Lilian Hümmler: Wenn Rechte reden. Die Bibliothek des Konservatismus als (extrem) rechter Thinktank

Artikelnummer: 978-3-944442-71-6

Die Mordserie des NSU-Komplex, tödliche Attentate in Halle und Hanau, Mobilisierungen von PEGIDA und ihren Ablegern, parlamentarische Debatten mit der AfD - aktuell wird viel über die (extreme) Rechte in Deutschland diskutiert. Oft unbeachtet bleiben aber diejenigen, die den "ideologischen Brennstoff" bereitstellen: sich als intellektuell verstehende Rechte.

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Die Mordserie des NSU-Komplex, tödliche Attentate in Halle und Hanau, Mobilisierungen von PEGIDA und ihren Ablegern, parlamentarische Debatten mit der AfD - aktuell wird viel über die (extreme) Rechte in Deutschland diskutiert. Oft unbeachtet bleiben aber diejenigen, die den "ideologischen Brennstoff" bereitstellen: sich als intellektuell verstehende Rechte. Sie schreiben in Zeitungen, organisieren Veranstaltungen und tauschen sich in Thinktanks aus. Einer dieser Thinktanks ist die Bibliothek des Konservatismus in Berlin-Charlottenburg. Wer trifft und vernetzt sich dort? Welche Themen spielen eine Rolle? Und welchen Stellenwert nehmen dabei Geschlechter- und andere Machtverhältnisse ein?

Lilian Hümmler zeigt am Beispiel der Bibliothek des Konservatismus, wie und mit welchen Strategien versucht wird, Grenzen des Sagbaren nach rechts zu verschieben und Einfluss auf den öffentlichen Diskurs zu nehmen.

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Wenn Rechte reden

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Autor*in / Hrsg.: Lilian Hümmler
politische Themen: Rechtsextremismus Politik und Demokratie Rassismus & kulturelle Hegemonie
Details: Einbandart: kartoniert
Umfang: 141 S.
Format (T/L/B): 1.1 x 22 x 15.5 cm
Gewicht: 243 g
Erscheinungsdatum: 15.01.2021
Rezension von peps perdu auf kritisch-lesen.de:

Eine präzise und lesenswerte Analyse rechter Sprache und ihrer Funktion im Kampf um gesellschaftliche Diskursräume.

Das vorliegende Buch kann als eine funktionale Taschenlampe gesehen werden. Lilian Hümmler erhellt mit ihrer Analyse zum einen die Bibliothek des Konservatismus als einen bisher wenig beachteten Raum und damit unterbelichtete Protagonist_innen der (extremen) Rechten. Zum anderen wirft sie ein Schlaglicht darauf, wie wissenschaftliche Publikationen aussehen können - mit klarer machtkritischer und antifaschistischer Haltung. Statt eines Objektivitätsanspruchs wird das eigene Wissen situiert verortet und die jahrzehntelange Arbeit von Aktivistinnen hervorgehoben, die eine Theorieproduktion jenseits von Hochschulen betreiben.

Konservatismus als Deckmantel für rechte Gesellschaftsveränderung

Rechte reden. Sie reden viel, sie reden miteinander, sie reden über vermeintliche Partei- und Zugehörigkeitsgrenzen hinweg. Doch sie tun dies nicht als Selbstzweck oder allein für die Stärkung nach innen, sondern mit dem Ziel der Veränderung gesellschaftlicher Diskurse. Das vorliegende Buch zeigt, mit welcher Rhetorik rechte Akteur_innen gesellschaftliche Diskurse und Wertvorstellungen zu beeinflussen versuchen. Dabei ist es nicht als eine Einladung zum Dialog mit ebenjenen Akteur_innen zu verstehen, sondern als Analysetool. Denjenigen, die von rechten Diskursen und Praktiken marginalisiert, angegriffen und herabgewürdigt werden, ermöglicht es eine Sichtbarmachung der sprachlichen Gewalt. Die Bibliothek des Konservatismus (BdK) in Berlin-Charlottenburg wird als "Knotenpunkt institutioneller und personeller Überschneidungen (extrem) rechter Akteur:innen" (S. 29) herausgestellt. In seiner Bedeutung als extrem rechter Thinktank steht es dabei dem bundesweit bekannteren "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda in nichts nach. Vom AfD-Ideologen Marc Jongen über den rechten Theoretiker Karlheinz Weißmann bis hin zum ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen oder der Vorsitzenden der Desiderius-Erasmus-Stiftung Erika Steinbach - sie alle waren schon als Referent_innen in der BdK geladen und konnten hier nicht nur vor einem zuhörwilligen Publikum ihre Ansichten und Thesen verbreiten, sondern auch eine (extrem) rechte Vernetzung vorantreiben.

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