unterstützungen? Wie ging die Ausreise vonstatten, auf welchen Schiffen und von welchen Häfen aus fuhren sie ins Ungewisse? Und wie sah ihre Ankunft aus?

Anhand von Tagebüchern, Briefen, Gedichten sowie unveröffentlichten Dokumenten und literarischen Zeugnossen aus den im Deutschen Exilarchiv befindlichen Nachlässen jüdischer Emigrantinnen zeichnet Kristine von Soden die Wege von Schriftstellerinnen. Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Ärztinnen und Juristinnen ins Exil nach. Im Mittelpunkt stehen dabei deren Fluchten über die Meere von 1933 bis zum Ausreiseverbot 1941 - gelungene wie tragisch gescheiterte, legale wie illegale.

Autor*in / Hrsg.: Kristine von Soden
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Details: Umfang: 256 S., 67 Fotos
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 2.3 x 21.6 x 12.9 cm
Gewicht: 388g
Erscheinungsdatum: 27.09.2016

Rezension von Christina Mohr auf AVIVA-Berlin:

Nach den Romanen "Alles ist Jazz" und "Zum Theater!" veröffentlicht der AvivA-Verlag mit "Mädchenhimmel" eine Sammlung von Lili Grüns Gedichten und Geschichten. Die Lektüre ihrer Romane und anderer Werke ist nicht von der schrecklichen Tatsache zu trennen, dass die in Wien geborene jüdische Schriftstellerin 1942 in einem weißrussischen Vernichtungslager ermordet wurde.

Lili Grün war zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt, arm und krank - nach der nationalsozialistischen Okkupation Österreichs wurden ihre Arbeiten nicht mehr publiziert, sie selbst durfte nicht ins Ausland emigrieren.

Dass Lili Grüns Werk siebzig Jahre nach dem grausamen Tod der Autorin eine kleine Renaissance erfährt, ist der Publizistin Anke Heimberg und dem Berliner Verlag AvivA zu verdanken: seit 2009 erscheinen bei AvivA Grüns Bücher in neuen Auflagen, versehen mit editorischen Erläuterungen.

Nach zwei Romanen ist nun auch "Mädchenhimmel" erhältlich, eine Auswahl von Gedichten und Geschichten, die in den 1930er Jahren in Zeitschriften abgedruckt wurden und jetzt erstmals in Buchform vorliegen. Der Titel bezieht sich auf einen Song von Lili Grün (Lieder schrieb und komponierte sie auch), der beispielhaft für ihren selbstironischen Stil steht: Grüns moderne Heldinnen suchen den "Mädchenhimmel", der doch irgendwo zwischen Büro und Bar, Champagnerprickeln und leeren Vorratsschränken, Großstadtverheißungen und Katzenjammer, zwischen Emanzipation und der Sehnsucht nach dem Traummann zu finden sein muss! Witzig, lakonisch, mal zum Kichern und oft genug zum Heulen realistisch sind Lili Grüns Texte, die als Vorläufer heutiger Frauenliteratur gelten könnten, wären sie nicht so klug und böse.

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