Lamya Kaddor: Zum Töten bereit. Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen

Artikelnummer: 978-3-492-05703-5

'Wir sehen uns im Paradies', schrieben die fünfzehnjährige Sabina und ihre Freundin Samra an ihre Eltern, bevor sie spurlos nach Syrien verschwanden. Ahmed C. ist in Ennepetal geboren und liebte Fußball - bevor er sich als Selbstmordattentäter in Bagdad in die Luft sprengte. Über fünfhundertfünfzig deutsche Dschihadisten, der jüngste von ihnen dreizehn Jahre alt, sind bislang in Richtung Kriegsgebiet ausgereist.

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'Wir sehen uns im Paradies', schrieben die fünfzehnjährige Sabina und ihre Freundin Samra an ihre Eltern, bevor sie spurlos nach Syrien verschwanden. Ahmed C. ist in Ennepetal geboren und liebte Fußball - bevor er sich als Selbstmordattentäter in Bagdad in die Luft sprengte. Über fünfhundertfünfzig deutsche Dschihadisten, der jüngste von ihnen dreizehn Jahre alt, sind bislang in Richtung Kriegsgebiet ausgereist. Vor allem in den Reihen der brutalen Terrormiliz IS wollen sie als 'Gotteskrieger' dienen, während ihre Freunde zu Hause in Deutschland einen Schulabschluss machen. Die islamische Religionslehrerin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor kennt persönlich mehrere junge Menschen - darunter einige ihrer Ex-Schüler -, die auf der Suche nach Anerkennung und Akzeptanz der Dschihad-Romantik verfallen sind. Sie berichtet von einer orientierungslosen Generation und erklärt, was wir tun können und müssen, um die Radikalisierung unserer Kinder zu stoppen.

'Sie sollen meine kritische Stimme im Kopf behalten, die sagt: Lass den Schwachsinn!' Lamya Kaddor

Auszeichnung als Das politische Buch 2016. Preisverleihung am 10. Mai 2016

"Wie kann man die Radikalisierung der jungen Leute stoppen? Lamya Kaddors Buch bietet Lösungsvorschläge.", TV Media, 28.02.2015

politische Themen: Krieg und Frieden
Autor*in / Hrsg.: Lamya Kaddor
Religion: Islam
Details: Umfang: 256 S.
Einband: Paperback
Format (T/L/B): 2.7 x 21.5 x 13.5 cm
Gewicht: 392 g
Lesalter: 16+
Erscheinungsdatum: 06.02.2015

~ LESEPROBE ~

Rezension von Yvonne de Andrés auf Aviva-Berlin:

Die Religionspädagogin, Islamwissenschaftlerin und Autorin unterrichtet in Dinslaken muslimische Schüler_innen in Islamkunde. In ihrem Buch beschreibt sie, wie Salafisten gezielt Jugendliche aus Deutschland als Soldat_innen für den Dschihad anwerben. Fünf ihrer ehemaligen Schüler_innen gingen nach Syrien. Worin liegt die Faszination? Warum haben die "Verführer" so oft Erfolg?

"Wir müssen den Salafismus bekämpfen. Er ist Gift für die Gesellschaft. Diese Aufforderung geht an uns alle - auch an die Muslime. Niemand von uns sollte sich dem falschen Glauben hingeben, die Salafisten seien für Muslime weniger gefährlich. Oder wir befänden uns gar in einer gemeinsamen Opfergemeinschaft" so die islamische Religionslehrerin Lamya Kaddor.

Der Salafismus in Deutschland hat viele Gesichter. Keines davon ist Vertrauen einflößend. Die Autorin beschreibt sehr präzise, wie die Szene der Salafisten gewachsen und warum sie so gefährlich ist. Sie thematisiert die Hintergründe von Radikalisierung, das Vorgehen der "Menschenfänger" und was die Attraktivität für junge Menschen ausmacht. Ihre Erkenntnisse zieht sie zum Teil aus eigener Anschauung im Stadtteil Dinslaken-Lohberg, einer unrühmlichen Hochburg der Salafisten. Sie erklärt, dass: "eine Sinnstiftung scheint für manche muslimische Jugendliche besonders gut durch oder mit dem Salafismus möglich". Und weiter "Wenn sie die Rebellion suchen, finden sie sie dort. Salafismus ist für die meisten Anhänger [...] vor allem auch eine Jugendprotestbewegung, mehr jedenfalls als eine religiöse Erweckungsbewegung, für die sie oft gehalten wird."

Kaddor versteht sich dabei nicht als Salafismusexpertin. Für sie ist es wichtig, dieses "Phänomen zu begreifen" und sich dem Problem zu stellen. Dabei geht die Autorin auf einzelne Aspekte ein, die Rolle der "Rekruten", der "Konvertiten" oder die "Rolle der Frau im Dschihad." So beschreibt die Autorin, wie sich junge Frauen aus meist traditionell religiösen Familien von der "Dschihad-Romantik" verführen lassen: "Bei jungen Frauen, die nach Syrien gegangen sind, kann man die Sehnsucht nach einem starken Mann, einem heroischen Kämpfer, erkennen, der in der Lage ist, sie zu beschützen, und von dessen Ansehen auch ein wenig Glanz auf sie als seine Ehefrau abfällt"

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