Laura von Wangenheim: In den Fängen der Geschichte. Inge von Wangenheim - Fotografien aus dem sowjetischen Exil 1933-1945

Artikelnummer: 978-3-86789-190-5

Ausgehend von den Denunziationsvorwürfen gegen ihren Großvater, den bekannten Schauspieler und Regisseur Gustav von Wangenheim (1895-1975), begab sich Laura von Wangenheim im Jahr 2010 auf Spurensuche und machte einen sensationellen Fund.

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Ausgehend von den Denunziationsvorwürfen gegen ihren Großvater, den bekannten Schauspieler und Regisseur Gustav von Wangenheim (1895-1975), begab sich Laura von Wangenheim im Jahr 2010 auf Spurensuche und machte einen sensationellen Fund: Hunderte Fotografien, die ihre Großmutter Inge von Wangenheim (1912-1993), welche zu den erfolgreichsten Schriftstellerinnen der DDR gehörte, im sowjetischen Exil gemacht, zu Lebzeiten aber nie veröffentlicht hatte.

Diese Bilder eröffnen einen unverstellten und bislang unbekannten Blick auf den Alltag der dreißiger und vierziger Jahre in der Sowjetunion. In den Fängen der Geschichte illustriert den gesellschaftlichen Aufbruch und den damit verbundenen Glauben an den industriellen Fortschritt genauso wie die Schattenseiten dieses ad absurdum geführten Traumes nach einem besseren Leben in einer neuen Gesellschaftsordnung. Das Beispiel der von Wangenheims steht dabei exemplarisch für das Schicksal tausender Emigranten jener Jahre.

Autor*in / Hrsg.: Laura von Wangenheim
Kunst: Fotografie
Zeitepoche(n): 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Umfang: 112 S.
Einband: Halbleinen
Format (T/L/B): 1.5 x 24.6 x 17.5 cm
Gewicht: 513 g
Erscheinungsdatum: 25.09.2013

Rezension von Bärbel Gerdes auf AVIVA-Berlin:

Auf der Spurensuche nach ihrer Großmutter, der DDR-Schriftstellerin und Schauspielerin Inge von Wangenheim macht die Enkelin eine sensationelle Entdeckung: Hunderte Fotos aus deren Zeit in der UDSSR.

Mein Leben lang versuchte ich eine Erklärung dafür zu finden, warum sie nicht meine Großmutter sein wollte.

Laura von Wangenheim, 1968 in Berlin geboren, Theatermalerin, Ausstatterin und Designerin, ist die Enkelin von Gustav und Inge von Wangenheim. 25 Jahre alt war sie, als ihre berühmte Großmutter, die linke Bestsellerautorin und Schauspielerin, starb, doch begegnet ist sie ihr nur wenige Male. Die Kommunikation beschränkte sich hauptsächlich auf mit Schreibmaschine geschrieben Briefen, die mit sozialistischen Grüßen endeten, und auch in der persönlichen Begegnung blieb Inge von Wangenheim für die Enkelin eine fremde, unnahbare Figur.

Während die Autorin ab den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts bereits zur Machtelite der DDR gehörte und Orden und Preise einheimste, entschieden sich Laura von Wangenheim und ihre Mutter 1982 zur Ausreise aus der DDR - ein Schritt, der den Bruch mit der Großmutter besiegelte. Bis zu ihrem Lebensende im Jahre 1993 verweigerte sie den Kontakt zu ihren Kindern und Kindeskindern.

Laura von Wangenheim wusste nur wenig über das Leben ihrer Großmutter. Lediglich kleine flüchtige Fetzen der Familiengeschichte waren ihr bekannt: dass die Großeltern das nationalsozialistische Deutschland schon früh verlassen hatten, dass sie in die Sowjetunion emigrieren und 1941 kreuz und quer vor den Deutschen durch Zentralasien flüchten mussten. Was genau in diesen Jahren geschah, darüber verharrte Inge von Wangenheim in Schweigen, diesem dröhnenden Schweigen, das die Kindheit meiner Mutter und ihrer Kinder bestimmte.

2010 beginnt die Enkelin mit der Spurensuche. Ausgehend vom Nachlass ihres Großvaters, dem Regisseur und Drehbuchautor Gustav von Wangenheim im Archiv der Akademie der Künste in Berlin, forscht sie weiter und macht im persönlichen Nachlass ihrer Großmutter im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt einen atemberaubenden Fund. In einem unscheinbaren Pappkarton findet sie Dutzende unentwickelter, ordentlich beschrifteter Filmrollen.

Sie zeigen auf 1050 Fotos den Alltag in Moskau und auf der privaten Datscha der von Wangenheims in den dreißiger und vierziger Jahren. Leute vom Land, die Gemeinschaftswohnung, Gartenszenen in Bolschewo, Fotos des Ehepaares, vor allem aber auch Bilder von Moskau, die es in seinem Aufbruch zeigen. Die beiden Jahrzehnte sind in die Geschichte der Sowjetunion als Zeiten des Großen Terrors eingegangen. Die Stalinistischen Säuberungen begannen, zeitgleich explodierte die Stadt. Während Hunger und Armut das Land in die Knie zwangen, veränderte sich das Moskauer Stadtbild radikal. Die Metro wurde gebaut, Prachtboulevards entstanden, die Industrialisierung wurde vorangetrieben, der gesamte Innenstadtbereich [wurde] in atemberaubend kurzer Zeit umgepflügt.

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