Linda Rodriguez McRobbie: Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte. Von Olga, der Wilden, über Kaiserin Sisi bis zu Gloria von Thurn und Taxis

Artikelnummer: 978-3-442-75447-2

Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die keine Angst hatte, sich die Hände schmutzig zu machen.

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Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die keine Angst hatte, sich die Hände schmutzig zu machen.

Dornröschen, Schneewittchen, Aschenputtel - Prinzessinnen sind die Heldinnen unserer Kindheit, stets tugendhaft und glücklich bis ans Lebensende. Von wegen. Denn hinter den Palastmauern ging so Einiges vor sich: Intrigen, Giftmorde, Sexpartys und bizarre Schönheitsrituale. Dieses Lesebuch versammelt Geschichten von echten Prinzessinnen, die alles andere als märchenhaft sind. So z.B. von Olga, 'der Wilden', die mehr als 5.000 Menschen auf dem Gewissen hat. Oder von der afrikanischen Königin Nzinga, die sich einen Harem voller Männer hielt.


Autor*in / Hrsg.: Linda Rodriguez McRobbie
Biografien von/über: Sammelportraits
Weitere Informationen: Originaltitel: Princesses Behaving Badly
Übersetzt von: Katharina Volk
Umfang: 416 S., s/w Abb.
Einband: Gebunden
Format (T/L/B): 3.8 x 22 x 14.5 cm
Gewicht: 663 g
Erscheinungsdatum: 06.10.2014

~ LESEPROBE ~

Rezension von Julia Lorenz auf AVIVA-Berlin:

Spieglein, Spieglein, an der Wand - wer schmiedet das beste Komplott im Land? In unterhaltsamen Kurzbiographien portraitiert Linda Rodriguez McRobbie Prinzessinnen, die mehr sein wollten als schmückendes Beiwerk für mächtige Regenten - und nach allen Regeln der Kunst logen, betrogen und intrigierten.

Geld im Überfluss haben, sich um nichts außer ein präsentables Äußeres sorgen müssen, ohne nennenswerte Verdienste von allen Menschen geliebt und bewundert werden: All diese angeblichen Annehmlichkeiten, so suggerieren Märchen, Medien und Eltern kleinen Mädchen, werden einer Prinzessin zuteil. Die antiquierte Mär vom schönen Prinzesslein, das für seine Tugendhaftigkeit mit Ruhm, Reichtum und Heiratsanträgen belohnt wird, scheint auch nach mehreren Frauenbewegungen nicht an Strahlkraft verloren zu haben: Prinzessin Lillifee und andere Vertreterinnen der rosafarbenen Zunft rangieren weit oben auf der Beliebtheitsskala junger Mädchen. Und während Tageszeitungen die Politik von Staatsoberhäuptern diskutieren, gehören Prinzessinnen wie die "Duchess of Cambridge" Kate Middleton oder die schwedischen Thronfolgerinnen Victoria und Madeleine vor allem zum festen Inventar in Klatschblättern.

Das prangert auch die US-amerikanische Autorin und Journalistin Linda Rodriguez McRobbie im Vorwort ihres Werks "Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte" an - um das Bild der Prinzessin als "Jungfrau in Nöten" anschließend zu dekonstruieren. In 30 Kurzbiographien in den Kategorien "Kriegerinnen", "Thronräuberinnen", "Intrigantinnen", "Kämpferinnen", "Partygirls", "Flittchen" und "Prinzessinnen von Sinnen" zeichnet Rodriguez McRobbie die Lebenswege von Frauen nach, die sich ihrer Rolle als passive Repräsentantin verweigerten und Politik, Revolutionen oder Kriege beeinflussten.

Manche der Schicksale sind längst berühmt - wie die der am englischen Königshof hingerichteten Anne Boleyn, der zweiten Ehefrau des brutalen Königs Heinrich VIII. -, andere hingegen laden ein, sich mit in Deutschland wenig bekannten historischen Persönlichkeiten auseinanderzusetzen. So berichtet Rodriguez McRobbie vom Kampf der indischen Prinzessin Lakshmibai gegen die britische Kolonialmacht und das bewegte Leben von Nzinga von Ndongo, die im 16. und 17. Jahrhundert über das Staatsgebiet des heutigen Angola herrschte - und sich ein Männerharem hielt. Indem sich die Autorin nicht auf eine westliche Perspektive beschränkt, vermittelt sie neben Frauen- auch Weltgeschichte.

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