Liesl Müller-Johnson: Rosl und ihre Tochter. Leben und Kabarett zwischen 1914 und 1936

Artikelnummer: 978-3-902950-05-5

Schon als Kinderstar wusste Rosl Berndt das Publikum zu verzücken. Ihre Karriere beginnt früh und katapultiert Rosl in die Glamourwelt des internationalen Kabaretts, die Heirat mit Karl Müller, dem Eigentümer des Simpl , verschafft ihr Zutritt zu den europäischen Bühnen.

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Schon als Kinderstar wusste Rosl Berndt das Publikum zu verzücken. Ihre Karriere beginnt früh und katapultiert Rosl in die Glamourwelt des internationalen Kabaretts, die Heirat mit Karl Müller, dem Eigentümer des Simpl , verschafft ihr Zutritt zu den europäischen Bühnen.
Rosl Berndts Karriere beginnt früh als sie 1914 in Budapest in der Uniform eines ungarischen Husaren auftritt, ist sie bereits ein gefeierter Kinderstar, das Publikum tobt vor Begeisterung.

Dann heiratet Rosl Karl Müller, den Eigentümer des berühmten und legendären Kabaretts Simpl, bekommt mit ihm ihre Tochter, Liesl, und die Karrierekurve geht noch steiler nach oben. Die Welt von Rosl Berndt und Liesl ist bestimmt von Glanz und Glamour, Stars wie Marlene Dietrich und Richard Tauber gehen darin ein und aus. Das Schicksal springt mit dem jüdischen Kabarettstar Rosl gnädiger um als mit ihren Kollegen Fritz Grünbaum oder Fritz Löhner-Beda. Sie muss nicht emigrieren wie ihre Bühnenpartner Hermann Leopoldi und Karl Farkas, sondern folgt 1936 ihrem zweiten Ehemann, einem rumänischen Ölmagnaten, nach Bukarest, wo sie und ihre Tochter den Zweiten Weltkrieg nahezu unbehelligt überleben.

Müller-Johnson erzählt vom Leben im jüdischen Grätzel in der Leopoldstadt der 1920er-Jahre, von der Realität der Reformpädagogik an der Odenwaldschule und der harten Wirklichkeit hinter dem schönen Schein einer Bühnenexistenz. In der deutschsprachigen Übersetzung Rosl und ihre Tochter werden die Bezüge zum Zeitgeschehen deutlich herausgearbeitet und auch Müller-Johnsons zweites Leben skizziert.


Autor*in / Hrsg.: Liesl Müller-Johnson
Biografien von/über: Schauspielerinnen
Zeitepoche: 20. und 21. Jh.
Weitere Informationen: Die Autobiographie von Liesl Müller-Johnson
Übersetzt von: Monika Mertl
Umfang: 256 S., zahlr. Abb.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.2 x 21.4 x 14.9 cm
Gewicht: 528 g 
Erscheinungsdatum: 15.03.2014

1. Zu Besuch im Roten Wien
2. Bronja und Eduard
3. Die Kleine Rosa
4. Der Glücksritter
5. Rosls Tochter 1
6. Zäsur
7. Die Weltkaiserin
8. Rosls Tochter 2
9. Getrennte Welten
10. Rosls Tochter 3
11. Ein urwüchsiges Talent Die Karriere von Rosl Berndt 1924-1936
12. Dinu
13. Bukarest
14. Zeichen der Zeit
15. Johnnie
16. Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen
17. Eine Europäerin im Dienst der Verständigung
Anhang: Zeittafel + Glossar + Register

Dieses Buch spannt einen Bogen über mehr als ein Jahrhundert. Es erzählt die Biographien dreier außergewöhnlicher Frauen, beginnend mit Bronja, dem jüdischen Mädchen aus Galizien, das sich um 1890 als Analphabetin nach Wien durchschlägt und als Hausmeisterin in der Weintraubengasse eine respektable Existenz aufbauen kann. Bronjas 1903 geborene, ohne Vater aufgewachsene Tochter Rosl wird 1914 aus der Ballettschule heraus ans Carltheater engagiert, avanciert als Kleine Rosa zum Kinderstar in der untergehenden Donaumonarchie und zählt unter ihrem Künstlernamen Rosl Berndt zwischen 1924 und 1936 zu den gefeierten Größen der Wiener Kabarettszene. Die Hauptperson und eloquente Zeitzeugin aber ist Liesl Müller-Johnson, Rosl Berndts 1922 in Wien geborene Tochter aus einer kurzen Ehe mit dem ungarischen Kriegshelden und Glücksritter Karl Müller, die seit 1947 als britische Staatsbürgerin in Südengland lebt.
Ihre 2011 in englischer Sprache erschienenen Memoiren haben mich inspiriert, die Fülle an authentischen Erinnerungen, die vom Leben im jüdischen Grätzel ebenso berichten wie von der Realität der Reformpädagogik an der Odenwaldschule, den Gebräuchen in einem Hietzinger Mädchenpensionat und der harten Wirklichkeit hinter dem schönen Schein einer Bühnenexistenz, nicht einfach nur zu übersetzen. Ich wollte dieses von Geschichten prallvolle Buch in einer Weise neu fassen, die das individuelle Erleben vor dem Panorama der Zeitgeschichte begreiflich macht, und ich wollte das Leben der Liesl Müller bis in die unmittelbare Gegenwart fortschreiben.
Dieses Buch wird daher von zwei verschiedenen Erzählperspektiven bestimmt. Seine Farben Stimmungen erhält es durch die mäandernde Fabulierlust von Liesl, die mit erstaunlichem Erinnerungsvermögen großer Präzision historische Fakten Persönlichkeiten in ihren Erzählfluss verwebt hat. Diese faktischen Elemente werden auf einer von Tatsachen getragenen Reflexionsebene aufgefangen, bestätigt Insbesondere die Karriere von Berndt, die praktisch vergessen ist, wurde von mir für dieses Buch rekonstruiert. Durch diese zweigleisige Erzählform erhält der subjektive Erinnerungsschatz des Kindes Liesl, der ganz bewusst aus der Warte des Kindes berichtet wird, eine Konkretisierung Brisanz, die ihn zu einem gültigen Zeitdokument machen.
Liesl Müller-Johnson lebt zum Zeitpunkt, da die Redaktion dieses Buches abgeschlossen wird, in vollkommener geistiger Frische und persönlicher Unabhängigkeit in ihrem Zuhause in Südengland.

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