Lise Vogel: Marxismus und Frauenunterdrückung. Auf dem Weg zu einer umfassenden Theorie

Artikelnummer: 978-3-89771-312-3

Was kann sozialistische Theorie zum Verständnis und vor allem zur Aufhebung der Frauenunterdrückung beitragen? Was haben Marx, Engels und andere Größen der sozialistischen Theoriebildung zur Unterdrückung der Frauen gesagt? Was davon hat nach wie vor Bestand - und wo sind die (zumeist männlichen) Autoren damals zu kurz gesprungen?

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»Dieses Buch ist - und das sollte betont werden - ein theoretisches Unterfangen. Es möchte die Problematik der Frauenunterdrückung in einem theoretischen Kontext verorten. Manch einem mag dieses Paket an Konzepten und Analyserahmen [...] ziemlich abstrakt vorkommen. Aber so ist es eben. Leben in die Abstraktion kommt erst in der Analyse einer aktuellen Situation, denn es ist die Geschichte, die das Fleisch auf die kargen Knochen der Theorie bringt.« - Lise Vogel

Was kann sozialistische Theorie zum Verständnis und vor allem zur Aufhebung der Frauenunterdrückung beitragen? Was haben Marx, Engels und andere Größen der sozialistischen Theoriebildung zur Unterdrückung der Frauen gesagt? Was davon hat nach wie vor Bestand - und wo sind die (zumeist männlichen) Autoren damals zu kurz gesprungen?

Inspiriert durch die Zweite Frauenbewegung unternimmt Lise Vogel Anfang der 1980er Jahre den Versuch, eine Theorie der Frauenunterdrückung zu erarbeiten. Sie will die vielfältigen, in verschiedene Richtungen strebenden und sich verzettelnden Diskussionen der sozialistischen Frauen auf ein gemeinsames marxistisch begründetes Ziel hin orientieren. Doch Vogels kritisches Studium früher marxscher Texte sowie ihre - bis heute aktuelle - Analyse der folgenreichen Übernahme von Thesen, die Lewis Morgan 1877 in die Welt gestellt hatte, ergibt eine ernüchternde Bilanz: Fast überall wurde das Thema der Frauenarbeit bzw. der Teilhabe von Frauen am kapitalistischen Reproduktionsprozess vergessen, verschwiegen, ignoriert ...

Ergänzt wird Vogels Text aus dem Jahr 1983 durch ihren fast zwanzig Jahre später erschienenen Nachtrag: Hausarbeit neu gedacht, in dem sie ihre Theorisierung der Reproduktionsarbeit erweitert und überarbeitet. Frigga Haug, die Grande Dame des marxistischen Feminismus in Deutschland, stellt in ihrer Einleitung die Bedeutung des Buches für den deutschen Kontext heraus und nimmt dabei insbesondere Vogels Unvereinbarkeit mit einer eigenständigen 'sozialen Reproduktionstheorie' in den Blick. Als Anhang enthält Marxismus und Frauenunterdrückung auch die Einführung in die englische Taschenbuchausgabe von Susan Ferguson und David McNally aus dem Jahr 2013.

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Marxismus und Frauenunterdrückung

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politische Themen: Politik und Demokratie feministische Ökonomie Kapitalismuskritik
Details: Originaltitel: Marxism and Oppression of Women
Übersetzt von: Rhonda Koch/Johannes Liess/Jasper Stange
Einbandart: kartoniert
Umfang: 324 S.
Format (T/L/B): 2.5 x 21 x 14 cm
Gewicht: 367 g
Erscheinungsdatum: 10.10.2019

Rezension von Björn Wagner auf pw-portal:

Um Frigga Haugs Buch in jeglicher Hinsicht als bemerkenswert zu empfinden, muss man nicht einmal zwangsläufig an Feminismus- und/oder Marxismusforschung interessiert sein. Die Autorin durchläuft von der ersten bis zur letzten Zeile einen Weg der Selbsthinterfragung und -kritik: Zu diesem Zweck gräbt sie in chronologischer Reihenfolge zahlreiche eigene Aufsätze aus rund 45 Jahren aus, lässt diese aber nicht unkommentiert stehen, sondern liest sie erneut, baut sie in eine autobiografische Erzählung ein und nimmt so ihre Leserschaft mit auf eine spannende - persönliche wie politische - historische Zeitreise. Damit verlässt sie den - wiederholt bei sich selbst konstatierten - "Schutzraum" (30), in dem sich, vermittelt über vermeintlich erkenntnisproduzierende begriffliche Abgrenzungen, selbst die revolutionärsten sozialwissenschaftlichen Disziplinen oft eher gegen die komplexe Realität immunisieren, statt sich ihr zu öffnen. Das ist nicht nur löblich - zugleich ertappt man sich wiederholt dabei, eigene wissenschaftliche Wahrheiten kritisch zu hinterfragen. Nun ist das Buch natürlich nicht nur ein autobiografisches und zeithistorisches Dokument, sondern legt inhaltlich Zeugnis von einer Disziplin ab, deren Protagonistin Haug seit Jahrzehnten ist.

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