Laksmi Pamuntjak: Alle Farben Rot

Artikelnummer: 978-3-550-08086-9

Entlang der Linien des indonesischen Nationalepos Mahabharata, jener großen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Laksmi Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation und ihres bewegten 20. Jahrhunderts zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.

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Wenige Jahre, bevor in Deutschland und Frankreich Millionen junger Menschen demonstrierten und gegen die enge Welt ihrer Eltern rebellierten, waren die Straßen Indonesiens rot von Blut. Im Jahre 1965 hatte sich der junge General Suharto an die Macht geputscht, seitdem war das Land geteilt in Freund und Feind der neuen Herrschenden, verfolgt wurden alle, die im Verdacht standen, Kommunisten zu sein. Misstrauen und Angst spalteten Dorfgemeinschaften und Familien, viele verloren in gewaltsamen Unruhen ihr Leben, Tausende wurden ohne Prozess in Strafkolonien auf entlegenen Inseln verschleppt.

Jahrzehnte später, lange nach Suhartos Sturz im Jahre 1998, sucht eine Frau auf der Gefangeneninsel Buru nach den Spuren des Mannes, den sie in jenen Tagen geliebt und dann verloren hat. In den Wirren einer Straßenschlacht wurden Amba und Bhisma damals auseinandergerissen, und Amba wusste all die Jahre nichts über das Schicksal ihrer großen Liebe. Bis sie eines Tages eine anonyme Mail erhält, aus der hervorgeht, dass Bhisma damals nach Buru verschleppt wurde. Und so macht sich Amba auf, um endlich Antworten auf die Fragen zu finden, die sie schon so lange quälen. Entlang der Linien des indonesischen Nationalepos Mahabharata, jener großen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Laksmi Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation und ihres bewegten 20. Jahrhunderts zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.


Autor*in / Hrsg.: Laksmi Pamuntjak
Belletristik: zeitgenössischer Roman
Land im Fokus: Indonesien
Weitere Informationen: Originaltitel: Amba
Übersetzt von: Martina Heinschke 
Umfang: 672 S.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.5 x 22 x 14.4 cm
Gewicht: 710 g 
Erscheinungsdatum: 25.09.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Maria-Elisa Schrade auf Aviva-Berlin:

Das lange Warten hat ein Ende: Der Debütroman der renommierten indonesischen Essayistin, Lyrikerin und Journalistin, ist nach seinen Gastauftritten in Leipzig und Berlin nun doch schon bereits vor der Frankfurter Buchmesse bei Ullstein erschienen.

Offenbar sollte das Lesepublikum nicht länger auf die Folter gespannt werden, denn der Roman "Alle Farben Rot" der indonesischen Autorin Laksmi Pamuntjak, der vom 14. bis 18. Oktober 2015 bei der Frankfurter Buchmesse - mit Indonesien als diesjährigem Gastland - vorgestellt werden wird, ist schon jetzt im Buchhandel erhältlich. Kein Wunder, denn der "große Roman über Liebe und Gewalt in Zeiten politischen Aufruhrs", wie der Klappentext des Buches verspricht, tourte bereits seit Jahresbeginn auf mehreren Buchmessen und dürfte daher inzwischen sehnlichst von der deutschen Leser_innenschaft erwartet werden.

Literarische Landschaft bisher durch Männer dominiert

Das Land der siebzehntausend Inseln hat bisher nur wenige Autorinnen hervorgebracht, die den Höhen und Tiefen des indonesischen Schicksals, von Kolonialherrschaft, über Unabhängigkeit, bis Diktatur und schließlich Demokratie, eine so authentische Stimme zu verleihen vermochten, wie es Laksmi Pamuntjak in diesem außergewöhnlichen Roman gelungen ist. Das liegt auch daran, dass die literarische Landschaft Indonesiens sehr lange von Männern dominiert wurde und während der Diktatur unter Suharto von 1965 bis 1998 vieles nicht thematisiert werden durfte. Umso bemerkenswerter ist es, dass heute vor allem auch junge Autorinnen wie Laksmi Pamuntjak mit ihren politischen und gesellschaftskritischen Werken dazu beitragen, dass sich der politische Wind in der Literatur- und Kulturszene Indonesiens langsam dreht.

Tabubruch: Aufarbeitung des indonesischen Volkstraumas

"Für die in Buru Inhaftierten, die mich mit anderen Augen zu schauen gelehrt haben"
(...)

In "Alle Farben Rot" verwebt Laksmi Pamuntjak die tragische Liebesgeschichte von "Amba" und "Bhisma" aus dem indonesischen Volksepos "Mahabharata" mit dem Schicksal eines ungleichen Liebespaares, das infolge des missglückten Militärputschversuchs und dem daraus resultierenden Massaker von 1965-1966 bei einer Straßenschlacht für immer getrennt wird. Erst als alte Frau besucht die Protagonistin Amba die Insel Buru, um herauszufinden, was mit ihrem Geliebten Bhisma geschehen ist, der dort nach ihrer Trennung über viele Jahre als politischer Gefangener in einem Arbeitslager interniert war.

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